10 Küchen-Irrtümer Zerkratzte Teflonpfannen sind krebserregend? Quatsch!

Was ist dran, an krankmachenden Teflonpfannen, dem Vitaminkiller Mikrowelle oder dem Verbot, Pilze und Spinat wieder aufzuwärmen? Gar nichts. Ausser, dass sich Irrtümer wie diese hartnäckig halten. 
Teaser 10 Küchen-Irrtümer
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Da kommt gute Laune auf: Das Kochen mit zerkratzten Pfannen ist nicht gesundheitsschädigend.

1. KREBS DURCH ZERKRATZTE TEFLONPFANNE?
Hätten Sie mal lieber die gute Pfanne nicht entsorgt. Denn dass zerkratzte Teflonpfannen Krebs erregen können, ist absoluter Quatsch. Die mit dem Essen verschluckten Mini-Polytetrafluorenthylen-Teilchen bewirken gemäss dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung rein gar nichts im Körper. Ausser, dass er den Kunsstoff mit dem natürlichen Lauf der Dinge wieder ausscheidet.

Alte Frau mit Pfanne am Rauchen und Trinken
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Eine zerkratzte Teflonbeschichtung soll Krebs erregen? Dann schon eher Rauchen und Trinken...

2. VITAMINKILLER MIKROWELLE?
Böse Erfindung, diese Mikrowelle. Nicht nur, dass uns die Strahlen krank machen, auch die vielen guten Vitamine müssen unserem schnellen Lebensstil weichen. Beides absoluter Humbug. Die einzige Gefahr laut Bundesamt für Gesundheit ist - wie auch beim konventionellen Kochen - die der Verbrühung. Ausserdem werden die gesunden Stoffe geschont, da Mikrowellen lediglich die Wasser- und nicht die Vitaminanteile erhitzen. 

3. OLIVENÖL IST ZUM FRITTIEREN UNGEEIGNET?
Da kalt gepresstes Olivenöl bei 180 und raffiniertes sogar erst bei 210 Grad zu rauchen anfängt, kann es durchaus zum Frittieren verwendet werden. Sofern Sie das Aroma nicht stört. Allerdings ist das teure, native Öl fast zu schade dazu. Verwenden Sie es daher lieber im Salat.

4. SCHIMMEL AUF LEBENSMITTELN...
...kann einfach abgeschitten werden? Jein. Was bei Hartkäse funktioniert, gilt nicht bei Weich-, Frisch- oder Scheibenkäse. Hier können sich die Schimmelsporen ohne sichtbare Anzeichen im gesamten Produkt ausgebreitet haben. Also weg damit! Das gilt auch für Obst oder Gemüse, das Schimmelbefall aufweist. In stark wasserhaltigen Lebensmitteln breiten sich die Sporen ebenfalls unsichtbar weiter aus. Im schlimmsten Fall begünstigen die Pilze beziehungsweise die Entstehung von sogenannten Mykotoxinen, Leberkrebs. Bei Schimmel auf der Marmelade muss man wissen, ob sie mehr als 50 Prozent Zucker oder Süssstoff enthält. Dann reicht es, die befallenen Stellen grosszügig zu entfernen. Ist der Zuckeranteil geringer, sollten Sie den Brotaufstrich jedoch nicht mehr verzehren.

5. FÜNF-SEKUNDEN-REGEL FÜR SPEISEN NACH BODENKONTAKT?
Landet etwas Essbares auf dem Boden, kann der Bakterienbefall verhindert werden. Aber nur, wenn man blitzschnell und innerhalb von fünf Sekunden reagiert - und Guetzli, Apfel und Co. subito aufhebt. Diese Regel haben Forscher der Universität in Birmingham unter die Lupe genommen. Tatsächlich erobern Bakterien, die auf dem Fussboden vorhanden sind, erst nach mehr als fünf Sekunden ein heruntergefallenes Lebensmittel. Allerdings kommt es dabei auf den Untergrund an: Besonders sicher sind Teppiche, weil dabei weniger Kontakt zwischen Lebensmittel und Boden besteht als auf glatter Fläche. Fliesen-, Parkett und Laminatboden sind demnach ungünstiger. 

