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Gar nicht so böse

Warum Dr. Google besser ist als sein Ruf

Ihr habt oft Kopfweh, euch plagen plötzlich gemeine Bauchschmerzen oder ein zwickender Rücken? Anstatt einen Arzt zu konsultieren, befragt ihr in solchen Fällen lieber Dr. Google? Das ist gar keine so schlechte Idee, wie jetzt eine neue Studie zeigt.

Frau mit Computer im Bett

Habe ich Krebs? Dass allein durch eine Internetrecherche Ängste geschürt werden, ist laut einer neuen Studie nur selten der Fall.  

Getty Images

Manchmal kann man es einfach nicht lassen und braucht Gewissheit. Oder zumindest einen kleinen Hinweis darauf, warum es einem so schlecht geht. Und obwohl man weiss, dass man es eigentlich besser sein lassen sollte, tippt man ein paar Symptome in die Suchmaschine. Sofort ploppen etliche Artikel auf, man braucht sich nur einen aussuchen, um in den unendlichen Optionen von potenziellen Krankheiten unterzugehen. Nicht umsonst heisst es ja eigentlich, dass man nie, nie, nie im Netz nach möglichen Ursachen suchen soll, wenn es einem körperlich schlecht geht. Die Angst ist, dass die eigene Recherche ein harmloses Kopfweh schnell zur Diagnose Krebs werden lässt. Jetzt liefert eine neue Studie aus den USA Entwarnung: Dr. Google ist gar nicht so schlecht!

Die Internetsuche verändert eine erste Diagnose nur selten

Und das sind die harten Fakten aus der Studie: Personen, die Informationen über bestimmte Symptome im Internet sammelten, blieben zu 85 Prozent bei ihrer Eigendiagnose und der Behandlung, die sie schon vorher für sinnvoll gehalten hatten. Nur etwa 15 Prozent hatten ihre Meinung aufgrund der Suche im Internet geändert: Knapp zehn Prozent wechselten von einer falschen zu einer korrekten Diagnose, während fünf Prozent von einer korrekten zu einer falschen Diagnose wechselten. Das heisst vereinfacht, dass eine Internetrecherche schlussendlich doch nicht so einen grossen Einfluss auf die Selbstdiagnose hat.

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Ursprung für die Studie waren die Patientinnen von Dr. David Lavine aus der Frauenklinik in Boston. Er bemerkte, dass manche aufgrund einer Internetsuche befürchteten, Krebs zu haben. Deshalb wollte er untersuchen, welchen Schaden das Internet bei der Suche nach Krankheitssymptomen anrichtet. Dafür werteten er und sein Team Daten von 5 000 Personen aus. Diese suchten zu einem fiktiven Fall Informationen im Internet und gaben ihr Schlussfolgerungen zu Diagnose und Behandlung an. Zudem sagten sie auch, ob ihnen die Diagnose Angst machte. Dieselbe Aufgabe bekamen auch Hausärzte, sie haben zu 90 Prozent die richtige Diagnose gestellt.

Dr. Google ist niemals ein Ersatz

Das Internet scheint Ängste also nicht zu schüren, den Hausarzt oder die Hausärztin kann Dr. Google aber doch nicht ersetzen. Eine Studie, welche letztes Jahr publiziert wurde, gibt der Suchmaschine als Diagnosetool gar keine gute Noten – allerdings nur dann, wenn es sich dabei um eine «Erstkonsultation» handelt. Gehe man zuerst zum Arzt oder zur Ärztin und suche danach gezielt nach Infos, könne die Internetrecherche auch weiterhelfen.

Konsultiert ihr Dr. Google oder geht ihr lieber zu einer Fachperson? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Von lm am 06.04.2021
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