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  3. Gut gemeinte Ratschläge der Grosseltern: Was taugen sie?

Wenn die eigenen Eltern ständig dreinreden

Wann es die Grosseltern wirklich besser wissen – und wann nicht

Die meisten Eltern kennen sie nur zu gut: Die gut gemeinten Ratschläge oder die Vorwürfe der eigenen Eltern oder der Schwiegereltern. Dabei gibt es einige, die gar nicht so verkehrt sind. Wo es sich lohnt, hinzuhören – und wo man ein und für allemal einen Riegel schieben sollte. Und der ultimative Tipp zum Umgang mit dreinredenden Grosseltern.

 Thema: Kitas sind im Lockdown, in der Zeit der Corona Pandemie, geschlossen, Bonn, 07.01.202. Grossvater spielt mit Enkelkind waehrend die Mutter arbeitet Bonn Deutschland *** Subject Kitas are closed in lockdown, in time of Corona pandemic, Bonn, 07 01 202 Grandfather plays with grandchild while mother works Bonn Germany Copyright: xUtexGrabowsky/photothek.netx

«Du arbeitest zu viel.» Ein Vorwurf, den man sich nicht gefallen lassen muss, auch nicht von den eigenen Eltern. Das jeweilige Arbeitspensum ist nicht ihre Sache.

imago images/photothek

Grosseltern sind super. Aber manchmal können sie einem echt den letzten Nerv rauben, wenn sie ständig in die Erziehung der eigenen Kinder reinreden. Dabei könnte es doch sein, dass sie manchmal gar nicht so falsch liegen – schliesslich haben sie ja selbst Kinder grossgezogen, und die dürften ja auch unserer Meinung nach gar nicht so schlecht herausgekommen sein. Jedenfalls lohnt es sich bei diesen drei klassischen Grosseltern-Sätzen zumindest, sich ein paar Gedanken darüber zu machen.

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«Bei uns gabs auch nicht alle paar Wochen ein Ultraschallbild. / Wir hatten nicht so viele Ratgeber.»

Will heissen: Macht euch doch nicht so viele Sorgen. Ultraschall während der Schwangerschaft und Ratgeber zu jeder Lebensphase sind nichts Schlechtes, aber es gibt noch etwas viel Besseres: das Bauchgefühl. Wer sich ein bisschen mehr darauf verlässt, statt tagelang Ratgeber zu wälzen, tut sich selbst etwas Gutes.

«Lass ihn / sie doch mal (selbst) machen.»

Vorausgesetzt, das Kind ist nicht gerade im Begriff, in ein Bärengehege zu klettern oder die Motorsäge anzuwerfen – was kann denn schon schief gehen? Dann wischen wir halt den Sirup weg, wenns beim Einschenken den Becher verpasst. Ist ja nicht so tragisch, oder?

«Bei mir hat sich auch nie jemand bedankt!»

Achtung, Wink mit dem Zaunpfahl! Nein, ihr müsst euch nicht bei euren Eltern dafür bedanken, dass sie euch grossgezogen haben. Das war ihr Job. Aber eure Kinder zu hüten, ist es nicht. Und es ist nicht selbstverständlich, denn ob mans glaubt oder nicht: auch eure Eltern haben ihr eigenes Leben. Einfach mal danke sagen schadet nicht. Und entspannt auch garantiert jede noch so angespannte Situation.

Aber natürlich gibt es sie auch, die Sätze, die gar nicht gehen. Dann darf man dem Vater oder der Schwiegermutter auch getrost mal sagen, dass man gewisse Dinge nicht mehr hören, beziehungsweise nicht mehr über sie diskutieren will.

«Du verwöhnst sie / ihn viel zu sehr.»

Das mag aus deiner Perspektive stimmen. Aus meiner mache ich das, was ich für richtig halte. Und da die Erziehungspflicht bei mir liegt, gilt meine Perspektive.

«Du arbeitest zu viel.»

Meine Qualitäten als Mutter/Vater haben nichts mit meinem Arbeitspensum zu tun. Auch hier gilt: Ich tue, was ich für richtig halte, und ich bin niemandem Rechenschaft darüber schuldig.

«Als du klein warst …. »

Ich bin nicht mehr klein. Ihr habt mich zur Selbstständigkeit erzogen und ihr habt einen grossartigen Job gemacht. Gerade deswegen bin ich jetzt imstande, meine eigenen Entscheide zu treffen. Auch was die Erziehung meiner Kinder angeht.

Werdet Erziehungskomplizen!

Und hier ist er, der ultimative Tipp in Sachen dreinredende Grosseltern: Macht eure Eltern oder Schwiegereltern zu Erziehungskomplizen statt zu Erziehungsfeinden. Das ist relativ einfach und funktioniert ziemlich häufig. Statt sich darüber aufzuregen, dass die Schwiegermutter immer fragt, ob sich die Enkelin immer noch nicht selbst die Schuhe binden kann, einfach mal bitten: «Meinst du, du könntest mit ihr üben?» Der Knüller ist der Satz: «Auf mich hört er / sie nicht. Könntest du mal etwas sagen?» Der schlägt im Übrigen zwei Fliegen mit einem Schlag: Enkelkinder hören nämlich oft tatsächlich mehr auf Grosseltern als auf die eigenen Eltern. Und Grosseltern fühlen sich ernstgenommen und gebraucht, so entstehen auch an anderer Stelle nicht mehr so leicht Diskussionen. Und nicht vergessen, Danke zu sagen.

Von SC am 6. April 2022 - 19:41 Uhr
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