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  4. Achtsamkeit: Wie sie uns im Alltag hilft, Stress zu bewältigen

Aufräumen im Kopf

Wie uns Achtsamkeit im Alltag entspannter macht

Sie hat sich von einer buddhistischen Praxis zu einem Hype in der westlichen Welt entwickelt und alle sprechen davon. Aber was heisst es wirklich, achtsam zu sein? Und wie hilft uns das im Alltag weiter? Fragen, die wir euch beantworten.

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Sind wir achtsam, nehmen wir die Welt um uns herum intensiver wahr. 

Getty Images/Westend61

Erinnert ihr euch noch an die unbeschwerte Zeit als Kind, in der jeder Tag ein neues Abenteuer bedeutete und das Hier und Jetzt alles war, was zählte? Stress und Sorgen gehörten in die Welt der Erwachsenen und wir hatten noch den Mut, uns voll und ganz auf den Moment einzulassen. Was das angeht, machen wir uns heute oft unnötig das Leben schwer. Die Zeit scheint uns wie Sand durch die Finger zu rieseln und chaotische Gedanken vernebeln uns den Kopf. Das Resultat? Wir sind unzufrieden und fühlen uns gestresst. Die Lösung? Achtsamkeit. 

Was bedeutet das? 

Achtsamkeit ist das bewusste Wahrnehmen von dem, was gerade ist. Das heisst, wir leben im Moment und achten auf das, was im Augenblick in und um uns herum passiert. Dabei nehmen wir unsere Emotionen, Gedanken und die Empfindungen des Körper wahr, ohne sie zu bewerten. Genau das ist aber die Schwierigkeit dahinter. Wir sind doch alle Spezialisten darin, Dinge zu schubladisieren, voreilig als blöd oder mühsam abzustempeln und damit negative Gedanken zu füttern. Das Analysieren und Bewerten gibt uns ein Gefühl von Kontrolle, führt in Wahrheit aber bloss dazu, dass wir uns von den Emotionen beherrschen lassen.  

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Was bringt Achtsamkeit? 

Wenn wir die Dinge einfach wahrnehmen und neutral betrachten, löst es keinen Dominoeffekt im Körper aus. Stellt euch vor, es steht eine Prüfung an und ihr merkt, dass ihr langsam unruhig werdet. Was fühlt ihr? Angst? Nervosität? Normalerweise würdet ihr jetzt in Panik geraten, denken, dass diese Gefühle schlecht sind und beginnen, euch Sorgen zu machen. Wenn ihr es aber schafft, ihnen keine Macht zu geben und die Gefühle bloss als das erkennt, was sie sind, können sie nicht grösser werden und dadurch auch keinen Stress auslösen. Es bringt ja tatsächlich nichts, sich in etwas reinzusteigern – mal so ganz nüchtern betrachtet.    

Sind Gefühle also böse? 

Nein! Natürlich nicht. Achtsam zu sein bedeutet nicht, dass wir zu eiskalten Robotern werden, die jegliche Gefühle von sich schieben. Aber es bedeutet, dass wir uns von ihnen nicht beherrschen lassen. Uns nicht gegen sie wehren. Uns nicht mit ihnen identifizieren. Gefühle sind wie Wolken, die kommen und nach einer Weile wieder vorbeiziehen. Wenn wir üben, das so zu sehen, sind wir weniger «on edge» und mehr im Hier und Jetzt.  

Von Jana Giger am 13.02.2020
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