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  4. Top Surfspots der Schweiz: Wo man hierzulande surfen und sich wie ein Surfergirl fühlen kann – trotz fehlendem Meerzugang

Keine Kohle für Ferien?

Die Schweiz ist kein Grund, nicht zu surfen

Viele Menschen machen sich jedes Jahr auf die Suche nach der perfekten Welle. Sie reisen nach Kalifornien, Costa Rica, Bali, Island und an die Ostsee. Überall walzen Wellen anders, sie klingen unterschiedlich und haben eine eigene Härte. Und es gibt sie selbst in der Schweiz – dank einer aktiven Surferinnen-Community hat man auch hierzulande Möglichkeiten, dem Landlocked-Gefühl zu entkommen. Die schönsten Seen und Projekte dazu folgen.

surfer girl sitting in ocean on surfboard underwater shot

Die edle Sucht: Wellen lesen lernen, Körper und Geist in Einklang mit der Macht des Wassers bringen, ist mehr als Sport.

Getty Images

Surfen hat für mich (die Autorin) diese magische Anziehung, seit ich zum ersten Mal «Gefährliche Brandung» gesehen habe. In dem Film aus den Neunzigern unterwandert der FBI-Agent Johnny Utah (gespielt von Keanu Reeves) eine kriminelle Surfer-Bande, angeführt vom charismatischen Bodhi (gespielt von Patrick Swayze).

Mit seinen sonnengebleichten Locken und seinem Dreitagebart war der Dirty-Dancing-Star kaum wiederzuerkennen. Wenn dieser Bodhi mal keine Bank ausraubt, um sein Surferleben zu finanzieren, ist er auf der Suche nach der perfekten Welle. Am Ende kann sich nicht mal Agent Johnny Utah der Magie des Surfens entziehen.

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Surfen – warum sollte ich?

In einer Lieblingsszene ist Johnny gerade surfen, als die Frau, in die er verliebt ist, zu ihm sagt: «Normalerweise hast du so einen verbissenen Blick, als ob das hier alles ein Schulprojekt ist oder so ... Und schau dich jetzt an, der Ausdruck ist weg ... du siehst fast glücklich aus!» Johnny hatte für einen kurzen Moment die Freiheit erlebt, nach der er sich gesehnt hatte. Wenn Surfen so etwas mit einem macht, dachte ich, dann will ich das auch können.

Und wo kann ich?

Dieser Moment ist tatsächlich magisch. Er macht süchtig. Den will man öfter, als der eine Sommerurlaub vielleicht hergibt. Man will ihn im Winter. Und man kann das alles haben. Ohne die Schweiz zu verlassen. Denn es geht anderen glücklicherweise ähnlich. Und die haben sich was einfallen lassen, damit man mehr als einmal pro Jahr Wellenreiten kann.

1. Künstliche Wellen

Alaïa Bay. In dem 13000-Kubikmeter-Becken mitten in den Schweizer Alpen (VS) kann man jetzt surfen, so oft man will, ohne das Land zu verlassen. In der Mitte des diamantförmigen Pools wird im Inneren einer langen Maschine, deren Dach an ein Gewächshaus erinnert, das Wasser in Bewegung gesetzt. Bis zu 1000 Wellen in einer Stunde sind möglich. Sie kommen mit einer Präzision, die man in der freien Natur fast nie findet, eine nach der anderen, gleiche Höhe, gleiche Geschwindigkeit, gleiche Kraft.

Flusswelle BremgartenAuf der Welle in Bremgarten (AG) nutzt man die Strömung, um auf der Reuss zu reiten. Flusssurfen ist eine Abwandlung des klassischen Wellenreitens. Das Bewegungsschema wird dabei von einer sich bewegenden Welle auf eine stehende Welle übertragen. Anders als in einer Brandungswelle bewegt sich der Surfer oder die Surferin nicht vorwärts, sondern fährt sozusagen «auf der Stelle». Das zum Wellenkamm hochfliessende Wasser schiebt das Board nach oben, und die Schwerkraft lässt einen zum Wellental gleiten.

2. Wakeboard-Lifte

Schali Lago by CERVO Zermatt. Ein kleiner Bergsee mitten in den Bergen, nur wenige Minuten von Zermatt entfernt. Trotzdem stellt sich hier ein Gefühl von Strandferien ein. Seine Füsse in den Sand grabend, kann man Pommes mit Trüffelöl speisen, während die Wakeboarder über das türkis schimmernden Wasser schiessen. Wer sich auch von dem Bügellift übers Wasser ziehen lassen möchte, kommt am besten gleich, wenn dieser öffnet und listet seinen Namen auf der Schiefertafel auf. Tägliche Updates über den Öffnungsstatus werden in der Instagram Story gepostet.

Crans-Montana. Hier gibt es einen ganzen Wakeboard-Park. Man kann mit Wakeboard, Wakeskate, Kneeboard, Wasserski und Schwimmreifen über den Bergsee Etang Long fetzen.

3. Adressen to Follow

Surfgirlsclub. Bei @marinainthemountains findet sich ein Haufen Wanderinspiration. Aber die Schweizerin hat auch den «Surf Girls Club» gegründet. Es geht dabei darum, Tipps auszutauschen, um Inspiration – und darum andere «Water Souls» zu finden. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich für euch Mind Sisters am 20. August bei einem Brunch im Zürcher Restaurant kasa. kaisin.

Oy surf. Eigentlich ein nachhaltiges Sportmodelabel aus der Schweiz, aber wie beim Surfen selbst, verbirgt sich dahinter viel mehr. Eine ganze Community, ein Lifestyle. Auf Instagram von Oy sieht man Bilder von fernen Stränden, Frauen mit vom Salzwasser verklebten Haaren – die Oymaids. Surferinnen aus der ganzen Welt gehören dazu. Regelmässig nutzt Mitgründerin Zelia Zadra diese Connections und bringt Surf- und Yoga-Interessierte zusammen, veranstaltet Yoga-Retreats (der nächste findet im Oktober und in Graubünden statt) und Surf-Wochen in Portugal (hier anmelden für Oktober-November). Girls only. 

Von Rahel Zingg am 4. August 2022 - 16:03 Uhr
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