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  4. Atemübungen für Entspannung, Konzentration und Orgasmen

Besser einschlafen, konzentrieren, kommen

Warum richtig atmen richtig gut tut

Wer erinnert sich noch an den 2000er Hit «Breathe» von Sean Paul und Blu Cantrell? Nun, wir sollten ihn uns im nächsten Nostalgie-Anflug mal wieder zu Gemüte führen. Denn richtig atmen zu können, ist wichtig – nicht nur in der Beziehung, von der Blu singt, sondern auch in allen anderen Lebenslagen.

Young Asian woman with eyes closed and hair blowing in wind outdoors

Bewusst zu atmen hat eine ganze Vorteile, die wir uns zunutze machen können. 

Getty Images

Ein, aus, ein aus – so viel sollte man beim Atmen eigentlich nicht falsch machen können. Bisher läuft es mit dem Überleben ja ganz gut?! Tja, jetzt ist Atmen allerdings hip und so etwas wie eine neue Trendsportart. In immer mehr Spas werden ganze Atem-Kurse angeboten. Und auch Gwyneth Paltrow ist längst auf den Zug aufgesprungen und engagiert für die Mitarbeiter von Goop Atem-Gurus. Wow. Man kann sich darüber streiten, ob es das alles wirklich braucht. Was aber stimmt: Beim Atmen machen wir zwar per se nichts falsch, können aber eine ganze Menge besser machen. Wer weiss wie, dem hilft die Überlebensfunktion nämlich noch bei ganz anderen Dingen. Spoiler: Auch Orgasmen gehören auch dazu. 

Richtig entspannen

Fangen wir mal mit etwas Altbekanntem an: In der Meditation und im Yoga nutzen wir die bewusste Atmung zur Entspannung. Bei etwas Stress im Alltag braucht es allerdings nicht gleich ein Wellness-Retreat mit Star-Yogi, um wieder runter zu kommen. Das Geheimnis heisst Vollatmung. Dabei sitzt man auf einem Stuhl oder im Schneidersitz auf dem Boden und atmet ruhig und tief ein und aus. Die ersten drei Atemzüge lang sollte eine Hand auf der Brust liegen und spüren, wie der Brustkorb sich ausdehnt und wieder zurückzieht. Anschliessend folgt der Bauch: Drei Atemzüge spüren wir mit der Handfläche, wie sich unsere Bauchdecke hebt und senkt. Der letzte Schritt sind die Flanken: Daumen und Zeigefinger sollten an den unteren Rippen liegen und spüren, wie sie sich mit dem Einatmen nach aussen schieben. Und, besser?

Konzentriert bleiben

Das Nachmittagstief ist im Anmarsch und im Job läuft nichts mehr? Wir verstehen das Verlangen nach dem Schokoriegel nur zu gut – aber glaubt man Hillary Clinton, können ein paar Atemzüge ebenso gut helfen. In ihrem Buch «What happened» verrät sie, dass sie auf die aus dem Yoga bekannte Wechselatmung schwört: Dabei wird abwechselnd durch das linke und rechte Nasenloch ein- und ausgeatmet. Hört sich wahnsinnig auffällig und unpraktisch für den Alltag an? Die Autorin dieses Textes hat es gerade am Schreibtisch im Grossraumbüro für ein paar Minuten ausprobiert und niemand hat etwas gemerkt. Ha!

Angst wegatmen

Mini-Panikattacke? Dann kann Atmen helfen, indem man langsam einatmet und innerlich bis vier zählt. Dann Luft anhalten und noch einmal bis vier zählen und das Ganze noch ein letztes Mal während man ausatmet. And again. Wollt ihr raten, wie lange wir dieses Spiel mitmachen? Richtig, vier Minuten. Dann ist die Angst wie weggeblasen – Pardon, -geatmet.

Ruhig einschlafen

Der schrille Ton des Weckers rückt minütlich näher, aber an Schlaf ist bei euch nicht zu denken? Auch hier können wir uns die Kombination aus Zahlen und bewusstem Atmen zunutze machen. Und nein, wir reden nicht von den altbekannten Schäfchen. Stattdessen merken wir uns «4-7-8». Mit der Zunge am Gaumen atmen wir ein und zählen innerlich bis vier, halten die Luft an, während wir bis sieben zählen und atmen aus und zählen bis acht. Wer die Methode regelmässig übt, soll laut dem Erfinder der Technik, US-Mediziner und Gesundheitsbuch-Autor Andrew Weil, bald innerhalb von 60 Sekunden einschlafen können. 

Intensiv kommen

Dauert euch zu lang? Es gäbe da noch eine andere bewährte Methode zum Einschlafen – und wer hätte es gedacht, auch hier kann der Atem was richten. Es geht um den Orgasmus. Vor allem um den, den wir nur mit uns selbst erleben. Denn während wir beim Sex gelernt haben, zu entspannen, hat unser Gehirn in Sachen masturbieren oft noch alte Muster abgespeichert. Die, die wir uns antrainiert haben, als wir noch bei unseren Eltern gewohnt haben und möglichst leise sein mussten. Angehaltener Atem, kaum Geräusche, mechanisch statt sinnlich. Schluss damit! Wer tief in Richtung Becken atmet, steigert die Sauerstoffversorgung im Gehirn und damit das Empfinden. Das Ergebnis: Ein intensiverer, länger anhaltender Höhepunkt – und ein garantiert seliger Schlaf. 

Von Malin Mueller am 6. September 2019