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Eigentlich wollte Jan Oliver strassenmusizierend durch Europa ziehen. Im März 2020 war das grosse Abenteuer dann in der Algarve coronabedingt zu Ende. Doch der ehemalige Mister Schweiz liess den Kopf nicht hängen. Er tüfelte weiter an neuer Musik. Unter anderem entstand dabei ein Lied in Mundart. Dieses reichte er beim Kulturförderporjekt «Open Stage» von Swisscom blue ein. Youtube
Jan Oliver Bühlmann buhlt um Kulturföderpreis

«Ich hatte Existenzängste»

Vor genau zwei Jahren gewann Jan Oliver Bühlmann die SRF-Tanzshow «Darf ich bitten?». Kurz darauf brach er gemeinsam mit seiner Freundin Sarah auf, um im Camper durch Europa zu reisen und Strassenmusik zu machen. Corona machte schliesslich auch ihnen einen Strich durch die Rechnung. Jetzt meldet sich Jan Oliver mit neuer Musik zurück – und hofft auf ein Kulturförderprojekt.

Der Plan, strassenmusizierend durch Europa zu ziehen, fiel bereits am Anfang buchstäblich ins Wasser. Die ersten beiden Monate im Sommer 2019 verbrachten Musiker Jan Oliver, 33, und seine Freundin Sarah Kappeler, 33, in Schottland – «und es schiffte die ganze Zeit durch!», erzählt Jan. Im Herbst zog das Paar, das sich als Musiker-Duo «Two And The Moon» nennt, weiter nach Frankreich. Von dort aus reisten Sarah und Jan dann tatsächlich musikmachend im Camper der Küste entlang bis nach Portugal.

 

Jobs als Velokurier und Klavierlehrer

Im März 2020 war das grosse Abenteuer dann in der Algarve coronabedingt zu Ende. Jan: «Wir hatten die Wahl, auf einem der sowieso schon total vollen Campingplätze auszuharren, oder das Land zu verlassen. Also fuhren wir nach Hause.»

Nach dem Lockdown widmet sich der ehmalige Mister Schweiz zwei Musical-Projekten, die beide verschoben werden. «Als Musiker kennt man zwar das Gefühl der finanziellen Ungewissheit», sagt er. «Trotzdem: Ich hatte Existenzängste, bis ich zum Punkt kam, an dem ich mich fragen musste, wie es weitergeht.» Jan jobbt als Velokurier, gibt Klavier-, Gesangs- und Songwriting-Unterricht. Und fängt wieder an, Musik zu komponieren. Aber mit dem Songschreiben geht’s nicht so vorwärts, wie geplant. «Ich merkte, dass ich allein sein muss, um in die Materie eintauchen zu können», so der Musiker.

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Über eine Bekannte hat er die Gelegenheit, in einer abgelegenen Finca auf Ibiza zu wohnen. Also packt er sein Musikstudio in seinen Camper und düst los. Seit zehn Wochen tüfelt er nun auf den Balearen an neuer Musik. Unter anderem entstand dabei – untypisch für den Luzerner, der sonst auf Englisch singt – ein Lied in Mundart.

Dieses reichte er beim Kulturförderporjekt «Open Stage» von Swisscom blue ein, mit denen Kulturschaffende gefördert werden. Und Jan Oliver schaffte es tatsächlich ins Finale der Sparte Musik. Die besten Beiträge werden nicht nur auf blue Zoom und als Vorfilm in den Kinos von blue Cinema gezeigt, sondern werden auch mit 15'000 Franken ausgezeichnet. «Damit könnte ich mein Album, oder zumindest einen Teil davon, finanzieren», so Jan. Am 24. April stehen die Sieger fest.

Aus Chaos entsteht Ordnung

So kann Jan Bühlmann dem vergangenen Jahr auch etwas Positives abgewinnen: «Es hat mir gezeigt, wie wichtig gute Freunde und ein guter Austausch ist. Man schätzt viel mehr, was man vorher als selbstverständlich empfand. Schlussendlich hat es die, die wirklich wichtig sind, noch näher zusammengebracht.»

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Zum Beispiel Jan und Sarah. Die nächsten zwei Wochen reisen sie noch durch Ibiza, dann kehren sie zurück in die Schweiz. Wie es dann weitergeht, steht noch in den Sternen. «Im Moment ist ein Musical im Herbst geplant, das andere nächstes Jahr. Ich habe also massenhaft Zeit, mich meiner Musik zu widmen», sagt er. Einen ersten Vorgeschmack gibt es schon mal: «Chaos And Order» heisst der erste Song seit sechs Jahren, den es von Jan Oliver gibt.

«Es geht darum, dass aus jedem Chaos natürlicherweise irgendwann wieder Ordnung entsteht», erklärt er. «Zwar sind Sarah und ich einander sehr ähnlich, aber auch in unserer Beziehung herrschen manchmal chaotische Zeiten. Vom momentanen Chaos in der Welt müssen wir gar nicht erst sprechen. Umso mehr soll der Song Mut machen: Irgendwann kommt immer die Ordnung zurück. Darauf vertraue ich.»

Von Sandra Casalini am 01.04.2021
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