1. Home
  2. Family
  3. Alltag
  4. Dwayne The Rock Johnsons Tochter belügt ihn: Experte gibt Rat zum Thema Kinder und Lügen

Tipps vom Experten zum Thema Kinder und Lügen

«The Rock» wird von seiner Tochter allerliebst belogen

Die «Paghetti-Fee» wars, die alle Spaghetti ausgeleert hat, beteuert die kleine Tia gegenüber ihrem berühmten Papa Dwayne «The Rock» Johnson – und wer könnte der süssen Zweijährigen so eine kleine Lüge schon übelnehmen? Aber wenn die Kinder und mit ihnen auch die Lügen grösser werden, machen sich Eltern schon mal Sorgen. Wir haben einen Experten um Rat gefragt.

Schokoverschmierter Bub mit Mutter

«Ich wars nicht», ruft der Bub. Doch sein Schoggischnauz verrät ihn. Ist so eine Lüge für Eltern süss oder beunruhigend? (Symbolbild)

Getty Images

Zum Fressen süss, wie die kleine Tia zu ihrem Papa hochschaut und beteuert, dass es die «Paghetti Fee» war, die alle Spaghetti auf dem Boden verteilt hat – während sie den fast leeren Pack noch in ihren Händen hält. Blöd bloss für die Kleine: Ihr Papa ist Dwayne «The Rock» Johnson, 42, und der hat über 200 000 Millionen Follower auf Instagram, wo er das Beweisvideo ihrer Lüge teilt.

Mehr für dich

Doch wer könnte dem süssen Lausmädchen wegen ihrer kleinen Lüge schon böse sein? Zumal wir Eltern alle schon mal so eine Situation erlebt haben mit unseren Kindern. Was aber, wenn das Lügen mit zunehmendem Alter der Kinder nicht aufhört – oder sogar zunimmt? Experte Christoph Wick von der Kinder- und Jugendhilfe St. Gallen weiss Rat.

Tipps vom Erziehungsexperten

Wenn so kleine Kinder wie Dwayne Johnsons zweieinhalbjährige Tochter Tia lügen, darf man das noch süss finden, oder?
Ja, man spricht dann vom «magischen Alter», in dem ein Kind noch gar nicht genau unterscheiden kann, was echt ist und was Fantasie. Lügen nennen wir es erst, wenn es ein bewusster Akt ist, also etwa ab dem Kindergartenalter.

Als mich kürzlich meine Erstklässlerin bezüglich Hausaufgaben belog, erschrak ich etwas.
Eine Erstklässlerin weiss, dass sie nicht die Wahrheit sagt. Die Frage ist, was der Grund für die Lüge war. Sie wollte sich vielleicht einen Vorteil verschaffen, zum Beispiel mehr Zeit zum Spielen. Grund für solche Lügen kann aber auch die Angst vor der Konsequenz sein, wenn ein Kind zum Beispiel nicht zugibt, schuld zu sein an einer kaputten Vase. Erwachsene erschrecken oft, wenn ihre Kinder sie belügen. Sie denken, wenn das Kind jetzt schon lügt, wie wird das bloss später? Diese Angst brauchen sie aber nicht zu haben.

Trotzdem sollte man es als Eltern wohl thematisieren?
Sie sollen dem Kind sagen, dass so etwas nicht okay ist, denn es handelt sich um einen kleineren oder grösseren Vertrauensmissbrauch. Aber es ist wichtig, das Kind nicht etwa zu beschimpfen oder zu bestrafen dafür. Das könnte die Verhaltensweise des Kindes verschlimmern. Das Kind soll durch das Gespräch lernen, dass es seinen Eltern alles sagen kann. Denn oft haben solche Lügen einen Hintergrund: Bei den Hausaufgaben stellt sich die Frage: Wollte die Tochter einfach mehr Freizeit? Oder war es ihr zu viel Arbeit, mag sie es nicht leisten? Wenn das Kind spürt, ich kann Mami oder Papi sagen, wenns mir zu viel ist oder ich nicht draus komme, stärkt das sein Vertrauen.

