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  4. Judith Rakers verpasst «Tagesschau»: Auch beim SRF gab es Pannen

Verschlafen, vergessen, verplant

Wenn TV-Moderatoren ihre eigene Show verpassen

Die deutsche Moderatorin Judith Rakers verpasste am Mittwoch ihren TV-Auftritt wegen eines Staus. Auch einige Schweizer TV-Gesichter haben schon mal einen Dienst verpasst – weil sie ihn vergessen und verschlafen haben oder sich vertreten lassen mussten. Wir zeigen eine Auswahl an Gründen, weshalb SRF-Moderatoren ihren Sendungen ungewollt ferngeblieben sind.

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Hat seinen Einsatz schon mal verschlafen: Sascha Ruefer.

SRF/Oscar Alessio

Eigentlich hätte die deutsche «Tagesschau»-Moderatorin Judith Rakers, 44, am Mittwochabend bei der TV-Show «Früher war alles besser» mitgemacht. Doch daraus wurde nichts: Die Moderatorin stand unfassbare zehn Stunden im Stau! Auf dem Weg von Hamburg nach Hannover sei es passiert, erklärte sie gegenüber «Bild». «In der Nähe von Walsrode gerieten wir in den Stau. Dass daraus über zehn Stunden werden sollten, konnte niemand ahnen.» 

Wegen eines 28-Hektar-Waldbrandes am Rand der Autobahn wurde die Strasse gesperrt. Von 17.30 Uhr bis um halb vier in der Früh, als der Stau von hinten aufgelöst wurde, ging gar nichts mehr. Auch Rakers nicht ins Fernsehstudio. «Die Sendung, zu der ich mich auf den Weg gemacht hatte, fand wegen des Staus ohne mich statt.»

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Hatte für einmal nicht viel zu lachen: «Tagesschau»-Moderatorin Judith Rakers stand über zehn Stunden lang im Stau. 

WireImage

Rakers nimmt das Malheur locker. Die Stimmung sei «ziemlich gut» gewesen, erklärte sie – auch wenn sie nach dem Stau an der nächsten Raststätte «zwei Orte intensiv besucht» hätten: «Die Toilette und die Theken mit den Frikadellen!»

Die Deutsche ist derweil längst nicht die Einzige, die ihre eigene Sendung verpasst hat. Auch im SRF-Universum sind schon einige Pannen passiert, die die TV-Gesichter live oder im Vornherein vom Moderieren abgehalten haben...

Sascha Ruefer verschläft

Im Sommer 2015 hätte SRF-Sportmoderator Sascha Ruefer, 48, eigentlich den Fussball-WM-Frauenfinal zwischen Deutschland und den USA kommentieren sollen. Doch dazu kommt es nicht: Weil die WM in Kanada stattfindet, hätte Ruefers Einsatz in der Nacht stattgefunden. Und was macht man da eigentlich? Richtig, schlafen! 

Die Erklärung für Kollege Paddy Kälins verzweifeltes «Sascha Ruefer wird vermisst!» war denn ziemlich simpel: Der Solothurner hat seinen Dienst verschlafen. «Es gab ein Missverständnis mit dem Arbeitsplan», erklärte eine Sprecherin am Tag danach. «Sascha Ruefer hat gemeint, er müsse den zweiten Halbfinal in der Nacht auf Donnerstag kommentieren und hat schon geschlafen.» Gut für Ruefer: Sein Kollege Kälin sprang kurzerhand für ihn ein. 

Boesch wurde schwarz vor Augen

Ruefer stand derweil auch schon mal auf der anderen Seite des Malheurs. «Tagesschau»-Sprecherin Cornelia Boesch, 45, nahm ihren Dienst an einem Sonntag im Januar 2015 zwar wahr, konnte ihn allerdings nicht zu Ende bringen: Während einer Live-Schaltung wurde ihr schwarz vor Augen. Das Unwohlsein sei plötzlich aufgetreten, erklärte eine SRF-Sprecherin gegenüber «News».

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Konnte einst eine Sendung nicht mehr weiterführen: Cornelia Boesch.

Geri Born

Ruefer war zu jenem Zeitpunkt ebenfalls im Studio anwesend, um zum Ende hin ein Sport-Update zu liefern. Das tat er auch, allerdings verfrüht. Der Rest der «Tagesschau», den Boesch präsentiert hätte, entfiel – zum ersten Mal in der über 60-jährigen Geschichte. Es könne sich niemand daran erinnern, dass dies schon mal geschehen sei, sagte die SRF-Sprecherin. 

Franz Fischlins Missgeschick

Auch Boeschs Kollege Franz Fischlin, 57, musste sich bereits für die Moderation abmelden. Im Mai dieses Jahres hat er sich beim Haushalten verletzt und musste für zwei Sendungen passen. Andrea Vetsch, 45, und Boesch übernahmen kurzerhand.

