GaultMillau 7 Chefs und 106 Punkte in der «Schäfli»-Küche

Wie feiert der junge Chef Christian Kuchler im «Schäfli» Wigoltingen? Er lädt die alte Garde ein und lässt die Starchefs im Ruhestand acht Gänge kochen. Fazit: Sie können es noch. 
GaultMillau-Restaurant Schäfli, Wigoltingen TG
© Marcus Gyger

Dreimal 18 Punkte! Hans-Peter Hussong, Christian Kuchler und Franz Wiget kochen in Wigoltingen TG gemeinsam (v. l.).

18-Punkte-Chef Christian Kuchler hat das wunderschöne «Schäfli» in Wigoltingen TG übernommen, wollte sich bei seinen Eltern dafür bedanken. Also lud er Weggefährten seines Vaters Wolfgang zu einem gewaltigen Sonntagsessen ein. «War gar nicht so schwierig», lacht Christian, «ein Datum hatten wir schnell; sogar die alten Säcke wissen, wie Doodle funktioniert.» Die «alten Säcke» drehen ganz schön auf: Entenleber von André Jaeger. Skrei von Hans-Peter Hussong an einer scharfen Randen-Meerrettichsauce («ja, es hat etwas Chili drin»). Spargel-Risotto von Othmar Schlegel. Zarte Koteletts von Jacky Donatz.

Höhepunkt im Menü: der Steinbutt des Schwyzer 18-Punkte-Chefs Franz Wiget, mit Chorizo, Saubohnen und einer Beurre blanc, die man literweise auslöffeln könnte! Franz, wie macht man die? «Ist doch ganz einfach. Etwas Fischfond. Etwas Alpenbutter. Etwas Rahm. Etwas Weissweinessig. Etwas Weisswein.» Alles klar?

Seniorchef Wolfgang Kuchler ist soeben von einer Wanderung auf dem Jakobsweg zurückgekommen. Sein Beitrag zum Sonntagsessen unter Freunden? Eine grossartige Ochsenschwanz-Essenz. «Die wirkt wie Doping», sagt der leidenschaftliche Velofahrer. Erst beim Dessert dürfen die «Jungen» ran. Patissier Daniel Simunic zaubert mit Thurgauer Erdbeeren, Limetten, Kokos und Tonka. Die älteren Chefs kümmern sich derweil um den «Tischwein»: Château Faugères 2007 in der Balthasar-Flasche. Inhalt: zwölf Liter.

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