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Fitness-Influencerin Andrina Santoro

«Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich ‹Müll› esse»

Wer als Fitness-Influencerin arbeitet, muss gezwungenermassen auch auf seine Ernährung achten. Auf welche Kost Andrina Santoro setzt, wie oft sie sich einen «Cheatday» gönnt und welchen Produkten sie abgeschworen hat.

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Fitness-Influencerin und Dessert? Auch Andrina Santoro gönnt sich ab und an eine Kalorienbombe.

Instagram/andrinafit

Andrina Santoro, du arbeitest als Fitness-Influencerin. Da ist ein gesunder, schlanker und trainierter Body Pflicht. Was tust du, um dein Körpergewicht zu halten und in Form zu bleiben?
Ich gehe mindestens viermal die Woche ins Gym und achte auf einen gesunden Lifestyle. Der Schlüssel, wie ich in Form bleibe, ist für mich, auf meinen Körper zu hören und ihm das zu geben, was er braucht. Wenn ich mal Gelüste nach Süssigkeiten oder Fastfood habe, gönne ich mir das auch. Denn das ständige Verzichten führt nur dazu, dass man Fressattacken hat.

Abgesehen vom Beruf, warum ist es dir wichtig, einen gestählten Körper zu haben?
Mir ist es an dieser Stelle wichtig zu sagen, dass ich mich nicht nur über meine körperliche Fitness und das damit verbundene Aussehen definiere. Ich gehe nicht ins Gym, um den Leuten auf Instagram zu gefallen, sondern weil es mir persönlich wichtig ist. Ich fühle mich wohler in meiner Haut, wenn ich Sport mache. Durch die Trainings fühle ich mich fitter, gesunder und auch schöner, was sich auf mein Wohlbefinden auswirkt. Der gestählte Körper ist für mich zweitrangig, aber natürlich freue ich mich, wenn ich im Spiegel die Fortschritte sehe.

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Wie gross bist du und wie viel wiegst du?
Ich bin 1,63 Meter gross und wiege 59 Kilogramm. Mein Gewicht bewegt sich seit einiger Zeit um die 60 Kilogramm rum. Ich besitze selbst aber keine Waage und daher kontrolliere ich mein Gewicht nicht regelmässig.

Wie oft trainierst du in der Woche und was für Trainings sind das?
Ich trainiere wie gesagt mindestens viermal die Woche. Zweimal davon besuche ich ein Bootcamp, das ist ein High-Intensity-Training, in dem man in relativ kurzer Zeit sehr viele Kalorien verbrennt. Diese Trainingseinheiten umfassen Kraftübungen mit Eigengewicht. Auf diese Weise bekommt man nicht nur mehr Muskeln, sondern man entwickelt auch wirklich mehr Kraft und fühlt sich dadurch fitter. Als Ausgleich mache ich ab und an auch gezieltes Krafttraining, vor allem für die Beine und den Rücken. Ein Mix aus Übungen mit Eigengewicht und Übungen mit Geräten empfinde ich für mich persönlich als am effizientesten.

Sport ist die eine Hälfte. Ein wichtiger Hebel ist aber auch die Ernährung. Wie wichtig ist Ernährung in deinem Leben?
Sehr wichtig. Ich achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, denn ich lebe nach dem Spruch «Du bist, was du isst». Was für Nahrung man seinem Körper zuführt, spiegelt sich nicht nur im Körpergewicht, sondern hat auch Auswirkungen auf Wohlbefinden, Energie und Leistungsfähigkeit eines Menschen.

«Wenn ich morgens Hunger verspüre, snacke ich gerne ein paar Nüsse und esse eine Frucht»

Wie würdest du deine Ernährung beschreiben?
Ausgewogen und gesund. Ich esse sehr viel Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte, Reis und Kartoffeln. Gerade, weil ich durch den Sport viel Kalorien verbrauche, achte ich darauf, dass ich genug Kohlenhydrate, Fette und Proteine zu mir nehme. Aus ethischen Gründen habe ich meinen Fleisch-Konsum massiv reduziert, daher setze ich mit Ausnahme von Eiern fast nur noch auf pflanzliche Fette und pflanzliche Proteine.

Wie viele Mahlzeiten nimmst du pro Tag zu dir?
Das kommt darauf an, wie mein Tag aussieht. Wenn ich morgens Hunger verspüre, snacke ich gerne ein paar Nüsse und esse eine Frucht. Da ich kein Frühstücksfan bin, kann es auch vorkommen, dass ich morgens faste und erst gegen 11.00 Uhr oder 12.00 Uhr etwas esse. Am Mittag esse ich in der Regel eine grosse Portion Gemüse mit Kohlenhydraten. Nachmittags gönne ich mir ein Müesli für zwischendurch und am Abend gibts bei mir wieder eine grosse Portion Gemüse mit Kohlenhydraten und guten Fetten.

Nach welchen Kriterien kaufst du dein Essen?
In meinem Kühlschrank findet sich immer frisches Gemüse, Hüttenkäse, Eier, Avocado und andere Früchte, Humus, Kichererbsen und Bohnen. Ich kaufe mir selbst absichtlich keine Süssigkeiten. Wenn bei mir zu Hause Schokolade oder Guetsli herumliegen, dann, weil mir das jemand geschenkt hat.

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Pasta kommt bei Andrina Santoro nicht so häufig auf den Teller. In Sachen Kohlenhydrate setzt die Fitness-Influencerin lieber auf Reis und Kartoffeln.

