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Krank durch Müll?

Das macht Plastik wirklich mit unserer Gesundheit

Dass Plastik ein riesiges Problem für unser Ökosystem darstellt, sollte längst jedem klar sein. Jetzt sprechen Ärzte an, wie sich das Material auf unsere Gesundheit auswirken könnte. Lasst es uns so formulieren: Es sieht nicht gut aus.

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Befürchtet wird es schon lange, jetzt verdichten sich die Beweise: Mikroplastik ist nicht nur für die Umwelt gefährlich, sondern auch für unsere Gesundheit. 

Getty Images/EyeEm

Gerade erst hat uns diese Nachricht schockiert: Der WWF hat in einer Studie herausgefunden, dass wir Mikroplastik in der Menge einer Kreditkarte in unseren Körper aufnehmen – und das jede Woche! Das passiert durch den Konsum von tierischen Lebensmitteln, Trinkwasser und sogar durch die Luft, die wir einatmen. Ziemlich schwierig also, sich dem Ganzen zu entziehen. Wie genau sich diese Mengen auf unsere Gesundheit auswirken, ist noch nicht ausreichend erforscht. Wissenschaftler und Ärzte machen allerdings kein Geheimnis daraus, dass unsere Plastik-Zukunft nicht gerade rosig aussieht.

Vergiftet durch Kunststoff

Im Labor konnte bereits nachgewiesen werden, dass Plastikfasern sich toxisch auf unsere Lunge, Leber und unser Verdauungssystem auswirken. Klingt nicht besonders prickelnd? Es wird noch schlimmer: Viele Plastikarten enthalten Xenoestrogene. Besonders belastet ist Wasser, dass in Plastikflaschen verpackt wird. Nahrungsmittelverpackungen, Kochgeschirr und Beautyprodukte kommen aber häufig ebenfalls nicht ohne aus. Der chemisch hergestellte Stoff wirkt sich ähnlich wie natürliches Östrogen auf unseren Körper aus und bringt so unseren Hormonhaushalt durcheinander. Bereits geringe Mengen können Krankheiten verursachen, das Krebsrisiko erhöhen und einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben – und zwar für Frauen wie Männer. Zwei Studien konnten einen verminderten Wuchs von Föten im Mutterleib aufzeigen. Eine neue Untersuchung gibt ausserdem Grund zur Annahme, dass hohe Werte im Blut direkt mit Problemen, schwanger zu werden, zusammenhängen. Und auch auf einen negativen Einfluss auf die Spermaqualität weisen die Forscher hin. 

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So fahren wir den Konsum herunter

Bis die Regierungen aktiv werden und ein globales Abkommen gegen Plastikverschmutzung auf den Tisch bringen, ist es an uns selbst, die Aufnahme von Mikroplastik so weit wie möglich herunterzufahren. Der wichtigste Punkt dabei: Wann immer möglich auf Plastik verzichten. Das ist bis heute ziemlich schwierig – doch auch kleine Schritte helfen:

  • Plastikgeschirr und -Besteck ist der Feind: In Kontakt mit warmen Speisen erhöht sich das Risiko, dass die schädlichen Stoffe im Plastik auf die Lebensmittel übergehen.
  • Plastikflaschen sollten längst tabu sein. Mit Glas oder Metall seid ihr auf der sicheren Seite.
  • Bei in Plastik verpackten Lebensmitteln gilt: Auf keinen Fall länger als nötig in ihrer Hülle lagern. Nach dem Einkauf trockene Lebensmittel in Glasbehälter umfüllen, Gemüse in Papier oder ohne Verpackung lagern. 
  • Tupperware die ihr bereits besitzt, ist zum Lagern in Ordnung – Essen solltet ihr aber immer auf einem Teller, statt in der Box aufwärmen. 
Von Malin Mueller am 01.10.2019
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