Küchen- und Lebensmittelmythen Brot Boden Bakterien
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Bloss keine Zeit verlieren! Wer das Brot innerhalb von fünf Sekunden aufhebt, verhindert einen Bakterienbefall.

6. ALKOHOL VERDUNSTET BEIM KOCHEN?
Wein, Cognac oder sonstige Spirituosen geben Saucen oftmals den letzten Schliff. Allerdings sollte man dabei beachten, dass bei einer Weinsauce noch bis zu 85 - nach einer Stunde sogar noch bis zu 35 - Prozent des Alkohols erhalten bleiben. Das schreibt der Lebensmittelexperte Ludger Fischer in seinem Buch «Eat Smarter».

7. EIER LASSEN SICH ABGESCHRECKT BESSER SCHÄLEN?
Es ist nicht das kalte Bad, das es einfacher macht, Eier zu schälen, sondern deren Alter. Damit ist nämlich eine wichtige chemische Veränderung im Inneren der Schale verbunden. Entgegen der sonstigen Maxime bei Lebensmitteln gilt für das Eierkochen nämlich: Älter ist besser. Das Abschrecken kann sogar schaden: Durch die kalte Dusche kühlt sich das Eisweiss schlagartig ab und zieht sich zusammen. Dadurch entsteht unter der Schale des Eis ein Unterdruck. Dieser saugt Luft, Wasser und auch Bakterien durch die poröse Kalkhülle in das Innere. Die Folge: Das Ei verdirbt schneller. «Die Haltbarkeit verringert sich dadurch auf nur noch wenige Tage», erklären Experten gegenüber Welt.de. Normalerweise sei ein hartgekochtes Ei bis zu einem Monat haltbar, im Kühlschrank sogar sechs Wochen.

8. BLEIBT FLEISCH NACH DEM HEISS ANBRATEN BESONDERS SAFTIG?
Noch ein Ammenmärchen, das sich in der (Gerüchte)küche hartnäckig hält: Wenn man Fleisch zu Anfang besonders heiss anbrät, würden sich die Poren schliessen, heisst es. So komme es anschliessend besonders zart und saftig auf den Teller. «Man kann die Fleischoberfläche nicht schliessen - ausser mit Lack vielleicht», sagt Ludger Fischer auf Eatsmarter.de. Fleisch könne man bei niedrigerer Temperatur sogar viel exakter und genauso saftig anbraten, wie bei grosser Hitze. 

9. SCHIMMELT BROT IM KÜHLSCHRANK SCHNELLER?
Ganz im Gegenteil! Da im Kühlschrank Temperaturen zwischen drei und fünf Grad herrschen, erschwert das den Schimmelsporen das Wachstum. Damit das Brot jedoch nicht austrocknet, sollte es in eine Plastiktüte gepackt werden. Der Nachteil hierbei ist, dass die Kruste weicher wird. Abhilfe dagegen schafft ein Toaster. Der sorgt zum einen dafür, dass das Brot schön knusprig wird - zum anderen reaktiviert er durch den Röstprozess die Aromen.

10. DÜRFEN PILZE UND SPINAT TATSÄCHLICH NICHT AUFGEWÄRMT WERDEN?
Diese Behauptung ist ein Mythos, der zu Zeiten ohne Kühlschrank noch seine Berechtigung hatte. Damals wurden Speisereste auf der einigermassen kühlen Kellertreppe gelagert, wo sich zwar der Käse, die Milch und der Braten ein paar Tage halten konnten - nicht aber bestimmte Lebensmittel. Falls Sie heutzutage Reste von Pilzen oder Spinat haben, sollte Sie einfach folgende fünf Regeln beachten: Schnellstmöglich abkühlen, unbedingt im Kühlschrank lagern, höchstens einen Tag aufbewahren, beim Aufwärmen mindestens die 70-Grad-Marke knacken und einmal aufgewärmte Reste nicht nochmals aufwärmen.

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