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Zu Hause beim Chef der Pallas-Augenkliniken

«Ich muss den Durchblick haben»

Er ist der Chef von Pallas, einer der schweizweit führenden Klinikgruppen für Augenheilkunde: Georgos Pallas. Warum immer mehr Junge in die Praxen kommen und welche Tipps er für gesunde Augen hat.

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Andrea und Georgos Pallas, Pallas Kliniken

«Wir haben eine enge Familienbande.» Das Ehepaar Pallas in der Wohnküche mit Helena und Aristeas, zwei ihrer fünf Kinder.

Kurt Reichenbach

Andrea Pallas (42) schmunzelt und verdreht ihre Augen. «Das sieht einfacher aus, als es ist», sagt sie, während sie die Yogastellung ihres Mannes Georgos (49) nachmacht. Ein paar Sekunden lang hält sie die Position, dann stellt sie sich wieder auf die Beine. «Ich bleibe lieber bei meinem Pilates.» Die siebenjährige Tochter Helena beobachtet die beiden – gerade hat sie an der Wand des elterlichen Kleiderzimmers in Starrkirch-Wil SO den Handstand geübt. Ihr Vater grinst – noch immer in Yogapose: «Wir sind eine sportliche Familie.» Seit Jahren gehört Yoga für ihn zum Alltag, dazu regelmässig Krafttraining im hauseigenen Fitnessraum. «Das ist ein guter Ausgleich zu meinem Job. Dieser fordert mich ganz schön.»

Georgos Pallas und seine Frau Andrea

Georgos Pallas und seine Frau Andrea zu Hause in Starrkirch-Wil SO in Yogapose, Tochter Helena schaut zu. Er ist der CEO, sie für die strategische Entwicklung des Familienunternehmens zuständig.

Kurt Reichenbach

Die häufigste OP: grauer Star

Georgos Pallas ist seit 2001 CEO und Verwaltungsratspräsident der sich im Familienbesitz befindlichen Pallas Kliniken. Sein Unternehmen mit Hauptsitz in Olten SO gehört landesweit zu den führenden Klinikgruppen für Augenheilkunde, Dermatologie und ästhetische Medizin. An den 17 Standorten in der Deutschschweiz – vier davon sind Kliniken, die weiteren grosse Gruppenpraxen – arbeiten 390 Angestellte, darunter 80 Fachärztinnen und -ärzte aus 26 Nationen. Jährlich werden 200'000 Patientinnen und Patienten behandelt, 15'000 operative, meist ambulante Eingriffe durchgeführt, die Mehrzahl im Bereich Augenmedizin.

<p>In seiner Pallas Klinik in Olten lässt sich der Chef von Dr. Marko Vlasic die Augen kontrollieren, beobachtet von seiner Frau. «Ich bin alterssichtig geworden.»</p>

In seiner Pallas Klinik in Olten lässt sich der Chef von Dr. Marko Vlasic die Augen kontrollieren, beobachtet von seiner Frau. «Ich bin alterssichtig geworden.»

Kurt Reichenbach

Am häufigsten operiert werden Patienten mit grauem Star, einer altersbedingten Linsentrübung. Immer mehr kommen auch junge Menschen in die Praxen: «Viel Zeit vor dem Bildschirm kann zu Kurzsichtigkeit führen.» Zur Pallas-Kundschaft gehören auch Persönlichkeiten wie Bundesräte, Marco Fritsche und Art Furrer. «Gewinne», sagt Georgos Pallas, «gehen nicht an die Aktionäre, sondern kommen zu 100 Prozent den Mitarbeitenden und Patienten zugute.» Regelmässig gibt es Interesse am Kauf der Firma. «Doch wir bleiben ein langfristig orientiertes Familienunternehmen.» Der CEO hat an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und ist eidgenössisch diplomierter Spitalexperte.

<p>«Immer wieder haben wir Klinik-Mitarbeitende bei uns hier zu Gast», sagt Andrea Pallas im Esszimmer.</p>

«Immer wieder haben wir Klinik-Mitarbeitende bei uns hier zu Gast», sagt Andrea Pallas im Esszimmer.

Kurt Reichenbach

«Wir haben hart gearbeitet»

Den Grundstein des Unternehmens hat Grigoris Pallas (80) gelegt, der Vater des heutigen Chefs. 1965 zog der Grieche von der Insel Rhodos in die Schweiz, studierte in Fribourg Medizin, in Bern machte er das Staatsexamen als Augenarzt. In der Bundesstadt lernte er seine heutige Ehefrau Elisabeth kennen, eine einheimische Lehrerin. Mit ihrer Unterstützung gründete Pallas 1994 die gleichnamige Klinik im Oltner Sälipark: eine Augenarztpraxis, ein Operationssaal, vier Betten. Mit den Jahren erfolgt der Ausbau, gemeinsam mit Sohn Georgos. Auch Elisabeth Pallas arbeitete lange im Betrieb, war zuständig für das Personalwesen und die Buchhaltung. Das Unternehmen war die erste private Ausbildungsklinik für Augenmedizin in der Schweiz: In den vergangenen 30 Jahren wurden rund 100 Augenärzte ausgebildet. Der Firmengründer: «Wir haben hart gearbeitet.» Bis vor elf Jahren operierte Grigoris Pallas noch selbst.

