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Mikrobiologin warnt vor Hausstaub

Um Himmels Willen! Diese Staubfallen sind unsichtbar

Laut einer aktuellen Studie wird oft erst dann geputzt, wenn Staub und Schmutz deutlich zu sehen sind. Ein Grund zur Besorgnis, warnt Mikrobiologin Monika Stuczen.

Morning light shining onto an unmade bed with shite sheets

Im Bett sieht man den Staub nicht. Fies.

Getty Images

Noch nie haben wir so viel Zeit zu Hause verbracht wie in den vergangenen Jahren. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO halten wir uns 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen auf. Steigt damit auch unser Bedürfnis nach mehr Sauberkeit in unserem Zuhause? In seiner jährlichen globalen Global Dust Study hat Dyson Putzverhalten und Putzgewohnheiten untersucht und dazu 12.309 Menschen aus elf Ländern auf der ganzen Welt befragt.

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Wie putzen unsere Nachbarn?

95 Prozent der Menschen gab demnach an, genauso viel, wenn nicht sogar mehr zu putzen als im letzten Jahr, um sicherzustellen, dass ihr Zuhause ein sauberer und gesunder Ort bleibt. Während 23 Prozent der Italiener und 25 Prozent der Franzosen täglich ihr Zuhause reinigen, tun dies nur 11 Prozent der Deutschen, dafür reinigen 45 Prozent der Deutschen ein- bis zweimal wöchentlich ihr Eigenheim.

Allerdings sind 44 Prozent der Befragten demnach nur dann zum Putzen motiviert, wenn ihre Wohnung staubig ist oder wenn es sichtbaren Staub und Schmutz auf dem Boden gibt, verglichen mit 33 Prozent im Jahr 2020. «Es ist ein Grund zur Besorgnis, wenn Menschen nur dann putzen, wenn sie sichtbaren Staub auf den Böden entdecken», warnt Monika Stuczen, Mikrobiologin bei Dyson. Viele Staubpartikel seien mikroskopisch klein. «In der Tat ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Hausstaubmilben in ihrer Wohnung befinden, wenn Menschen sichtbaren Staub in der Wohnung entdecken.»

Partikel sind für das blosse Auge unsichtbar

Neben Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen finden sich im Hausstaub auch Hautschuppen, Bakterien, Viren, Schimmelpilzsporen und Hunderte weitere Partikel. Oft sind diese Partikel für das blosse Auge unsichtbar und können sich auf verschiedenen Oberflächen im Haus verteilen, zum Beispiel auf Böden, Sofas und Betten.

Der beste Weg, Staub zu bekämpfen, besteht darin, ihn vollständig aus dem Haus zu entfernen. Laut der Studie wird ein feuchtes Tuch von 67 Prozent der Besitzer als das beste Reinigungsmittel angesehen, wobei der Staubsauger mit 66 Prozent knapp dahinter liegt.

Feuchtes Tuch oder Staubsauger?

«Ein feuchtes Tuch zur Reinigung von Oberflächen zu verwenden, ist in Ordnung, aber die Reihenfolge der Reinigungswerkzeuge ist wichtig. Wenn Sie den Staub auf den Böden anfeuchten - selbst den für das blosse Auge unsichtbaren Feinstaub - könnten Sie einen Lebensraum schaffen, der die Vermehrung von Hausstaubmilben und Schimmel begünstigt», erklärt Stuczen.

«Staub lässt sich am effektivsten mit einem Staubsauger entfernen, bevor Sie die Oberflächen abwischen. Wichtig ist, dass alles, was eingesaugt wird, eingeschlossen bleibt und nicht wieder in die Wohnung zurückgeblasen wird.» Mikroskopisch kleine Staubpartikel wie Tierhaare und Hausstaubmilbenallergene können der Expertin zufolge einen stärkeren Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben als Partikel, die mit blossem Auge zu sehen sind.

Richtig Putzen: So haben Staub und Allergien keine Chance

Vor allem Matratzen, Bettwäsche, Polstermöbel und Teppiche können sich mit unsichtbarem Staub ansammeln, werden beim Putzen aber regelmässig vernachlässigt. Laut der Studie lassen 72 Prozent ihre Matratze und 59 Prozent ihr Sofa beim Staubsaugen aus. Dabei gilt es Matratzen unbedingt auf beiden Seiten regelmässig abzusaugen, um die Allergene der Hausstaubmilben sowie Hautschuppen, von denen sie sich ernähren, zu entfernen.
Auch die Bettwäsche sollte regelmässig bei 60 oder 90 Grad gewaschen werden, um die Allergien auslösenden Eiweissstoffe zu zerstören. Ebenso gilt es Bettdecken und Kissen zu wechseln oder zu waschen, um sowohl die Allergene als auch die Hautschuppen zu reduzieren.

Beim Saugen sollten auch in regelmässigen Abständen die Stellen berücksichtigt werden, die nicht oft gereinigt werden, zum Beispiel unter den Möbeln oder Küchenschrankoberflächen. Vor allem Letzteres wird oft vergessen. Der Staub kann sich dort ungehindert ansammeln. Gleiches gilt für Schränke und Schubladen im Schlafzimmer, Lampen, Leuchten und Heizungen. Hinter dem Heizkörper sammelt sich oft erheblicher Staub an, der durch den warmen Luftstrom im Raum verteilt werden kann.
Gründliches Putzen und regelmässiges Lüften sind so die beste und zuverlässigste Methode, Staub und Allergene aus der Wohnung zu entfernen - und das nicht erst, wenn er deutlich zu sehen ist.

Von spot am 12. April 2022 - 10:30 Uhr
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