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Diät-Trend

Wieso Intervallfasten nicht unbedingt eine gute Idee ist

Einfach mal eine Mahlzeit auslassen und die Pfunde purzeln von allein? Ganz so simpel ist es nicht. Eine Expertin erklärt, wo die versteckten Gefahren beim intermittierenden Fasten liegen.

Zmorge

Beim intermittierenden Fasten wird entweder das Frühstück oder das Abendessen ausgelassen.

Getty Images

Intervallfasten ist der Diät-Trend der Stunde. Dabei gibt es zwei Ansätze: Entweder man isst fünf Tage lang und nimmt an den folgenden zwei Tagen maximal 800 Kalorien zu sich. Oder man isst täglich nur während 8 Stunden – zum Beispiel von 12 bis 20 Uhr. Besonders letztere Variante erfreut sich wachsender Beliebtheit, da sie mit den meisten Tagesabläufen vereinbar ist und es vielen Menschen leichter fällt, eine Mahlzeit, meist das Frühstück, wegzulassen, als mehrere Tage fast nichts zu essen.

Im Unterschied zu Crash-Diäten wird der Stoffwechsel beim Intervallfasten nicht gedrosselt und die Muskelmasse nicht abgebaut. Beides ist entscheidend, wenn es darum geht, den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden. «Wenn es richtig gemacht wird, dann kann man mit Intervallfasten durchaus Gewicht und Körperfett verlieren», sagt auch Ernährungsberaterin Sandra Mikhail. «Es ist aber definitiv nicht für jeden geeignet. Besonders nicht für Schwangere, Menschen mit sehr anspruchsvollen und intensiven Jobs oder solche, die in der Vergangenheit mit Essstörungen zu kämpfen hatten», gibt sie zu bedenken.

Planung ist gefragt

Fastet man, muss der Körper seine Energiereserven anzapfen. Bis dieser sich an den neuen Rhythmus gewöhnt hat, dauert es jedoch mehrere Wochen. «Man hat während dieser Zeit mit Müdigkeit, Kopfweh, Hunger und Stimmungsschwankungen zu rechnen», sagt Sandra Mikhail. Darüber, wie sich das Intervallfasten langfristig auf unser Energielevel auswirkt, sei sich die Wissenschaft noch uneinig. Aber einzelne Studien zeigten positive Effekte. «Dies dürfte daran liegen, dass der Blutzuckerspiegel über den Tag weniger stark schwankt und stattdessen fortlaufend die Fettreserven angezapft werden.» Kurz zusammengefasst: Bei weniger Zucker-Hochs gibt es auch weniger Zucker-Tiefs.

Alternative: Einfach früher Znacht essen

Auch wenn es so einfach klingt: Mit einem gestrichenen Frühstück ist es beim Intervallfasten nicht getan. «Man muss strategisch vorgehen und sich sehr gut überlegen, was man während des achtstündigen Zeitfensters isst», so Mikhail.

Snacks sind auch während der Essperiode nicht empfehlenswert, da sie den Blutzucker in die Höhe treiben. Ausserdem droht Heisshunger. Um genügend Kalorien zu sich zu nehmen, sind deshalb weiterhin drei Mahlzeiten zu empfehlen – einfach über einen viel kürzeren Zeitraum verteilt. 

«Ich empfehle das Intervallfasten meinen Patienten nicht unbedingt», sagt Sandra Mikhail. «Aber ich rate ihnen dazu, die letzte Mahlzeit des Tages zwischen spätestens 19 und 20 Uhr einzunehmen.» Auch so hat die Verdauung über Nacht eine 12- bis 14-stündige Pause.

Von Marlies Seifert am 10. Mai 2019