<p>«Ihm habe ich viel zu verdanken.» Georgos Pallas (r.) mit seinem Vater Grigoris, dem Firmengründer, vor seinem Haus.</p>

«Ihm habe ich viel zu verdanken.» Georgos Pallas (r.) mit seinem Vater Grigoris, dem Firmengründer, vor seinem Haus.

Kurt Reichenbach

Seither leben er und seine Frau teilweise auf seiner Heimatinsel, sonst in ihrer Wohnung im Zentrum von Olten. Weilt das Ehepaar in der Eisenbahnerstadt, ist es oft bei Sohn und Schwiegertochter und deren siebenköpfigen Familie daheim. Die Kinder Aristeas (4), Helena (7) und Eneas (9) sind gemeinsame Kinder von Georgos und Andrea, deren Halbgeschwister Irina (16) und Gregor (19) stammen aus der ersten Ehe von Georgos Pallas. «Es freut mich, dass mein anfänglich kleiner Betrieb zu einer so erfolgreichen Klinikgruppe gewachsen ist», sagt Grigoris Pallas, der mit dem Sohn auch Griechisch spricht.

<p>Grossvater Grigoris ist zu Besuch. Neben ihm Sohn und Schwiegertochter und deren Kinder (v. l.) Irina, Eneas, Gregor, Helena und Aristeas.</p>

Grossvater Grigoris ist zu Besuch. Neben ihm Sohn und Schwiegertochter und deren Kinder (v. l.) Irina, Eneas, Gregor, Helena und Aristeas.

Kurt Reichenbach

Selbst Genähtes für Angestellte

Viele Angestellte arbeiten schon seit Jahren im Unternehmen. «Ein familiärer Umgang in unserer Firma ist uns wichtig», sagt CEO Pallas. Dazu gehört, dass er und seine Frau ab und zu Klinik-Mitarbeitende bei sich zu Gast haben und sie mit mediterranen Menüs bekochen. Hat eine Angestellte oder ein Angestellter ein Kind bekommen, dürfen sie sich als Geschenk ein Babykleider-Set aussuchen, von Andrea Pallas, einer passionierten Hobbyschneiderin, im Nähzimmer gefertigt. «Unsere Firma liegt uns sehr am Herzen. Wir stehen immer parat für sie.»

<p>Einige Kleider ihrer Kinder (hier Helena) fertigt Andrea Pallas in ihrem Nähzimmer daheim an.</p>

Einige Kleider ihrer Kinder (hier Helena) fertigt Andrea Pallas in ihrem Nähzimmer daheim an.

Kurt Reichenbach

In mehreren Regionen sind die Pallas Kliniken mit ihrem Angebot ein wichtiger Teil der Grundversorgung. Die Standorte befinden sich meist in Bahnhofsnähe. HSG-Absolventin Andrea Pallas, seit 16 Jahren in der Firma tätig und für die strategische Entwicklung verantwortlich, erklärt, warum. «Bei einigen Untersuchungen bekommt der Patient zur Erweiterung der Pupillen Augentropfen eingeträufelt. Deshalb sollte in den nächsten Stunden auf das Steuern eines Autos verzichtet werden.»

Gewisse hochkomplexe Augenoperationen werden schweizweit nur in den Pallas Kliniken durchgeführt, die Osteo-Odonto-Keratoprothese zum Beispiel. Dabei wird einem Patienten aus einem Stück eines eigenen Kieferzahns eine künstliche Augenhornhaut gezüchtet und eingesetzt – erblindete Menschen können so wieder sehen. «Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan», sagt der Pallas-Chef. Er war schon oft bei Augenoperationen dabei.

<p>Nach dem Essen offeriert der Hausherr mit griechischen Wurzeln seinen Gästen ein Glas Metaxa aus dem gut bestückten Weinkeller.</p>

Nach dem Essen offeriert der Hausherr mit griechischen Wurzeln seinen Gästen ein Glas Metaxa aus dem gut bestückten Weinkeller.

Kurt Reichenbach

Augen vor der Sonne schützen

Der Eingriff bei grauem Star dauert nur wenige Minuten. Das sei nichts Schlimmes, es fliesse kaum Blut: Der Patient ist bei Bewusstsein, das Auge wird mit Tröpfchen betäubt. Sehr rasch kann der Patient wieder viel besser sehen. «Das Auge ist ein so wunderschönes und faszinierendes Organ!» Seine Tipps für gesunde Augen: eine ausgewogene Ernährung, mit Rauchen aufhören, die Augen vor der Sonne schützen, nach 20 Minuten vor dem Computer ein paar Minuten in die Ferne schauen. Immer wieder bekommt sein Personal positive Rückmeldungen. «Es freut mich, wenn wir Menschen wieder zum Durchblick verhelfen können.»

Thomas Kutschera
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Von Thomas Kutschera am 9. März 2026 - 12:00 Uhr