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  4. Ständig frieren oder Hitzewallungen: Das steckt dahinter

Frierst du noch oder kuschelst du schon?

Darum ist uns (auch im Warmen) ständig kalt

Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen sitzen selbst im Winter mit T-Shirt am offenen Fenster. Die anderen versuchen, ihre Aggressionen gegen Erstere zu kontrollieren, während sie im Büro zittern. Für beide gibt es eine Erklärung.

Close up of female hands holding cup of hot tee with copy space

Non-stop mit Tee wärmen ist eine Lösung – das Dauerfrösteln hat aber meist eine bestimmte Ursache.

Getty Images/iStockphoto

Es ist Oktober. Langsam aber sicher ist es deshalb offiziell in Ordnung, ständig über die Kälte zu klagen und permanent zu frieren. Zum Glück – denn im Frühjahr und Sommer haben uns aus diesem Grund noch alle schräg angeguckt (totaler Blödsinn, im Büro herrscht schliesslich das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Nur mal so am Rande). Während ihr den Schal also ab sofort gar nicht mehr ablegt, bekommt eure Kollegin nur schon bei eurem Anblick einen Schweissausbruch, und ihr fragt euch, wer von euch beiden nun eigentlich nicht alle Temperatur-Tassen im Schrank hat? Sorry to break it to you, aber: Vermutlich spinnt ihr beide. Wie verraten die Gründe dahinter.

Stress lässt euch heisslaufen

Stress ist ein ziemlich fieser Zeitgenosse: Er verursacht Heisshunger, lässt uns nicht richtig schlafen, macht dick und sorgt auch noch dafür, dass wir im tiefsten Winter mit Schweissausbrüchen zu kämpfen haben. Dabei hat sich der Grund dafür schon seit einigen Jahrtausenden erledigt. Unser «in Wallungen» geratendes Blut ist nämlich ein Relikt aus der Steinzeit. Damals ging eine Stresssituation meistens damit einher, dass man demnächst angreifen oder fliehen musste. Blut in den Organen machte also durchaus Sinn. Da wir im Büro oder in unserer Beziehung allerdings eher selten panisch die Flucht ergreifen, bleibt die Hitze übrig – und wir ziehen unseren Pulli aus, während alle anderen zittern. 

Frieren vor Einsamkeit

Fürs Dauer-Frösteln gibt es verschiedene Ursachen. Das geht relativ harmlos mit zu wenig Schlaf los und reicht über zu wenig Flüssigkeit im Körper bis hin zu zu wenig Muskelmasse (hallo, Sportmuffel). Darüber könnt ihr draussen in der Raucherecke nur lachen? Tja, auch Zigaretten können ein Grund sein. Die Glimmstängel führen zu einer schlechteren Durchblutung unseres Körpers, ergo weniger Wärme (wir raten davon ab, diese Tatsache mit mehr Stress auszugleichen). Und es geht noch eine Stufe tragischer: Bereits mehrfach wurde in Studien bewiesen, dass einsame, sozial isolierte oder depressive Menschen eher frieren als andere. 

So regulieren wir unsere Körpertemperatur 

Was also tun, um dem Frieren ein Ende zu setzen? Natürlich könnten wir jetzt mit mehr Schlaf, mehr Wasser und weniger Zigaretten kommen. Auch kohlenhydratreiche Ernährung oder wärmende Lebensmittel wie Chili oder Ingwer machen Sinn. Klappt alles. Ein besonders angenehm umzusetzender Trick hängt allerdings ebenfalls mit der sozialen Temperatur zusammen. Die funktioniert nämlich auch andersherum: Verbringen wir unsere Zeit mit Menschen, die wir mögen, verspüren wir tatsächlich auch eine physische Wärme. Der nahende Winter ist deswegen die perfekte Zeit für Glühwein mit Freunden, gemeinsames Guetzlibacken oder einfach Kuscheln mit dem oder der Liebsten. Das wärmt gleich doppelt. 

Von Malin Mueller am 7. Oktober 2019