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An Masken, Brillen, Handys ...

Wie uns ein Leben in Ketten Sicherheit gibt

Es scheint, als hinge unser Leben am seidenen Faden. Die Brille und neuerdings der Mundschutz baumeln lifestylig um den Hals, das Handy an der bunten Kordel ist die neue Mini-Bag. Alles wird derzeit umgeschnallt. Aus Angst? Vom Verlorensein als Trend.

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Sicherheit wird neuerdings gross geschrieben.

Instagram/bysecondwind

Pandemie, Klimawandel, politische Situation und eine Gesellschaft, die vermeintlich entschleunigt immer weiter Gas gibt – der Mensch hat es heutzutage nicht leicht. Da prasselt viel auf einen ein, man muss viel leisten. Und sich nebenbei noch mit Glow im Zen suhlen. Es gibt ein Alles, aber kein Nichts. Man soll alles im Griff haben und nie sein Ziel aus den Augen verlieren. Generell sollte man niemals verlieren. Und wenn, dann ist es eine Chance.
Es soll ja Menschen geben, die ständig ganz viel verlieren – im Sinne von verbummeln. Schlüssel und Portemonnaies sind die Klassiker. Damit die nicht mal hier, mal da aus Taschen purzeln, kettet man sie an. Wer kennt sie nicht, Männer und Jungs mit der Silberkette am Po. Davon kann man halten, was man will, ihr Geld aber ist dort sicher. Ob das ein Accessoire ist, das sich irgendwann wieder aufbäumt, sei dahingestellt – was aber feststeht, ist die Tatsache, dass die Schlüsselkette an jedem wohlsortierten Hipsterhals zu finden ist. Diese jungen Boys and Girls wirken ja eh meist irgendwie kreativ zerstreut, das Schlüsselband aber sagt: «Keine Sorge, ich bin strukturierter als ich aussehe. Mein Rennrad krieg ich noch immer durch die Wohnungstür.» Aber warum hat man denn so viel Angst vorm Verlieren? Soll man die permanente Überforderung schlicht nicht sehen und so überblendet man sie optisch durch das An-den-Körper-Heften essenzieller Gegenstände? Geben sie uns Halt?

Die Hände frei für den perlenverzierten Virus

Mit Brille, Handy und Maske ist das anders. Die könnte man zwar auch verlegen, aber sie gelten eher als Gebrauchsgegenstand statt als Essential. Das mobile Endgerät ist überlebenswichtig und Endgegner zugleich. Man predigt Detox, soll aber doch ständig erreichbar sein. Immer greifbar. Hängt das Handy an der Kordel um den Körper, dann ist es stets zu Diensten, ja zuhanden, aber man hat dennoch die Griffel frei fürs echte Leben. Um Dinge anzupacken, die man online geplant hat. Die bunte Schnur erlaubt es uns, in rasender Geschwindigkeit durch beide Universen zu sausen. Apropos «überlebenswichtig und Endgegner»: Die Schutzmaske schirmt uns ab, nervt aber gewaltig. Da liegt es nahe, ihr eine neue Aufgabe zu geben, ihr endlich Ketten anzulegen. Wie die Brille kann sie abgenommen um den Hals baumeln – an einem Geschmeide aus Perlen, bunten Steinchen oder güldenen Gliedern. Und plötzlich ist sie chic. Ein Lifestyle-Accessoire. Etwas, das zum Look gehört. Etwas, mit dem man ganz klar nicht verliert. Weil man ganz klar signalisiert, dass einem nichts verloren geht.

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Von lei am 01.09.2020
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