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  4. Schlaflosigkeit bei Liebeskummer: Was macht eine Trennung mit uns?

Insomnia

Wieso sind wir nach einer Trennung schlaflos?

Als wäre das Ende einer Beziehung nicht ohnehin schon schwer genug, raubt es uns oft auch noch jede Minute unseres eigentlich so kostbaren Schlafs. Wir erklären, warum uns Körper und Geist bei Liebeskummer so im Stich lassen.

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Die ersten Sonnenstrahlen scheinen in euer müdes Gesicht, doch geschlafen habt ihr keine Minute? Schuld daran kann ein böser Liebeskummer sein.

instagram/mvb

Essen, Freunde treffen, ausgehen – was uns sonst so viel Freude bereitet, wird nach dem Ende einer Beziehung plötzlich zur Tortur. Das einzige, wonach sich unser Körper (neben dem oder der Ex) dann noch sehnt, ist das Alleinsein. Leider wird uns nicht mal das bei Kummer wirklich leicht gemacht. Auf Wutausbrüche folgen Heulattacken und dann gehts gleich wieder von vorne los. Wenigstens eins schenkt uns in dieser schwierigen Zeit noch Erholung: Schlaf. Schlummernd entkommen wir in der Regel nicht nur dem Alltagsstress, sondern auch Problemen, die uns tagsüber alle Kraft rauben. Die machen in unseren Träumen dann Platz für schönere Dinge. Nun ja, theoretisch jedenfalls. Denn ein gebrochenes Herz ist nun mal ein Arschloch. Statt uns in euphorisierende Träume gleiten zu lassen, hält es uns wach und lässt die Nächte zu dunklen Stunden mit unruhigen Wälzereien werden.

Schwerer Liebeskummer gleicht dem Verlust durch einen Todesfall

Studien fanden heraus, dass unser Körper auf ein gebrochenes Herz ähnlich reagiert wie auf den Tod eines geliebten Menschen. Und das Ganze macht ja auch Sinn. In beiden Fällen wird uns jemand entrissen, den wir nicht verlieren wollten. Der Körper verarbeitet dieses Leid mit schlaflosen Nächten, depressiven Gedanken, der Schwächung des Immunsystems und teilweise sogar wahrhaftigem, physischem Schmerz.

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Nach 30 schlaflosen Nächten wird es besser

Doch egal wie aussichtslos es unmittelbar nach dem Break-up aussehen mag, unsere Grossmutter hatte recht: Zeit heilt alle Wunden. So gelten die ersten dreissig Tage nach dem Verlust/der Trennung nicht nur als natürliche Trauer-, sondern gleichzeitig auch als schlimmste Phase. Da müssen wir also durch, ob wir wollen oder nicht, ABER danach wird es besser. Das wohltuende Land der Träume ist irgendwo ganz da hinten am Horizont also in Sicht und rückt von schlafloser Nacht zu schlafloser Nacht in greifbare Nähe.

SOS-Tipps

Machen wir uns nichts vor – der beruhigende Einschlaf-Tee am Abend hilft bei Insomnia nicht. Erst recht nicht bei einem in seine Einzelteile zerlegten Herzen. Was neben ausreichend Zeit hilft, sind soziale Kontakte. Geht raus, lenkt euch ab, versucht wenigstens ein bisschen Spass zu haben und füllt euren Dopamin-Speicher wieder auf. Ja, allein in der dunklen, sauerstoffarmen Wohnung lässt es sich gut weinen, glücklich(er) werdet ihr dadurch aber nicht.

Übrigens: Um einigermassen gut in den Schlaf segeln zu können, hilft kein flimmerndes Netflix. Gönnt euch ein warmes Bad und ein gutes Buch, oder versucht euch mal am Meditieren oder Yoga. Letztere sind stark mit einer bewussten Atmung verknüpft und bringen euren Körper so schnell wieder in Einklang.

Also, tief durchatmen und ja nicht in die Verzweiflung treiben lassen. Bald wird alles besser, versprochen! 

Von Denise Kühn am 21.11.2019
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