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Strategische Nickerchen

Neue Geheimwaffe vom US-Militär: Mittagsschläfchen

Das neue Gesundheits-Handbuch des US-Militärs schreibt «strategische und aggressive Nickerchen» vor. Weil man nur ausgeschlafen optimal performen kann. Was die Wissenschaft dazu sagt und was wir uns jetzt beim harten Training der Armee abschauen.

Schlafender Hund stellvertretend für die Wichtigkeit des Mittagsschlafes

Zwischendurch nappen (Hund in Bild veranschaulicht wie) ist für die US-Militärs mittlerweile Pflicht.

Getty Images/Tetra images RF

«Richtig blöd ist die bisherige Annahme, dass echte Männer keinen Schlaf brauchen», bekennt ein Mitglied der US-Armee gegenüber der New York Times. Sich körperlich bis ans Limit zu pushen, damit büsst man Gehirnleistung ein – sagen seit einer Anpassung (die erste seit acht Jahren) nun auch die offiziellen Richtlinien des amerikanischen Militärs für die Optimierung der Leistung. Diese beinhalten nämlich seit dem 1. Oktober 2020 «strategische und aggressive Nickerchen».

Die Kunst des Nickerchens

Vor dem Nap soll man auf Videospiele, Smartphone oder andere Aktivitäten, die einen Bildschirm beinhalten, verzichten. Ebenso auf Alkohol. Damit reagiert das Militär auf sich häufende Studienergebnisse, die besagen, dass physische Leistung von mehr als nur dem physischen Training abhängt.

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Besserer Schlaf bedeutet mehr Leistung. Körperlich und geistig. Eigentlich ganz einfach zu verstehen und somit: logisch. Trotzdem brüsten wir uns immer damit, wie wenig wir schlafen und wie müde wir sind. Dabei sollten wir uns einfach mal einen Moment der Musse gönnen – und sei es nur für ein paar Minuten. Das Nickerchen macht uns wacher, verbessert sowohl Reaktion, Konzentration, als auch das Gedächtnis. Es hebt die Stimmung und beugt Unfällen vor. Die Schlafforschung belegt das.

Mehrere Studien wollen den positiven Effekt eines Naps zwischendurch schon oft belegt haben. Olaf Lahl und seine Kollegen von der Uni Düsseldorf zum Beispiel fanden 2007 heraus, dass schon sechs Minuten Power-Schlaf ausreichen, um das Gedächtnis zu verbessern. 

Während praktisch jedes Lebewesen im Universum Schläfchen macht, bleibt der erwachsene Mensch wach

Der Mensch ist in der Regel tagsüber wach, nachts schläft er. Ob das auch dem natürlichen Schlafmuster entspricht, ist irgendwie unklar. 85 Prozent der Säugetiere schlafen polyphasisch – also mehrmals täglich. Auch Kleinkindern und Älteren reicht der Nachtschlaf nicht aus: Sie legen sich mittags ein zweites Mal aufs Ohr. Doch Erwachsene – die schlafen vorwiegend monophasisch. Sie kämpfen gegen die Müdigkeit an und bleiben krampfhaft wach. 

Und die goldene Regel: Ein gutes Schläfchen will geplant sein. Spontan und unbegrenzt zu schlafen sei auf Dauer kontraproduktiv und könne zu noch mehr Müdigkeit führen. Wie also das US-Militär ganz richtig erkannt hat: Strategie zahlt sich beim Nickerchen aus.

Und ihr? Macht ihr schon strategische Nickerchen oder schlaft ihr noch unkontrolliert?

Von zin am 08.10.2020
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