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Tick mit Folgen

Ist es schädlich, unsere Beine zu überschlagen?

Es ist bequem, verhindert einen zu tiefen Blick unter den Rock und setzt die neuen Schuhe perfekt in Szene. Wer lange sitzt, schlägt die Beine oft automatisch übereinander. Dass das nicht so richtig gut sein soll, haben wir alle schon mal gehört. Aber können wir tatsächlich gesundheitliche Schäden davontragen? Wir sind der Sache mal auf den Grund gegangen.

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Gekreuzte Beine: Spätestens nach 30 Minuten sollten wir unsere Sitzposition ändern.

Getty Images

Meine Kollegin will sich das «Beineüberschlagen» endlich abgewöhnen. Sie will nämlich keine Krampfadern bekommen. Verständlich! Die Glückliche hat immerhin einen Job, bei dem sie sehr aktiv ist und sich viel bewegt. Wer im Büro arbeitet, ist automatisch einem grösseren Risiko ausgesetzt, den Tick zur Routine werden zu lassen – und braucht somit auch mehr Disziplin, um ihn wieder loszuwerden. Die man allerdings unbedingt aufbringen sollte. Denn: Eingequetschte Nerven oder Probleme mit dem Rücken sind die Folgen. 

Krampfadern und Thrombose-Gefahr

Wir können aufatmen! Alleine durch das Überschlagen der Beine entstehen noch keine Krampfadern, da sind sich die meisten Experten einig. Einen Zusammenhang gibt es aber trotzdem. Wenn ihr stundenlang in dieser Position verharrt, entsteht ein zusätzlicher Druck auf die Blutgefässe und sie können geschädigt werden. Das führt unter gewissen Umständen zu unschönen Krampfadern und in bestimmten Fällen erhöht es sogar das Thrombose-Risiko. Die Gefahr ist noch grösser, wenn ihr raucht, schwanger seid oder Gefässerkrankungen in der Familie liegen.

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Eingequetschte Nerven

Leider werden beim Kreuzen der Beine nicht nur die Adern in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch die Nerven. Ein besonders wichtiger Nerv verläuft genau durch die Kniekehle. Wenn der beim Überschlagen der Beine abgedrückt wird, kann der Nervenreiz nicht mehr ungehindert an die Nervenbahnen weitergeleitet werden. Das kann man sich als eine Art Lähmung der Nerven vorstellen und macht sich als Taubheitsgefühl in den Beinen bemerkbar. Also spätestens dann, wenn ihr ein Kribbeln spürt, und euer Bein kurz vor dem «Einschlafen» ist, solltet ihr die Sitzposition ändern. Tut ihr das nicht, kommt es immer wieder zu solchen Nervenlähmungen, was im schlimmsten Fall zu einer Lähmung der Zehen oder Füsse führen kann. Oh oh!

Schiefes Becken

Echt jetzt? Ja, es hört sich weit hergeholt an, aber übereinandergeschlagene Beine können zu Gelenkschäden führen. Achtet auch mal auf das Becken: Wenn ihr die Beine kreuzt, wird es etwas schief auf die Seite gekippt. Das belastet die Wirbelsäule, die Bandscheiben und die Halsmuskulatur. Um dem entgegenzuwirken, wird die Rückenmuskulatur stärker beansprucht. Langfristig kann das zu Nacken- und Rückenschmerzen führen oder Probleme mit der Hüfte oder den Bandscheiben hervorrufen. 

Bluthochdruck

Wir wissen jetzt bereits, dass das Überschlagen der Beine ziemlich schlecht für die Blutgefässe ist. Durch den zusätzlichen Druck haben es auch die Nerven schwerer, das Blut zu transportieren. Der Blutfluss verlagert sich deshalb auf die freien Adern, die dadurch überstrapaziert werden und den Blutdruck ansteigen lassen. Stellt man die Beine nebeneinander, kann das Blut zwar wieder problemlos fliessen, Langzeitschäden an Adern und Venen sind aber nicht auszuschliessen. Wenn ihr wisst, dass ihr besonders anfällig für Thrombosen seid, solltet ihr besonders vorsichtig sein. Denn in diesem Fall kann sogar ein vorübergehender Bluthochdruck gefährlich werden.

Den Tick loswerden

Tja, das ist leichter gesagt als getan. Wenn ihr es schon mal versucht habt, wisst ihr, wie schnell man unterbewusst in die bequeme Position zurückfällt. Plötzlich – wie von Zauberhand – haben die Beine unterm Tisch doch wieder übereinander gefunden. Besonders im Büro eine gemeine Routine. Hier könnt ihr zum Abgewöhnen ein Luftkissen auf den Stuhl legen. Das erschwert das Überschlagen der Beine und wirkt sich gleichzeitig sehr positiv auf Rücken und Haltung aus. Ansonsten hilft leider nur eins: eine Menge Selbstdisziplin. Und folgender, kleiner Life-Hack: Hängt euch ein «Nicht die Beine überschlagen!»-Post-It gut sichtbar an den Platz und belohnt euch selbst, wenn ihr einen Tag (oder ein paar Stunden) lang durchgehalten habt. You Can Do It!

Von Jana Giger am 09.09.2019
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