Und wenn die Lügen immer wieder vorkommen oder sogar zunehmen?
Dann sollten wir dem Kind gegenüber äussern, dass uns dies irritiert und misstrauisch macht und das Vertrauen schwindet, und gemeinsam besprechen, was es nächstes Mal in so einer Situation anderes machen kann anstatt zu lügen, damit es gar nicht wieder so weit kommt. Wichtig ist, herauszufinden, was beim Kind los ist, was der Grund für sein Lügen ist. Umgekehrt kann aber auch zu häufiges Fragen der Eltern zu Lügen führen, gerade bei Jugendlichen.

Dwayne Johnson The Rock

Dwayne «The Rock» Johnson braucht sich keine Sorgen zu machen wegen der kleinen Lüge seiner Tochter: Die Zweieinhalbjährige befindet sich noch im «magischen Alter».

VCG via Getty Images

Inwiefern?
Das kann gerade engagierten Eltern passieren, die gut zu ihren Kindern schauen – und darum vielleicht gerade zu häufig nachfragen: «Wen hast du getroffen, wo wart ihr, wie lange, …» Dann kann eine Jugendliche oder ein Jugendlicher auch lügen, um auszuweichen, sie denken: «Die vertrauen mir gar nicht, also sag ich einfach mal was.» Damit wollen sie mehr Freiraum erreichen. Der Auslöser für die Lüge liegt hier also darin, dass ein Entwicklungsschritt ansteht, die Eltern müssen sich überlegen, wie sie umgehen mit dem Älterwerden ihres Kindes, ihm mehr Freiraum lassen und ihm zutrauen, mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Das Lügen hat also immer zwei Seiten: Es ist nicht okay, verletzt eine Beziehung. Aber man muss immer auch schauen, was der Hintergrund ist.

Die Vorbildfunktion spielt wohl auch beim Thema Lügen eine wichtige Rolle.
Ja, sie ist wie bei allen Themen wichtig. Es ist schwierig, von den Kindern etwas zu verlangen, wenn man sich selbst nicht daran hält – denken wir nur mal an unseren Handykonsum … Aber bei der Ehrlichkeit geht es manchmal um feine Nuancen. Wenn man zum Beispiel auf Besuch bei Freunden vom Essen schwärmt und sich hinterher zu Hause beklagt, es sei versalzen gewesen. Dann erklärt man dem Kind am besten gleich, dass man niemanden verletzen wollte und das Urteil darum etwas beschönigt habe.

Zum Schluss ihr wichtigster Rat für Eltern zum Thema Ehrlichkeit?
Sich von Anfang an um eine vertrauensvolle Beziehung bemühen. Offenheit, Ehrlichkeit, selbst klar sein – und verständnisvoll. Im Gespräch mit dem Kind auf den Grund gehen, worum es bei einer allfälligen Lüge eigentlich ging. Und dann sagen, was uns daran stört, aber das Kind nicht verurteilen dafür. Beziehung und Austausch sind das A und O.

Aufräumservice statt Strafe für Tia

Die kleine Tia braucht sich natürlich nicht vor Konsequenzen ihres Papas zu fürchten, schliesslich ist «The Rock», das hat er schon mehrmals bewiesen, der coolste Daddy! Er amüsiert sich prächtig über die Aktion seiner jüngsten von drei Töchtern aus zwei Ehen – sogar dann, als Tia vor seinen Augen auch noch die restlichen Spaghetti auf dem Boden verteilt, und nochmals der «Paghetti-Fee» die Schuld in die Schuhe schiebt. Der Star-Daddy meint bloss, er glaube zu wissen, wer das ganze Chaos anschliessend aufräumen werde: «Sein Name beginnt mit D und endet mit y …»

Von Christa Hürlimann am 11.01.2021
Mehr für dich
© 2021 Schweizer Illustrierte
© 2021 Schweizer Illustrierte
Logo von Ringier Axel Springer