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  4. Justin Bieber und sein Moustache: Ein neuer Look fürs neue Album

Vom Eigenleben des Bieber'schen Schnauzers

Justins Pornolook ist ein genialer Befreiungsschlag

Justin Bieber ist spät dran mit der Sportbrille, paart sie mit ungewaschenem Haar und einem Schnurrbart namens Ricardo, der sich wiederum mehr als gewaschen hat, und zieht selten die Hotel-Slipper aus. Ist der neue Look so «Yummy» wie die aktuelle Single? Während vermehrter Schmuddel-Konsens besteht, glauben wir: Bieber feuert eine glühend heisse Pop-Emanzipation in die Welt.

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Der Typ neben Justin ist @dudewithsign, ein 4.9 Millionen Follower-schwerer Dude, der auf Instagram Schilder hochhält.

GC Images

Ricardo liebt seine Fans. Dabei ... hat Ricardo kaum Fans. Ricardo ist umstritten, Ricardo polarisiert. Viele finden Ricardo hässlich, viele verstehen seine reine Existenz nicht. Gegen Ricardo wurde öffentlich protestiert. Von einem Typ, der hauptberuflich Pappschilder mit Forderungen hochhält. 4,9 Millionen sahen den krakeligen Befehl auf Instagram, man möge Ricardo doch entfernen. Ohne «bitte», ohne ein Lächeln. Ricardo ist Justin Biebers bester Freund – aus braunen Gesichtshaaren. 

Dürfen wir vorstellen: Ricardo, the Mustashio

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... las man bereits am 30. Januar auf Justin Biebers Insta-Account. «Mein Schnauz, mein Leben, komm damit klar. Haha» ist eine Kampfansage. An alle Hater, die Ricardo nicht mehr sehen wollen, an @dudewithsign. Nun ist die Sache mit dem Typ mit dem Pappschild natürlich nicht ganz zufällig geschehen, es gibt nämlich ein zweites Foto, auf dem der per Karton nach JBs neuem Album fragt. Und dieses Mal blockt Justin nicht ab, sondern gibt das Erscheinungsdatum seines neuen Werks bekannt (14. Februar übrigens). Wurde Ricardo von Justin instrumentalisiert? Ist Ricardo nur ein Marketing-Gag? Ein künstlicher Aufreger? Ist Ricardo nicht real?

Tatsächlich ist Ricardo nicht das einzige Tool, das den Leuten nicht gefällt. Justin trägt neuerdings mit Vorliebe Velobrillen und goldene Sehhilfen zu verwaschen blondem Haar, die ihn aussehen lassen, als würde er sein früheres Ich in einen Kleintransporter locken wollen.

Ricardo sagt «F***t euch alle, f***t Justins altes Leben!» Denn das war oft nicht schön, die Karriere als hübscher Posterboy hat der 25-Jährige nicht ertragen. Mit Dreizehn hat er zum ersten Mal Marihuana geraucht, dann kam das härtere Zeug dazu, wie wir in seiner YouTube-Doku «Justin Bieber: Seasons» erfahren. Es gab Rückfälle. Aber dann kam Ehefrau Hailey. Und Schnauzbart Ricardo. Und mit denen eine Reinwaschung.

Der neue Justin ist ein «absoluter Hunter S. Thompson»,

so seine Stylistin Karla Welch zum The New Yorker Magazine. Sie war es, die ihm die Jogginghosen und Hawaiihemden anzog. Ihn die Hotel-Slipper und Socken in den Adiletten tragen liess. Als Vorbild für den Look diente Hunter Stockton Thompson, ein US-amerikanischer Schriftsteller und der Autor von «Fear and Loathing in Las Vegas», der im Grunde aussah wie eine Real-Life-Version von Johnny Depp in der gleichnamigen Verfilmung. Karla Welch hat dem immerwährenden Kinderstar mit viel Schlabber Ecken und Kanten verliehen. Inzwischen ist nichts von-Hollywood-glatt-Gebügeltes mehr zu sehen.

Da ist plötzlich Leben an diesem Jungen. Ein trauriges, weil verlottertes – aus den polierten Fugen geratenes. Man sieht, dass er etwas durchgemacht hat und das steht ihm. Der überspitzte Trash seines Looks lässt ihn sich vom Poster-Dasein abgrenzen. Und uns gefällt das. Sehr ♡

Ricardo spaltet Nationen wie Redaktionen

Nun kann man von Justin Biebers Musik halten, was man will. Als «Yummy» am 3. Januar 2020 released wurde, fanden das erst mal alle bescheiden. Eintönig und so. Die Autorin hielt vorerst den Mund, denn sie kennt Justins Potenzial schliesslich seit Anbeginn seiner Karriere. Inzwischen kreischt jedes Redaktionsmitglied «Yeah, you got that yummy, yum», wenn es darum geht, alle zum Wippen zu bringen. Und was den Look des Kanadiers angeht, werden inzwischen auch die rot, die erwachsene Männer gut finden.

Wer Ricardo the Mustashio asozial und schmuddelig findet, hat rein gar nichts verstanden. Weil der neue, optisch vermeintlich gemeingefährliche Mülltonnen-Justin die heisseste Version ist, die er je sein durfte – vielleicht, weil er endlich kein Wunderkind mehr sein muss.

Einen letzten Schuss Yummy zum Schluss. Bitte, danke.

Von Linda Leitner am 11.02.2020
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