1. Home
  2. Family
  3. Alltag
  4. Babynamen: Darum lieben Eltern die Namen Emma, Mia, Noah und Liam
Seit Jahren auf der Pole-Position

Darum lieben Eltern die Namen Emma, Mia, Noah und Liam

Es war keine grosse Überraschung: Die beliebtesten Babynamen bei Schweizer Eltern waren 2024 Emma und Noah. Seit über zehn Jahren stehen entweder diese beiden Namen oder aber Mia und Liam an der Spitze. Doch was macht genau diese vier Vornamen zu den Favoriten der Eltern? Eine Spurensuche.

Artikel teilen

Kinder, Baby

Die Chance, dass eines dieser Kinder Emma, Mia, Noah oder Liam heisst, ist ziemlich gross.

Getty Images

Die Namenswahl bereitet den meisten Eltern Kopfzerbrechen. Viele wünschen sich einen möglichst einzigartigen Vornamen für ihr Baby – und doch landen sie offensichtlich immer wieder bei denselben. So zeigt die Liste der Babynamen, die 2024 am häufigsten vergeben wurden, ein altbekanntes Bild: Bei den Mädchen ist der Name Emma der Spitzenreiter, gefolgt von Mia. Bei den Jungs war 2024 Noah am beliebtesten, auf Platz zwei folgt Liam.

Seit über zehn Jahren wechseln sich diese beiden Mädchen- und Jungennamen an der Spitze der Ranglisten ab. Bei den Mädchen war zuletzt im Jahr 2010 ein anderer Name auf dem Podest: Lara. Der Mädchenname, der Eltern zwischen 2005 und 2010 begeisterte, liegt aktuell nur noch auf Rang 26. Bei den Knaben schaffte es 2012 zuletzt ein anderer Name als Noah oder Liam an die Spitze: Luca. Er war sogar zwischen 1997 und 2009 mit einer einzigen Ausnahme immer auf der Pole-Position.

Doch warum sind die Namen Emma, Mia, Noah und Liam seit so langer Zeit die Favoriten der Eltern? Hier einige Gründe:

Internationalität

Eine Gemeinsamkeit, die sich alle vier Namen teilen, ist, dass sie alle einfach auszusprechen sind und in diversen Sprachen funktionieren. Das überzeugt nicht nur die Eltern in der Schweiz. Eine Studie von nameberry.com, für die Forschende Namensstatistiken aus 38 verschiedenen Ländern analysiert haben, zeigt: Emma, Mia, Noah und Liam sind momentan auch international die Top-Namen: Im globalen Ranking lag Emma auf Platz zwei, Mia auf Platz fünf, Noah auf Platz eins und Liam auf Platz fünf.

Zwei Silben

Zwar wird immer wieder eine Trendwende hin zu längeren Namen prognostiziert, doch in der aktuellen Statistik ist diese noch nicht ersichtlich. Eltern setzen weiterhin auf eher kurze Namen, mögen aber vor allem solche, die dennoch klangvoll sind: Wie eben unsere vier All-Time-Favoriten, die alle aus zwei Silben bestehen.

Bob-Kirk-Effekt

Ein Vorname soll vor allem gefallen. Und was gefällt, ist bekanntlich Geschmacksache. Dennoch gibt es gerade bei Vornamen auch weit verbreitete Kriterien, die darüber entscheiden, ob ein Name angenehm oder unangenehm, respektive sympathisch oder unsympathisch, klingt. Gemäss dem sogenannten Bob-Kirk-Effekt werden Namen mit weichen und stimmhaften Lauten – wie Bob oder Molly – mit positiven Eigenschaften und runden Formen assoziiert, während Namen mit harten und stimmlosen Lauten – wie Kirk oder Kate – eher mit negativen Eigenschaften und kantigen Formen in Zusammenhang gebracht werden. Emma, Mia, Noah und Liam sind alles eher weiche Namen.

