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  4. Emily Ratajkowski will ihr Kind genderneutral aufziehen: Das sagt die Expertin

Expertin über genderneutralen Ansatz von Emily Ratajkowski

«Buben sollen sich mit High Heels verkleiden dürfen»

«Wir kennen das Geschlecht erst, wenn es 18 Jahre alt ist», sagt das schwangere Topmodel Emily Ratajkowski, wenn jemand sie fragt, ob sie ein Mädchen oder einen Buben erwarte. Wir haben eine Expertin gefragt, ob es überhaupt möglich ist, ein Kind total genderneutral aufzuziehen, und was Eltern von der Idee abschauen sollten.

Emily Ratajkowski

Möchte ihrem Kind die Möglichkeit geben, sein Geschlecht ganz unvoreingenommen selbst zu entfalten: das schwangere Topmodel Emily Ratajkowski.

instagram/emrata

Das schwangere Topmodel Emily Ratajkowski möchte ihr Kind total genderneutral aufziehen – wie realistisch ist dieser Wunsch?
Diese Vorstellung ist schon noch nicht sehr realistisch, weil die Gesellschaft noch stark geschlechterdifferenziert organisiert ist. Auch Emily Ratajkowski fällt in ihrem Essay für die Vogue immer wieder in ein Geschlechter-Denken, das nicht genderneutral ist, wenn sie sich etwa überlegt, wie es für ihren Mann wäre, einen Sohn zu bekommen, oder was eine Tochter für sie selbst bedeuten würde. Aber grundsätzlich unterstütze ich ihre Idee, dass man anfangs nicht unbedingt weiss, was das Baby für ein Geschlecht hat, und dem Raum zu geben. Das Geschlecht lässt sich nicht immer einfach von den Genitalien ablesen. Es gibt Menschen, die nicht in dieses Schema passen, für die eine Zuordnung zu einem Geschlecht aufgrund ihrer körperlichen Merkmale nicht stimmt. 

Wie gross ist denn der Anteil an Kindern, die sich nicht von vornherein einem Geschlecht zuteilen lassen?
Die Zahlen dazu sind sehr unterschiedlich, da es ganz verschiedene Formen gibt. Bei manchen Babys sind die Genitalien nicht genau zuteilbar, manche Formen der Intergeschlechtlichkeit stellen sich erst später im Leben heraus, beispielsweise in der Pubertät. Sicher ist aber: Das Umfeld will das Geschlecht des Babys erfahren. Und sobald sie in Bildungsinstitutionen kommen, werden Kinder nach Geschlecht eingeteilt, das beginnt schon beim Namen. Wollen Eltern wie Ratajkowski ihr Kind nicht in diese zwei Geschlechterschubladen von männlich oder weiblich einteilen lassen, werden sie für ihr Kind also immer wieder eine Ausnahme einfordern müssen. 

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Christa Binswanger

PD Dr. Christa Binswanger ist Leiterin des Fachbereichs Gender und Diversity an der Universität St. Gallen. 

ZVG

Täuscht es, oder ist das Thema Intergeschlechtlichkeit in den vergangenen Jahren immer stärker im Fokus?
Das Thema selber ist schon relativ alt, es reicht in die Antike zurück. Damals wurden Menschen zwischen den Geschlechtern als Hermaphroditen bezeichnet. Und die Auseinandersetzung mit Zwischengeschlechtlichkeit war zum Beispiel 1920 schon intensiv. Im Sinne einer emanzipatorischen Bewegung gibt es Parallelen, aber auch Unterschiede zu den 1970er Jahren, zur Bewegung des Feminismus. Damals ging es darum, dass Mädchen und Frauen nicht aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden sollten. Heute haben wir in der Schweiz einen Gleichstellungsartikel und ein Diskriminierungsverbot. Und die Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit geht über zwei Geschlechter hinaus: Man ist sich stärker bewusst, dass sich nicht alle Menschen einem Geschlecht zuordnen lassen. Dabei müssen intergeschlechtliche Menschen – also Menschen, deren biologische Körper nicht nur einem Geschlecht zugeordnet werden können – von Transmenschen – also Menschen, deren bei der Geburt zugeteiltes Geschlecht nicht mit ihrer Geschlechtsidentität übereinstimmt – unterschieden werden.

Wie gross ist denn der Anteil an Kindern, die sich nicht von vornherein einem Geschlecht zuteilen lassen?
Die Zahlen dazu sind sehr unterschiedlich, da es ganz verschiedene Formen gibt. Bei manchen Babys sind die Genitalien nicht genau zuteilbar, manche Formen der Intergeschlechtlichkeit stellen sich erst später im Leben heraus, beispielsweise in der Pubertät. Sicher ist aber: Das Umfeld will das Geschlecht des Babys erfahren. Und sobald sie in Bildungsinstitutionen kommen, werden Kinder nach Geschlecht eingeteilt, das beginnt schon beim Namen. Wollen Eltern wie Ratajkowski ihr Kind nicht in diese zwei Geschlechterschubladen von männlich oder weiblich einteilen lassen, werden sie für ihr Kind also immer wieder eine Ausnahme einfordern müssen. 

«Immer mehr junge Menschen sagen, sie fühlten sich im Zwei-Geschlechter-Modell nicht beheimatet.»

