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  4. Ist Gluten schlecht für die Haut? Eine Dermatologin klärt auf.

Wir wollen's wissen

Verursacht Gluten unreine Haut?

Der Ruf von Gluten ist so schlecht, dass viele es längst aus ihrem Ernährungsplan gestrichen haben. Aber ist das wirklich nötig, wenn man keine Allergie dagegen hat? Und wirkt sich Gluten eigentlich negativ auf unsere Haut aus? Eine Dermatologin hat uns weitergeholfen.

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Kann es wirklich sein, dass wir von Gluten Pickel bekommen?

Getty Images

Die kurze und erfreuliche Antwort lautet: nein! Gluten an sich wirkt sich nicht negativ auf unser Hautbild aus. Aber klären wir erst mal auf, woraus Gluten überhaupt besteht: Es ist ein Stoffgemisch aus Proteinen, das in den Samen vieler Getreidearten vorkommt. Beim Backen sorgt es dafür, dass der Teig aufgeht und das knusprige Brot seine schöne Form bekommt – also eigentlich total harmlos! Doch in den letzten Jahren ist um Gluten eine extreme Hysterie ausgebroche, das «Klebereiweiss» wurde regelrecht zum Feind von gesundem Essen erklärt. Was völlig übertrieben ist, wie Dr. Liv Kraemer, Fachärztin für Dermatologie, erklärt. Leidet man weder an Zöliakie noch an einer Glutensensitivität, gibt es keinen Grund, auf das Protein zu verzichten!

Zucker – «the Enemy of Beauty»

Gluten ist also vom Verdacht befreit, für schlechte Haut verantwortlich zu sein. Das knusprige Brot hingegen nehmen wir nochmals unter die Lupe. Es besteht aus Getreidemehl und enthält somit Kohlenhydrate. Auch die sind an sich nicht schlecht für unsere Haut! Die Krux ist aber, dass es drei Arten von Kohlenhydraten gibt: 

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1. Einfachzucker (Früchte)
2. Zweifachzucker (Milchzucker, Süssigkeiten)
3. Mehrfachzucker (Getreide, Hülsenfrüchte)  

Für unseren Körper ist Mehrfachzucker einer der wichtigsten Energielieferanten – sozusagen der Brennstoff für unser Gehirn! Weil er vor der Aufnahme ins Blut zuerst in kleinere Teile aufgespalten werden muss, lässt er den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen. Das heisst, eine Portion Spaghetti liefert uns über mehrere Stunden Energie! Zweifachzucker hingegen lässt den Blutzuckerspiegel sehr schnell in die Höhe schiessen. Was das bedeutet? Der Körper schüttet Insulin aus, das die Talgdrüsen zum Wachstum anregt, was wiederum zu unreiner Haut oder Akne führen kann. 

Ist Brot jetzt gut oder schlecht?

Auch hier müssen wir wieder beachten, dass es verschiedene Arten gibt. Besteht das Brot aus Vollkornmehl, sind die Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe noch immer enthalten. Beissen wir aber in ein helles, süsses Brötchen aus Weissmehl, ist von Ballaststoffen weit und breit nichts mehr zu sehen – Kohlenhydrate sind hingegen en masse vorhanden. Das heisst, der Zucker gelangt ungebremst ins Blut, wo er den Blutzuckerspiegel fast genauso schnell in die Höhe treibt wie der in Süssigkeiten. 

Fazit: Brot und das darin enthaltene Gluten schaden eurer Haut nicht! Doch beim Kampf gegen Pickel solltet ihr Weissbrot aus eurer Ernährung streichen und auch von Süssigkeiten, Fertiggerichten und Softdrinks die Finger lassen. 

Falls ihr noch mehr über Zucker und dessen Wirkung auf die Haut erfahren wollt, hilft euch dieses Youtube-Video von Dr. Liv Kraemer zu genau diesem Thema weiter.

 

Von Jana Giger am 07.02.2020
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