Nebst diesen wichtigen Gemeinsamkeiten hat auch jeder der vier beliebten Namen seine eigenen Vorteile, welche Eltern ansprechen:

Emma: 
Emma hiessen unsere Grossmütter oder Ur-Grossmütter. Bis zum Ende der 20er-Jahre war der Name extrem beliebt und verbreitet. Dann folgte der Abstieg. Zwischen 1950 und 1997 war Emma nie mehr in den Top 100. Doch dann folgte rasch das Revival. 2007 war Emma bereits unter den fünf häufigsten Mädchennamen in der Schweiz. Seither gehört er durchgehend zur Top-Fünf. Doch warum dieses Comeback? Katja Rost, Professorin am Soziologischen Institut in Zürich, sagte dazu einst zu Blick: «Ab der 3. Generation wird es wieder ‹modisch›: Traditionelle Namen wirken nicht mehr ‹altmodisch›, da diese schon zu lange nicht mehr benutzt werden und wir somit im Alltag keine Generation von ‹Alten› damit assoziieren.» Nun könnte man sich natürlich fragen, weshalb ausgerechnet Emma zurückgekommen ist und nicht etwa Margrit – das lässt sich nun wieder damit erklären, dass Emma im Gegensatz zu Margrit alle der drei oben genannten Kriterien erfüllt.

Zur Popularität des Namens beigetragen hat wohl auch die Schauspielerin Emma Watson, die zwischen 2001 und 2011 in diversen «Harry Potter»-Filmen mitgespielt hat. Der Effekt ist aus den 90er-Jahren bekannt: Damals wurde gefühlt jeder zweite Knabe Kevin getauft, da die Eltern offensichtlich Fans der Filme «Kevin – Allein zu Haus» und «Kevin – Allein in New York» waren.

Mia:
Mia ist kurz, prägnant, modern und international. Zudem kann der Name auch als Kurzform von Maria betrachtet werden – und damit als moderne Hommage an verstorbene Grossmütter dienen. Er wirkt einerseits sanft wie ein Kosename und strahlt dennoch Selbstbewusstsein und Stärke aus. Ein weiteres Plus: Mia hat eine schöne Bedeutung. Der Mädchenname steht für «geliebt» oder «gewünschtes Kind». Generell sind unkomplizierte Namen mit nur drei Buchstaben schon seit längerer Zeit im Trend. So zählen etwa auch Lia, Lea, Leo und Lio zu den Favoriten der Schweizer Eltern. Hier findet ihr weitere herzige Mädchennamen mit drei Buchstaben.

Noah:
Noah ist ein biblischer Name, der aus dem Hebräischen stammt. Der religiöse Hintergrund ist heute wohl eher selten der Grund, weshalb Eltern ihre Söhne Noah nennen. Dennoch ist Noah aus der Bibel auch für nicht-gläubige Menschen keine schlechte Identifikationsfigur: Noah war der Mann, der für sich, seine Familie und diverse Tiere eine Arche gebaut hat, als noch niemand glauben wollte, dass eine Flut kommt. Er steht also für Weitblick, Mut und Visionen. Der Name ist also bereits uralt. Doch weshalb ist ein solch traditioneller Name wieder modern? In Deutschland hat auf jeden Fall Boris Becker zur Popularität beigetragen. Als er vor über 30 Jahren seinen ersten Sohn Noah nannte, wurde der Name schlagartig wieder beliebter.

Liam:
Liam tauchte in den 40er-Jahren zum ersten Mal in der Schweiz auf, wurde ab den 70er-Jahren regelmässig an neugeborene Knaben vergeben und zählt seit den 00er-Jahren zu den beliebtesten Knabennamen. 2018 und 2019 hat er sogar Noah an der Spitze der Hitparade abgelöst. Wie auch Emma, Mia und Noah besteht Liam aus zwei Silben, ist klangvoll, klar und international verständlich und einfach auszusprechen. Er bedeutet «der Beschützer» und «der Willensstarke». Liam ist die Kurzform von William und deshalb im englischsprachigen Raum sehr verbreitet. Dass sich auch hierzulande viele Eltern an diesem Sprachraum orientieren, trägt wohl dazu bei, dass Liam auch bei uns so populär ist. 

Von fei vor 12 Stunden