Sie werden froh sein um Promis wie Emily Ratajkowski, die dies zum Thema machen.
Ja, das ist wichtig. Wobei Emily Ratajkowski selbst ja das Ideal des perfekten Frauenkörpers repräsentiert und einen sehr weiblichen Auftritt hat. Als Model verkauft sie eine stereotype Weiblichkeit. Was auch legitim ist! Aber ob das die ideale Umgebung ist für eine genderneutrale Erziehung? 

Wie gross ist denn der Anteil an Kindern, die sich nicht von vornherein einem Geschlecht zuteilen lassen?
Die Zahlen dazu sind sehr unterschiedlich, da es ganz verschiedene Formen gibt. Bei manchen Babys sind die Genitalien nicht genau zuteilbar, manche Formen der Intergeschlechtlichkeit stellen sich erst später im Leben heraus, beispielsweise in der Pubertät. Sicher ist aber: Das Umfeld will das Geschlecht des Babys erfahren. Und sobald sie in Bildungsinstitutionen kommen, werden Kinder nach Geschlecht eingeteilt, das beginnt schon beim Namen. Wollen Eltern wie Ratajkowski ihr Kind nicht in diese zwei Geschlechterschubladen von männlich oder weiblich einteilen lassen, werden sie für ihr Kind also immer wieder eine Ausnahme einfordern müssen. 

Wie gross ist denn der Anteil an Kindern, die sich nicht von vornherein einem Geschlecht zuteilen lassen?
Die Zahlen dazu sind sehr unterschiedlich, da es ganz verschiedene Formen gibt. Bei manchen Babys sind die Genitalien nicht genau zuteilbar, manche Formen der Intergeschlechtlichkeit stellen sich erst später im Leben heraus, beispielsweise in der Pubertät. Sicher ist aber: Das Umfeld will das Geschlecht des Babys erfahren. Und sobald sie in Bildungsinstitutionen kommen, werden Kinder nach Geschlecht eingeteilt, das beginnt schon beim Namen. Wollen Eltern wie Ratajkowski ihr Kind nicht in diese zwei Geschlechterschubladen von männlich oder weiblich einteilen lassen, werden sie für ihr Kind also immer wieder eine Ausnahme einfordern müssen. 

Wie gross ist denn der Anteil an Kindern, die sich nicht von vornherein einem Geschlecht zuteilen lassen?
Die Zahlen dazu sind sehr unterschiedlich, da es ganz verschiedene Formen gibt. Bei manchen Babys sind die Genitalien nicht genau zuteilbar, manche Formen der Intergeschlechtlichkeit stellen sich erst später im Leben heraus, beispielsweise in der Pubertät. Sicher ist aber: Das Umfeld will das Geschlecht des Babys erfahren. Und sobald sie in Bildungsinstitutionen kommen, werden Kinder nach Geschlecht eingeteilt, das beginnt schon beim Namen. Wollen Eltern wie Ratajkowski ihr Kind nicht in diese zwei Geschlechterschubladen von männlich oder weiblich einteilen lassen, werden sie für ihr Kind also immer wieder eine Ausnahme einfordern müssen. 

«Als Kind verschiedene Fähigkeiten auszuprobieren und einzuüben könnte dazu beitragen, dass die Berufswelt nicht so geschlechtstypisch geprägt bleibt, wie sie dies heute ist.»

Heutige Mädchen seien zu brav, sagt Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm in einem unserer Interviews. Solche Mädchen würden es später im Berufsleben nicht an die Spitze schaffen. Sie plädiert für mehr Dreck und gibt weitere Tipps für Eltern von Töchtern. Was müssen hingegen Eltern von Söhnen speziell beachten?
Ich finde es wichtig, dass wir die Kinder allgemein nicht so stark nach Geschlecht einteilen. Die Töchter sollen dreckeln, die Söhne aber auch genauso gern backen und drinnen spielen dürfen. Eltern sollten genau hinschauen: Was haben wir für ein Kind, was sind seine Bedürfnisse? Mädchen, die es schaffen, sich in männlichen Sphären zu etablieren, gewinnen an Ansehen, gelten als cool. Buben werden eher abgewertet, wenn sie gern Mädchensachen haben. Die Gesellschaft sorgt immer noch sehr gut dafür, dass Kinder sich geschlechtstypisch verhalten. Machen Sie es also wie Emily Ratajkowski: Schauen Sie, wie ist Ihr Kind, was hat es gern, was nicht. Natürlich muss jedes Kind auch Dinge tun, die es nicht so mag, weil es sie einfach braucht fürs Leben. Trotzdem sollten wir Kinder unterstützen sich selbst zu sein, auch wenn die Fähigkeiten nicht als geschlechtertypisch gelten. 

Wie gross ist denn der Anteil an Kindern, die sich nicht von vornherein einem Geschlecht zuteilen lassen?
Die Zahlen dazu sind sehr unterschiedlich, da es ganz verschiedene Formen gibt. Bei manchen Babys sind die Genitalien nicht genau zuteilbar, manche Formen der Intergeschlechtlichkeit stellen sich erst später im Leben heraus, beispielsweise in der Pubertät. Sicher ist aber: Das Umfeld will das Geschlecht des Babys erfahren. Und sobald sie in Bildungsinstitutionen kommen, werden Kinder nach Geschlecht eingeteilt, das beginnt schon beim Namen. Wollen Eltern wie Ratajkowski ihr Kind nicht in diese zwei Geschlechterschubladen von männlich oder weiblich einteilen lassen, werden sie für ihr Kind also immer wieder eine Ausnahme einfordern müssen. 

Von Christa Hürlimann am 05.11.2020
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