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  4. Prinz Philippos heiratet: Die griechischen Royals sind keine Royals mehr

Griechischer «Prinz» hat sich verlobt

Die wahrscheinlich nächste Royal-Hochzeit ist gar keine

Nach knapp zwei Jahren Beziehung hat Prinz Philippos um die Hand seiner Nina angehalten. Die nächste royale Hochzeit wird damit in Griechenland stattfinden – doch Moment mal... Von royal kann eigentlich nicht mehr die Rede sein.

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Haben sich verlobt: Prinz Philippos von Griechenland und Nina Flohr.

Instagram/ninaflohr

Mitte Juli fand mit der Vermählung von Prinzessin Beatrice, 32, und Edoardo Mapelli Mozzi, 37, die bislang letzte royale Hochzeit in Grossbritannien statt. Wegen der Corona-Krise für einmal ohne viel Tamtam, sondern in kleinem Rahmen und familiärem Ambiente

Wer auf die beiden folgen würde, war zu jenem Zeitpunkt noch unklar. Doch nun stehen Prinz Philippos, 34, und Nina Nastassja Flohr in den Startlöchern! Der Grieche und die Tochter des Schweizer Milliardärs Thomas Flohr haben sich Anfang Sommer auf der griechischen Insel Ithaka verlobt, wie der griechische Hof bekanntgibt. «Ihre Majestäten König Konstantin und Königin Anne-Marie freuen sich, die Verlobung ihres jüngsten Sohnes HRH Prinz Philippos mit Nina Nastassja Flohr, der Tochter von Thomas Flohr und Katharina Flohr, bekanntzugeben.» Die Einzelheiten ihrer Hochzeit sollen «zu gegebener Zeit» verkündet werden.

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Auf dem Instagram-Profil der künftigen Braut geht die Ankündigung sehr romantisch zu und her. «Mein liebster Philippos», beginnt sie. «Ich liebe dich heute. Ich werde dich morgen lieben – und für immer. Du machst uns glücklicher, besser und stärker!» Vorausblickend auf die royale Hochzeit schwärmt Flohr: «Ich kann es nicht erwarten, den Rest unseres Lebens mit dir gemeinsam zu verbringen!»

Sie sind gar keine Royals

Doch Moment mal... Als «royal» dürfen die Griechen eigentlich gar nicht mehr bezeichnet werden. Denn die griechische Monarchie ist seit 1973 Geschichte. Das Königreich Griechenland? Tempi passati. 

Nachdem die Monarchie bereits zwischen 1924 und 1935 einmal abgeschafft worden war, wurde ihr Ende nach knapp 40 weiteren Jahren endgültig besiegelt. Denn der letzte griechische König Konstantin II., Philippos' Vater, ging nach einem gescheiterten Versuch, die griechische Militärdiktatur zu stürzen, bereits 1967 ins Exil. Obwohl Konstantin formell weiterhin Staatsoberhaupt blieb, regierte der damalige Generalmajor das Land. Auf 1. Juli 1973 war mit dem Hin und Her endgültig Schluss. Die Monarchie wurde abgeschafft und nach dem Ende der Militärdiktatur 1974 bei einer Volksabstimmung definitiv abgelehnt. Seither ist der griechische Adel ohne Reich.

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Können seit fast 50 Jahren nicht mehr regieren: König Konstantin II. und seine Ehefrau Anne-Marie.

Getty Images

Auf dem Papier sind Konstantin und seine Familie damit quasi normale Bürger. Selbst sehen sie sich aber nach wie vor als Royals. Sie verwenden noch immer ihre Titel, wie auch aus dem Verlobungsstatement hervorgeht. Dabei konnte Konstantin erst 2013 wieder fix nach Griechenland zurückkehren. Nach seiner Flucht ins Exil nach Rom und London hatte er zuvor nur 1981 zum Begräbnis seiner Mutter Friederike sowie 1993 für einen kurzen Halt nach Griechenland einreisen dürfen.

Mittlerweile verfügt Konstantin über einen dänischen Reisepass, der auf den Namen Constantino de Grecia ausgestellt ist. Das Vermögen seiner Familie war ihm wie sein Titel ebenfalls entzogen worden. Mittlerweile hat er es nach einer Klage am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg wieder zurückerhalten.

Eine illustre Familie

Auch wenn sie heute keine offiziellen Royals mehr sind: Die Griechen versprühen nach wie vor viel Glanz und Glamour. Was auch daran liegt, wen sie alles in ihren eigenen Reihen wissen. So entstammt auch die spanische Ex-Königin Sofia, 81, dem Adelshaus. Sie ist die ältere Schwester von Konstantin, 80, der übrigens 1960 Segel-Olympiasieger geworden ist. 

Ins Herz gesegelt ist er vor langer, langer Zeit auch Anne-Marie von Dänemark. Mit ihr ist er seit 56 Jahren verheiratet. Und auch hier gibt es Verbindungen in ein anderes europäisches Königshaus: Denn Anne-Marie, 74, ist die Schwester von Königin Margrethe von Dänemark, 80. Und auch Queen Elizabeth' Ehemann Prinz Philip, 99, ist mit der Familie verwandt. Er ist als gebürtiger Prinz von Griechenland der Neffe des früheren griechischen Königs Konstantin I., dem Grossvater von Konstantin II.

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Bestens vernetzt: Die Griechen haben in fast alle Königshäuser Europas Verbindungen. Hier plaudern sie in lockerer Atmosphäre mit Queen Elizabeth II. 

Getty Images

Noch heute glamourös

Doch die griechischen Pseudo-Royals müssen sich definitiv nicht hinter ihren ins Ausland aufgebrochenen Familienmitgliedern verstecken. Denn auch heute noch gibt es in der Familie einige illustre Aushängeschilder. Aus der Ehe von Konstantin II. und Anne-Marie von Dänemark gingen fünf Kinder hervor: Alexia, 55, Paul, 53, Nikolaos, 50, Theodora, 37, und der bald heiratende Philippos.

Alexia und Nikolaos sind beide ebenfalls schon Eltern. Alexia hat vier Kinder, ihr Bruder gar fünf. Dessen älteste Tochter Maria-Olympia, 24, wird gerne mal als «Bikini-Prinzessin» betitelt, weil sie sich wenig bekleidet sowie ihren luxuriösen Lifestyle ganz offen auf Instagram zeigt. 

Ihre Tante Theodora bewegt sich ebenfalls im Showbusiness. Sie ist mittlerweile in Los Angeles zuhause und arbeitet dort als Seriendarstellerin. Beim Künstlernamen hat sie allerdings wenig Kreativität walten lassen: Sie nennt sich Theodora Greece. 

Sie wäre wohl die Einzige, die ihrem Bruder Philippos mit der nächsten «royalen» Hochzeit noch zuvorkommen könnte. Denn eigentlich hätte die bereits Ende Mai stattfinden sollen, fiel aber wegen des Coronavirus ins Wasser. Pompös wird die Eheschliessung von Theodora mit dem US-amerikanischen Rechtsanwalt Matthew Kumar aber zweifelsohne. Wegen der vielen Verbindungen der Griechen in die Königshäuser der Welt werden namhafte Gäste erwartet. So gehen Experten davon aus, dass neben zahlreichen weiteren Royals auch Kate, William, Frederik, Mary, Felipe und Letizia auf der Gästeliste stehen dürften.

Von Ramona Hirt am 04.09.2020
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