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Breifrei ernähren

So schmeckts eurem Baby auch ohne Pürieren

Das Baby als Chef: Beim «Baby-led Weaning» lassen die Eltern ihr Kleines möglichst selber entscheiden, wann es von der Milch zu fester Nahrung wechseln will. Doch funktioniert das wirklich? Und für welche Babys eignet sich diese Methode?

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«Feini Feini»: Ein Baby kostet Gemüsestückchen unter dem wachsamen Blick von Mama.

Getty Images

Rüebli frisch aus der Erde, sonnengereifte Nektarinen, süsse Beeren: Im Sommer ist es besonders leicht, feine Breie zuzubereiten. Trotzdem gibt es Babys, die auch beim 20. Versuch noch das Köpfchen zur Seite drehen, wenn sich Papa oder Mama nur schon mit dem Löffel nähern.

Dann könnte es schlicht noch zu früh sein für Beikost. Empfohlen wird die Einführung frühestens zu Beginn des fünften und spätestens im siebten Lebensmonat. Wie ein Baby zeigt, ob es bereit ist, beschreibt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE auf ihrem Merkblatt dazu. Wenn das Kind nach mehreren Versuchen immer noch ablehnend reagiert, sollte man es lieber eine oder zwei Wochen später nochmals probieren. 

Für motorisch Geschickte

Es gibt aber auch Babys, die es schlicht nicht mögen, dass ihnen jemand den Löffel in den Mund steckt – auch mit sieben oder acht Monaten nicht. Und wie es scheint, gibt es heute in unseren Breitengraden auch immer mehr Eltern, die dies von sich aus nicht machen wollen und das Baby lieber selber entscheiden lassen, wann es bereit ist für Beikost. Sie setzen auf die BLW-Methode, das  «Baby-led weaning» oder zu Deutsch «Baby-gesteuerte Beikosteinführung».

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Die Methode kann eine Alternative sein für Babys, die Brei nicht mögen. Und am Tisch genau danach lechzen, was ihre Familienmitglieder essen. Voraussetzung ist, dass die Kleinen Fingerfood mögen und motorisch einigermassen geschickt sind, damit sie die angebotenen Stücke mit ihren Händchen halten können.

Halbjährige Babys dürfen fast alles probieren

Als Fingerfood geeignet sind weiche, reife Fruchtschnitze oder gegarte Gemüsesticks, Brotstücke, Omelettenstreifen, in handlichen Stücken gebratene Getreideschnitten. In Das breifrei!-Kochbuch stellen Loretta Stern, Anja Constance Gaca und David Gansterer 80 Rezepte vor, die sich für die ganze Familie eignen.

«Abzuraten ist auf jeden Fall von kleinen, harten Lebensmitteln wie Nüssen», sagt Stéphanie Bieler, Fachexpertin Ernährung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. «Diese bergen die Gefahr des Verschluckens.» Abgesehen von Honig, Süssigkeiten und stark gewürzten Speisen darf man einem halbjährigen Baby sonst aber weitgehend alles zum Probieren geben, wie Stéphanie Bieler bestätigt. «Allerdings sprechen wir hier von probieren!», betont sie. «Ein sechs Monate altes Kind kann sich noch nicht sättigend und bedarfsdeckend vom Tisch ernähren, und längst nicht alle Kinder in diesem Alter sind gleich interessiert an fester Nahrung.»

Brechreiz liegt bei Babys weiter vorne auf der Zunge

Praktisch – und für Eltern, welche die BLW-Methode versuchen wollen beruhigend: Bei Babys liegt der Auslöser des Würgereizes noch viel weiter vorne im Mund, was das Risiko des Verschluckens verkleinert.

Aber egal ob sie Brei oder Fingerfood bevorzugen: Hauptnahrungsmittel von Babys im Beikostalter bleibt nach wie vor Muttermilch oder ein Muttermilchersatzpräparat, bis zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat schrittweise der
Übergang zum Familienessen erfolgt – und das Kind mit etwas Unterstützung schon fast wie die Grossen essen kann.

Mehr Infos zur Ernährung von Babys und Kindern jeden Alters siehe Website der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.

Von Christa Hürlimann am 03.07.2019
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