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Familienbudget

Drei Mütter erzählen ganz offen, wie sie sparen

Hand aufs Herz: Mit einem strikten Haushaltsbudget tun wir uns schwer. Drei SI Family-Redaktorinnen erzählen offen, wie das bei ihnen aussieht und wo es mit dem Sparen klappt - oder auch nicht.

Familie Budget

Kinder kosten Geld. Je älter sie werden, desto mehr.

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Familie Ryser gleicht teure Ferien mit günstigen aus

Das mit dem Haushaltsbudget geistert bei meinem Mann und mir schon seit 18 Jahren im Hinterkopf herum. Fakt ist: Wir haben nie eines gemacht und irgendwie geht es immer auf. Unsere Erfahrung dabei: Je mehr Geld reinkommt, desto mehr gibt man aus. Zudem steigen die Kosten für Nahrung, Kleider, Ausbildung, Ferien etc., je älter die Kinder werden (bei uns mittlerweile 18, 14 und 7 Jahre alt).

Einer der grössten Autsch-Posten ist die Krankenkassenprämie. Als fünfköpfige Familie bezahlen wir pro Monat rund 1000 Franken. Und das mit maximalen Sparbemühungen: Bis auf eine Ausnahme haben alle ihre Franchise zuoberst. Sprich: Wir berappen zu den fixen Prämienkosten jeden Arztbesuch selbst. Um die Prämie niedrig zu halten, haben wir uns zudem für das (unsere Freiheit stark einschränkende) Callmed-System entschieden, bei dem man jeden Arztbesuch im Vorfeld telefonisch anmelden muss. 

Wir könnten sicher viel Geld sparen, wenn wir uns die Zeit für ein Haushaltsbudget nehmen würden. Müssten uns dann aber auch daran halten. Und genau da liegt der Hund begraben: Wir haben gar keine Lust dazu.

Uns gefällt es, planlos loszufahren und einen dreiwöchigen Roadtrip nach Schweden und wieder zurück zu machen. Mal im Zelt und mal im Fünfstern-Hotel zu übernachten. Kostenpunkt: rund 5000 Franken. Und im nächsten Jahr verreisen wir für zwei Wochen in die Schweizer Alpen in ein Maiensäss. Kostenpunkt: 500 Franken. Ist Geld da, geben wir es aus. Ist nichts da, geben wir halt nichts aus.

cost of health care. concept

Die Krankenkassenprämien sind für Familien ein grosser Budget-Posten.

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Familie Kempa trennt Nötiges von Unnötigem

Mein letzter Fund war eine Spitzmaschine von Caran d’Ache. Per Zufall habe ich sie auf einem Trödelmarkt entdeckt und für ein paar Münzen erstanden. Im Fachmarkt hätte ich dafür bis zu 150 Franken hingeblättert. So kaufe ich oft ein. In meinem Hinterkopf führe ich eine Einkaufsliste mit Gebrauchsgegenständen, die wir benötigen. Und irgendwann (oft muss ich gar nicht so lange warten) laufe ich an sie heran.

Die Absenz vieler Dinge lässt sich ja auch durch ein bisschen Kreativität lösen. Gerade, was Küchenmaschinen angeht. Ein Teigrührgerät halte ich für total überflüssig. Von Hand kneten hält fit. Und wer das nicht mag, ist mit einem No-Knead-Bread bestens bedient. Wir stellen sowieso vieles selber her.

Vielleicht, fällt mir gerade auf, ist es vor allem eine Frage des Zeitmanagements, wie viel Geld ein Haushaltsbudget verschlingt. Meine Familie bewegt sich deutlich unter dem Durchschnittseinkommen von Paarhaushalten mit zwei Kindern in der Schweiz, welches der Bund auf über 13000 Franken monatlich beziffert.

Wir leben also sehr sparsam, aber das war mir nicht einmal bewusst. Wir können uns Ferien leisten und ab und zu eine Pizza im Restaurant. Uns fehlt es an nichts.

kinder kneten teig von hand

Teig von Hand kneten macht Spass und schont das Portemonnaie.

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Familie Dizdars erster Schritt: ein gemeinsames Lohnkonto

Nach Jahren des Chaos im Familienbudget haben wir entschieden, es mit Struktur zu versuchen. Der erste Schritt war ein gemeinsames Lohnkonto. Daueraufträge, Rechnungen und Sparbeiträge werden über dieses Konto gemanagt. Mein Partner und ich haben zudem je eine EC-Karte fürs gemeinsame Haushaltskonto. Raum für Spass und Spontaneität darf aber nicht fehlen: So hat jeder von uns ein privates Pleasure-Konto für Ausgang, Hobbys, etc. 

Seit wir jeden Monat zehn Prozent unseres Einkommens auf ein Sparkonto überweisen, klappt es plötzlich auch mit dem Sparen. Diesen Tipp habe ich aus dem Buch «Der reichste Mann von Babylon». Es handelt vom Umgang mit Geld, basierend auf Erkenntnissen und Parabeln der Antike. Wir überweisen monatlich auch noch Sparbeiträge für die Kinder, Steuern und Ferien. So gibts keine fiesen Überraschungen. Ausser man wirft alle guten Vorsätze über Board und kauft gefühlt jeden Teppich, den es in Marokko gibt. Autsch!

Mamalicious bei SI Family

Racha Fajjari Mamalicious Market Juni 2019

Mamalicious-Gründerin Racha Fajjari (r.) und eine Helferin mit den Goodie-Bags für den Mamalicious-Market 2019 im Zürcher Volkshaus. Die Taschen sind in Zusammenarbeit mit der Schweizer Illustrierten entstanden.

Eline Keller-Sørensen

Jeden Monat präsentieren wir euch auf dem Family Channel der Schweizer Illustrierten ein Thema, das bei Mamalicious gerade heiss diskutiert wird. Im September widmen wir uns dem Thema Familienbudget. Wieviel geben wir pro Kind allein für Essen und Bekleidung aus (Teil 1)? Wie stehts ums Haushalts-Budget der SI-Familiy-Redaktorinnen (Teil 2)? Welche Tipps gibt die Expertin (Teil 3)? Welche App hilft euch, euer Budget im Griff zu behalten (Teil 4)? Last but not least für die Agenda: Am Sonntag, 24. November 2019 findet der erste Mamalicious Sustainable Market in der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach AG statt. Ein bezaubernder Indoor-Weihnachtsmarkt mit nachhaltigen Produkten. Weitere Infos dazu findet ihr hier.

Die grösste Mami-Community der Schweiz

Mamalicious zählt mittlerweile 50'000 Mitglieder. Täglich tauschen sich Mütter in diversen Interessengruppen auf Facebook zu Themen rund ums Muttersein aus. Alle Gruppen sind geschlossen und jede Anfrage wird von den Administratoren persönlich geprüft. Gegründet wurde das Netzwerk 2010 von Racha Fajjari. Weitere Infos findet ihr unter: www.mamalicious.ch

Von Maria Ryser am 12. September 2019