Wie er sich die Schramme zugezogen hatte, wollte Fischlin zunächst nicht verraten. Später erklärte er gegenüber «Blick»: «Es war eigentlich etwas recht Banales. Es kam mir beim Räumen eine schwere, metallbeschlagene Kiste entgegen, die unbedingt meine Stirn küssen wollte.»

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Zwei Tage nach dem Unfall steht Fischlin wieder vor der Kamera. Eine Wunde ziert noch seine Stirn.

Screenshot SRF

Allzu schlimm war die Blessur allerdings nicht. Zwei Tage nach seinem Missgeschick stand er mit einem Kratzer auf der Stirn wieder vor der Kamera.

Einsatz verpasst

Das klassische Sonntagabend-Programm auf SRF 1 wird am 7. Februar 2016 ordentlich durcheinandergewirbelt. Statt «Tagesschau», «Meteo» und «Tatort» gibt es den Tatort Meteo in einem: Denn wo eigentlich das Wetter präsentiert werden sollte, sehen die Zuschauenden zunächst einen roten Bildschirm und den Hinweis, dass es gleich weitergeht. Das tut es auch – aber mit einer Wiederholung.

Der Grund für den Ausfall: Moderator Christoph Siegrist hat seinen Auftritt verpasst und es «nicht rechtzeitig aufs Dach geschafft», wie er später twittert. «Tut mir sehr leid.» 

Ins Aus geradelt

Eine Verknüpfung unglücklicher Zufälle sorgt im Oktober 2019 dafür, dass eine Vertretung die Vertretung des Moderators bei der «Rundschau» übernimmt. Wie? Noch einmal: Eigentlich wird die Politik- und Wirtschaftssendung von Dominik Meier, 41, moderiert. Weil der zu jenem Zeitpunkt im Ausland weilt, ist seine Vertreterin Nicole Frank, 45, für die Moderation der Sendung am 2. Oktober vorgesehen.

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Doppeltes Pech: Sowohl Hauptmoderator Dominik Meier als auch Nicole Frank fielen Anfang Oktober 2019 aus.

SRF/Peter Mosimann

Doch kurz vor der Sendung stürzt Frank mit dem Velo. «Ich war mit dem Bike unterwegs auf einem Waldweg, habe schlicht einen Wurzelstrunk übersehen und bin gestürzt», sagte sie zu «Blick». Obwohl sie einen Velohelm trug, erlitt sie eine Gehirnerschütterung, Schürfungen im ganzen Gesicht und quetschte sich die Rippen, woraufhin sie eine Woche krankgeschrieben wurde. «Daher hat es für die Sendung nicht gereicht.» Als Ersatz sprang Fiona Endres ein, die normalerweise nur hinter der Kamera für die «Rundschau» tätig ist.  

Niemand im Studio

Heute ist er Präsident des FC St. Gallen. Bis 2017 aber ging Matthias Hüppi, 62, im Leutschenbach ein und aus und war als Moderator unter anderem im «Sportpanorama» zu sehen und als Kommentator von Ski-alpin-Übertragungen zu hören. Am Mikrofon von Radio SRF 1 hingegen war er eigentlich nicht eingeplant – bis zum 1. April 2014.

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Seit 2018 ist er Präsident beim FC St. Gallen. Zuvor war Matthias Hüppi 36 Jahre lang beim SRF tätig – am 1. April 2014 auch als Radiomoderator.

David Biedert

An jenem Tag wurde der TV-Liebling von Sven Epiney, 48, in aller Früh zum Gespräch geladen. Doch plaudern konnte er nur mit sich allein: Epiney war schlichtweg nicht da! Als Hüppi ihn zu erreichen versuchte, erwischte er ihn im Bett. Eine «Dispo-Panne» soll schuld daran gewesen sein, dass Epiney noch schlaftrunken war und sein eigentlicher Gast kurzerhand selber die Moderation übernahm – und das äusserst souverän. April, April! Später am Tag erwischte es auch noch Schriftsteller Pedro Lenz, 55, und Cornelia Boesch.

Ein schöner Aprilscherz, den sich die SRF-Redaktion da ausgedacht hat. Fand auch die Hörerschaft, die auf der SRF-Webseite vom neuen Moderationsgspändli für einen Tag schwärmte. «Erfrischend» sei Hüppi gewesen und die Aktion ein «wirklich gelungen». Eine Zuhörerin hätte für den Einsatz des langjährigen Sportjournalisten gar noch eine weitere Pendelstrecke in Kauf genommen. «Schade, ist mein Arbeitsweg nicht länger», schrieb sie. «Ich hätte noch lange zuhören können!»

Von Ramona Hirt am 14.08.2020
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