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Hart rangenommen

Hautprobleme? Vielleicht duscht ihr am falschen Ort

Wie kann Wasser hart sein? Das ist die erste Frage, die sich uns stellt. Nun ja, es verfügt über mehr Mineralstoffe als weiches Wasser. In der Schweiz sind wir, was die Wasserqualität angeht, relativ verwöhnt. Wenn wir verreisen, fristen Körper, Gesicht und Haare aber oft ein hartes Leben. Send help!

Hartes Wasser
Getty Images

«Im Urlaub sind meine Haare irgendwie anders.» Habt ihr vielleicht noch nie gesagt, aber bestimmt schon mal gedacht. Woran das liegt? An der Wasserqualität. Denn die ist – wie so vieles – überall auf der Welt anders. Hierzulande wird natürlich aufmerksam über die Qualität des Trinkwassers gewacht. Sie ist so hervorragend, dass man fast behaupten könnte, wir duschen in der Schweiz mit seidig-weichem Mineralwasser. Mittelhart ist, was aus dem Hahn kommt, nur im Jura und nur im Mittelland ist es hart bis sehr hart. Hart? Ja, hart ist das Wasser in Regionen mit hohem Sand- und Kalksteinvorkommen. Nicht hart wie Stein natürlich. Was sich da im Wasser tummelt, ist ein hoher Anteil an gelösten Magnesium-, Calcium-, Strontium sowie Barium-Ionen. Das Calcium als Bestandteil von Kalk kennen wir ja in Form von lästigen weissen Flecken in der Dusche. Dass sich da bei jedem Body-Waschgang so einiges auf uns selbst ablagert, ist ja eigentlich nur logisch. Dazu kommt, dass hartes Wasser Seife nicht vollständig auflöst. Klingt anstrengend für Haut und Haare. Aber wie können wir dem entgegenwirken?

Das Gesicht: Eine hart umkämpfte Spielwiese für Ekzeme

Generell ist es ja so: Unsere Haut braucht ein gewisses Minimum an Feuchtigkeit, Fetten und Ölen, um gesund, straff und smooth zu bleiben. Die Mineralien, die im harten Leitungswasser stecken, trocknen die Haut oft so dermassen aus, dass sich kleine Risse zwischen den Hautzellen bilden. Die wiederum erlauben Keimen, Bakterien und Allergenen, sich niederzulassen. Entzündungen haben so leichtes Spiel und begünstigen im schlechtesten Falle die Entstehung von Ekzemen. 

Und nun duschen wir ja nicht nur, wir waschen unser Gesicht auch am Waschbecken und entfernen dort unser Make-up. Aber Achtung! Die Mineralien im harten Wasser verstopfen die Poren und bringen unsere natürliche Hautbarriere mächtig durcheinander – Trockenheit, Pickel, Schuppen und Juckreiz sind die Folge. Dass Seife und Cleanser nicht ganz aufgelöst werden und so auf unserem Gesicht hocken bleiben, macht die Sache nun nicht besser. Morgens sollte man deswegen mit Produkten, die den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht beeinflussen, dagegenhalten. Glycerin kann hartes Wasser kompensieren, denn der Inhaltsstoff spendet Feuchtigkeit und glättet.

Beim Abschminken lohnt es sich, auf Mizellenwasser oder Methoden zu setzen, die ganz ohne Wasser auskommen. Ein Toner, der all den Mist wegschmilzt und eine Feuchtigkeitspflege, die die Haut wieder schön weich macht, sollte ausserdem im Badezimmerschrank eines Hauhalts mit hartem Wasser stehen.

Der Körper: Die Hautbarriere ist hart an der Grenze

Jaja, die ständige trockene Haut. Um der vorzubeugen, sollten die Dusch-Sessions möglichst kurz und nicht allzu heiss ausfallen. Das wisst ihr natürlich längst: Im besten Falle sollte bei Wasser jeglicher Art so vorgegangen werden. Was ausserdem helfen kann: Beim Abtrocknen nicht rubbeln, sondern mit dem Handtuch sanft tupfen. Dann eine grosszügige Schicht Körperlotion, die reich an Ceramiden ist, auf die noch feuchte Haut aufragen. Klingt komisch, ist aber so. Dieser Trick nämlich verhindert das Sich-Absetzen der Mineralien auf der Haut, während die aktiven Lipide der Ceramide helfen, die Hautbarriere wieder aufzupäppeln.

Haare: Die Kopfhaut erfährts auf die harte Tour

Hier erstmal ein Trick, um den Härtegrad des Wassers zu testen (wenn ihr nicht gerade einen Teststreifen aus der Apotheke zur Hand habt): Schäumt das Shampoo beim Haarewaschen nur gering, ist das Leitungswasser hart. Dabei ist genau das nicht nur schlecht – Menschen mit feinen Haaren haben in den Ferien vielleicht schon feststellen dürfen, dass sich das Haar zwar schlechter kämmen, aber durchaus besser stylen lässt. Der Kalk im Wasser raut die Haarstruktur auf, raubt ihr Elastizität und sorgt so für mehr Bewegung. Fans von seidigem Glanz ist hartes Wasser somit natürlich ein Graus, bei dickem Haar nimmt ausserdem der Frizz zusätzlich zu.

Was aber nun am meisten unter dem harten Wasser leidet, ist die Kopfhaut. Denn die braucht genauso viel Feuchtigkeit wie der Rest des Körpers. Während Conditioner und Maske oft nur in die Spitzen eingearbeitet werden, bleibt die Kopfhaut schwer vernachlässigt. Sie schuppt sich, das Haar ist leblos und platt. Was dagegen hilft, ist eine wöchentliche Kopfhautmassage, um alle Mineralspuren restlos zu beseitigen. Im täglichen Gebrauch empfiehlt sich ein sanftes Shampoo und ein rückfettender Toner, der die Durchblutung der Kopfhaut stimuliert.

Von Linda Leitner am 3. Mai 2019