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Gicht, Diabetes, Depressionen

Wie Promis für Filmrollen ihre Gesundheit riskieren

Jo-Jo-Effekt extrem: Für den einen Job futtern sie sich massenhaft Pfunde an, für den nächsten hungern sie sich bis auf Haut und Knochen. Manche Schauspieler fordern ihrem Körper alles ab – und arbeiten sich wortwörtlich krank.

«Hervorragend», «gespenstisch gut», «eine Totaltransformation» – die Kritiker überschlagen sich fast mit Lob für Schauspieler Christian Bale. Im Film «Vice - der zweite Mann» verkörpert er den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney  und die Ähnlichkeit ist tatsächlich frappant. Zu verdanken ist dies nicht nur einem Team von ausgezeichneten Maskenbildnern, sondern auch den 20 Kilogramm, die Bale extra für die Rolle zugelegt hat. 

Bild eins: Christian Bale, Bild zwei: Dick Cheney – oder wars umgekehrt?

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Es ist nicht das erste Mal, dass der Hollywood-Star für eine Rolle sein Äusseres krass verändert. Im Film «Der Maschinist» etwa sieht man den heute 45-Jährigen als stark untergewichtigen und komplett ausgemergelten Fabrikarbeiter mit Schlafproblemen. Für die Rolle hungerte sich Bale auf 55 Kilogramm – bei einer Grösse von 1,82 Metern – herunter. Um die 31 Kilo zu verlieren, ernährte er sich teilweise nur von Kaffee, Wasser und einem Apfel pro Tag. Als Batman brachte der Brite dann wieder 30 Kilogramm mehr auf die Waage – hauptsächlich Muskelmasse. «Abnehmen zu müssen ist schrecklich. Man geht hungrig ins Bett und fühlt sich einfach nur richtig schlecht. Beim Zunehmen hingegen verlierst du jegliche Disziplin und frisst dich voll», erklärte Bale während einer Pressekonferenz. 

Auch andere Promis riskieren für Filmrollen ihre Gesundheit: Charlize Theron legte für «Tully» über 20 Kilogramm zu und wurde depressiv. Jared Leto hat aufgrund seiner jobbedingten Gewichtsschwankungen Gicht entwickelt, Tom Hanks ist davon überzeugt, dass das ständige Ab- und Zunehmen zu seiner Diabetes-Erkrankung geführt hat. 

Aus Fehlern lernen?

Bale ist inzwischen ein Licht aufgegangen: Nach Jahren als wandelnder Jo-Jo-Effekt holte er sich für seinen Auftritt als Dick Cheney erstmals Hilfe von einem Ernährungsberater. «Ich bin jetzt in meinen Vierzigern und die Gewichtsschwankungen gehen nicht mehr spurlos an mir vorbei», begründete er den Entscheid. Es sei immer ungesund, in so kurzer Zeit so viel Gewicht zuzulegen, «aber ich habe es auf die gesundeste Art und Weise gemacht.» Naja, ganz geläutert scheint er nicht zu sein. Schliesslich hat er für seine Selbstkasteiung ja auch eine Oscar-Nomination erhalten. Und genau die ist wohl der Grund, wieso die Hollywood-Prominenz auch in Zukunft für die passende Rolle ihre Gesundheit aufs Spiel setzen wird.

Von Marlies Seifert am 25.03.2019
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