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Digitales Aufputschmittel

Wie die Bildschirmzeit uns den Schlaf raubt

Es klebt an uns, als wäre es ein lebenswichtiges Organ – das Smartphone führt uns von A nach B, schenkt uns Aufmerksamkeit und hat Langeweile aus unserem Wortschatz verdrängt. Weshalb es uns abends nicht müde werden lässt und wie wir unsere Abhängigkeit im Zaun halten können.

Handylicht macht wach

Wer abends so mit dem Handy im Bett liegt, kann sich das Einschlafen abschminken – das Blaulicht der Smartphones wirkt wie Koffein.

Getty Images

Wie oft legt ihr euch abends mit eurem Handy ins Bett? Und nicht schummeln! Nochmals kurz die Mails checken? Eine Folge der Lieblingsserie auf Netflix gucken oder mit (nicht wirklich wissenswerten) Youtube-Tutorials die Zeit totschlagen? Ja, wir sind doch alle kleine Smartphone-Zombies und legen das heiss geliebte Gerät nur selten (und äusserst ungern) aus der Hand. Dabei wäre es hin und wieder gar nicht so schlecht...

Kaffe für die Augen

Eigentlich wollen wir gar nicht wissen, wie viele Stunden wir täglich am Handy sind. Aus einer Minute werden fünf und im Nu haben wir wieder 30 unproduktive Minuten am Smartphone verbracht. Die Frage, wie stark und ob es unseren Augen schadet, ist noch immer nicht geklärt. Weil es dazu keine Langzeitstudien gibt, können wir uns den gesundheitlichen Aspekt weiterhin schönreden. Bewiesen ist aber, dass das Blaulicht von Smartphones unseren Tagesrhythmus durcheinander bringen kann. 

In unserem Körper tickt eine innere Uhr, die unter anderem unsere Wach-Schlaf-Phasen steuert. Das intensive Blaulicht der Smartphones macht uns aktiv, weil es das «Schlaf-Hormon» Melatonin unterdrückt. Zudem reagiert unsere Netzhaut äusserst empfindlich auf blaue Wellenlängen –  die uns wie Kaffee einen Koffeinschub geben. Wenn wir also bis zum Zeitpunkt des Schlafengehens am Handy hängen, fällt es uns sichtlich schwerer, ins Land der Träume zu schweben. Besonders toxisch ist es, wenn ihr bereits alle Lampen gelöscht habt und nur noch mit dem hell erleuchteten Display im Bett liegt – die Pupillen weiten sich und es fällt noch mehr blaues Licht in eure Augen als tagsüber. 

Was tun?

Tja, wenn es so einfach wäre, öfter mal einen «Digital-Detox» zu machen. Aber vielleicht müssen wir auch gar nicht so weit gehen – vielleicht reicht es, die tägliche Handy-Zeit mit kleinen Tricks zu reduzieren, um das Einschlafen zu erleichtern. So könnt ihr das Ganze angehen: 

ZIELE SETZEN
Fordert euch heraus und überlegt euch bestimmte Zeiten, zu denen ihr das Handy nicht mehr benutzt. Müsst ihr morgens wirklich als Erstes auf euer Smartphone schauen? Nicht unbedingt, oder? Es reicht, wenn ihr erst nach dem Frühstück die wichtigsten News lest und die ersten Whatsapp-Nachrichten beantwortet. Auch einen Mittag lang ohne Handy auszukommen kann eine gute Challenge sein. Oder nur zu jeder vollen Stunde auf den Bildschirm zu spicken. So gewinnt ihr wertvolle Minuten (oder sogar Stunden), die ihr NICHT online verbringt. 

PUSH-NACHRICHTEN DEAKTIVIEREN
Wenn ihr nicht ständig von aufploppenden News-Meldungen abgelenkt werdet, ist auch die Verlockung nicht so gross, noch kurz die Social-Media-Kanäle zu checken oder Whatsapp zu öffnen. 

SMARTPHONE AUS DEM BLICKFELD
Verstaut das kleine Gerät mit der grossen Anziehungskraft im Büro in einer Schublade oder legt es zumindest aus eurem Sichtfeld. Die Gefahr ist so kleiner, dass ihr unbewusst zum Handy greift und euch im unnötigen Scrollen verliert. 

KEIN HANDY VOR DEM EINSCHLAFEN
Eine Stunde bevor ihr zu Bett geht, solltet ihr euch vom Objekt eurer Begierde trennen und ganz altmodisch wieder mal zu einem Buch greifen. Macht euch einen Tee, kuschelt euch in eine warme Decke und entspannt euch. Der Körper kann dadurch viel besser runterfahren und sich automatisch in den Schlaf-Modus begeben.

 

Von Jana Giger am 29.10.2019