GaultMillau-Restaurant Ein Sizilianer rockt das Seefeld!

Der freundliche Sizilianer Antonio Sturiale wird draussen im Zürcher Seefeld jedes Jahr besser: hausgemachte Pasta, rohen Fisch, saftiges Pyrenäen-Lamm. Die «Quittung» vom GaultMillau: 15. Punkt, «Koch des Monats».
La zagra
© Markus Gyger

Sizilien in Zürich!. Antonio Sturiale glänzt mit Pasta und Pesce. Im Sommer gibts seine tolle Küche auch Open Air.

Der freundliche Kellner präsentiert zur Begrüssung gleich den Hauptgang, und den buchstäblich auf der Silberplatte: «Pyrenäisches Lamm. Hat Antonio heute Morgen im Ofen zubereitet. Wunderbar!» Nun, der Blick aufs «agnello» ersparte uns den Blick in die Speisekarte. Und bereut haben wir die Entscheidung nicht: Das Lamm war zart, saftig und umwerfend gut auch in der Nase. Der Carnaroli-Risotto dazu Extraklasse: Safran aus dem Tütchen zwar, aber wunderbar «all’onda». Es gibt ein paar Sachen im Leben, die können Sizilianer einfach besser.

Antonio Sturiale ist stolzer Sizilianer und beherrscht die Küche der Insel. Das zeigt sich beim «Tris di pesce crudo». Roher Schwertfisch, roher Lachs, roher Tuna, dünn aufgeschnitten, an einem kräftig-raffinierten Zitronen-Olivenöl. Dazu «Capellini d’Angelo», engelshaardünne Pasta. Auch die «Cacciucco di pesce», ein wuchtiger Fischeintopf aus Livorno, taucht immer wieder auf in der attraktiven Karte. Ein echter Sizilianer nimmt sich auch gehörig Zeit für die Pasta: Antonio bereitet die Teigwaren täglich selber zu, kombiniert sie recht ungewöhnlich. Spaghetti etwa gibts mit «Ricci di mare» (Seeigel), mit frischem Hummer oder «alle Palermitana» – mit Sardinen, Pinienkernen, Rosinen und wildem Fenchel. Wir empfehlen das «Tris»: mächtige Fleischravioli, raffinierte Gnocchi, Spinat-Ricotta-Tortelli. Angenehm und praktisch, wenn die Lust grösser ist als der Appetit: Die Pastagerichte gibts im «Zagra» auch in halben Portionen.

Alternativen zum Pyrenäen-Lamm? Das Kalbskotelett (400 Gramm!), schön saftig. Der Ossobuco «La Zagra». Oder Klassiker der italienischen Küche wie Scaloppina di vitello (Kalbsschnitzel) oder Piccata. Die gibts zwar überall. Aber selten so gut wie im «Zagra». Den Service leitet Paul Senn, «Kronenhallen»-erprobt, aufgetragen wird im Sommer auf der neuen Terrasse. Eine «Zagra»-Filiale gibts auch: «La Trattoria», im Haus nebenan.

15/20 GaultMillau-Punkten:
La Zagra Ristorante 
Seefeldstrasse 273
8008 Zürich
Tel. 044 550 40 00
Sonntag  geschlossen
www.lazagra.ch
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