Instagram/andrinafit

Wenn du selber kochst, zählst du dann vorher die Kalorien?
Heute nicht mehr. Früher habe ich alle meine Kalorien getrackt. Aber seit einigen Jahren esse ich nur noch nach Gefühl. Ich wiege mein Essen nicht mehr ab und esse einfach so lange, bis ich satt bin.

Hat es Light oder Zero-Produkte in deinem Kühlschrank. Was hältst du von solchen Produkten?
Früher war ich ein richtiger Light- und Zero-Junkie! Ich war süchtig nach Cola Zero und all diesen Ersatzsüssstoffen. Eines Tages habe ich aber wie den Schalter umgelegt und seither sagen mir diese Light- und Zero-Produkte nichts mehr. Es kommt ganz selten vor, dass ich mal ein Red Bull Sugarfree trinke, aber das wärs dann. Im Allgemeinen gilt für mich bei diesen Produkten das Gleiche wie bei den zuckerhaltigen Originalen: Wenn man sie im Übermass konsumiert, tun sie einem nicht gut.

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Früher war Andrina Santoro ein Light- und Zero-Junkie! Heute sagt sie sich: Wenn schon Zucker, dann richtig.

Instagram/andrinafit

«Ich bin kein riesen Restaurant-Fan, weil man nie weiss, was für Zutaten genau im Gericht drin sind»

Wie oft isst du im Restaurant?
In letzter Zeit war ich häufiger auswärts essen, als ich es gewohnt bin. Das lag an den vielen Geburtstagsessen von Freunden und Familienmitgliedern. Im Allgemeinen bin ich kein riesen Restaurant-Fan, weil man nie weiss, was für Zutaten genau im Gericht drin sind. Daher koche ich lieber selber. Aber klar, ab und an chic essen zu gehen, ist schon auch toll.

Am vergangenen Montagabend hast du dir nach dem Bachelor-Public-Viewing im Mc Donald's Pommes und ein Stück Kuchen im Club Mascotte gegönnt. Wie fühlst du dich, wenn du «Müll» isst?
Ich hatte an jenem Abend leider nicht mehr genügend Zeit, um mir selbst etwas zu kochen, deshalb musste ich auf Fastfood ausweichen. Ich war so hungrig, da habe ich einfach zum nächstbesten Essen gegriffen. Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich «Müll» esse. Ich ernähre mich ja nicht jeden Tag so und wenn es mal zwei bis drei Tage hintereinander vorkommt, ist das auch kein Weltuntergang. Wegen solchen Ausnahmen werde ich nicht gleich fett.

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Erwischt! Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic filmte Fitness-Influencerin Andrina Santoro beim Pommes essen.

Instagram/zaklina_djuricic

Dein Mc Donald's Ausflug war zu später Stunde. Hast du kein schlechtes Gewissen, abends noch eine Kalorienbombe reinzuhauen?
Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen deswegen. Am Schluss des Tages zählen die Kalorien, die man zu sich nimmt und nicht wann. Klar, man sollte abends nicht regelmässig kurz vor dem Schlafengehen noch mega viel reinhauen, denn es kann sein, dass man danach nicht mehr so gut schlafen kann, weil der Bauch mit Verdauen beschäftigt ist. Für gewöhnlich mache ich mir zum Nachtessen eine Gemüse-Reis-Pfanne und damit lebe ich gut.

«Ich würde eher zur Pizza als zur Schokolade greifen»

Wie oft gönnst du dir einen «Cheatday», einen Tag wo du zu Fastfood oder Süssigkeiten greifst?
Nicht so oft. Das ist aber sehr von meinen Gelüsten abhängig. Seit ein paar Monaten habe ich mehr Lust auf Salziges. Das heisst, ich würde eher zur Pizza als zur Schokolade greifen. Es kommt vor, dass ich mir bis zu dreimal die Woche Fastfood oder etwas Süsses gönne.

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Wenn keine Zeit zum Kochen bleibt, der Hunger aber gross ist, kauft sich Andrina Santoro zur Not auch Fastfood.

Instagram/andrinafit

Wie oft trinkst du Alkohol und was für Getränke sind das?
Das ist sehr unterschiedlich. In letzter Zeit waren wir häufiger weg. Wenn ich im Ausgang bin, trinke ich zumeist nur ein Bier oder einen Cocktail. Ich mag das Gefühl nicht, beschwipst zu sein. Im Durchschnitt trinke ich zweimal die Woche Alkohol. Es gibt aber auch Monate, in denen ich gar keinen Alkohol trinke.

Böse Zungen behaupten, alle Fitness-Influencer seien essgestört. Was sagst du dazu, ist an dieser Aussage etwas Wahres dran?
Ich weiss genau, worauf diese Leute anspielen. Wer in Extremen lebt, läuft früher oder später in eine Essstörung rein. Ich habe das zu meinen Spitzenzeiten selbst erlebt, als ich an Bodybuilding-Wettbewerben teilgenommen habe. Damals dachte ich andauernd an mein Essen und führte über jeden einzelnen Krümel Buch. Inzwischen habe ich eingesehen, dass mein damaliges Verhalten krankhaft war. Ich will nie mehr wieder so leben. Den Fitness- und Ernährungswahn habe ich hinter mir gelassen, heute ist es einfach eine Leidenschaft ohne viel Druck. Meine Tätigkeit als Fitness-Influencerin ist nur eine Facette von mir. Als Person Andrina habe ich noch viel mehr zu bieten.

Von Sarah Huber am 17.11.2019
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