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Schlecht drauf?

Sagt, wenn es euch nicht gut geht!

Immer schön die Fassade wahren. Tut ihr auch? Dabei wäre der erste Schritt zur Besserung, dass wir es offen sagen, wenn wir down sind. Ihr wisst nicht wie? Wir haben sechs Vorschläge.

Freundinnen

Wir versuchen immer die Fassade zu wahren. Dabei wäre der erste Schritt zur Besserung, dass wir es sagen, wenn wir down sind. Ihr wisst nicht wie? Wir haben sechs Vorschläge.

Getty Images

Mal hat man einfach so einen schlechten Tag oder eine schwierige Woche. Manchmal ist es auch der Job, der uns auslaugt, der Liebeskummer, der uns auffrisst oder die Trauer, die uns einholt. Fakt ist: Keiner von uns ist immer nur gut drauf. Auf die Frage «Wie geht es dir?» antworten wir trotzdem in 99,9 Prozent der Fälle mit einem reflexartigen «gut». Und das selbst bei Personen, die uns nahe stehen.

Es braucht Überwindung, die fröhliche Maske fallen zu lassen. Oder einfach etwas Übung. Denn das Vokabular dazu wurde uns schon von klein auf abtrainiert. Hier deshalb sechs Sätze, mit denen ihr sagt, dass es euch nicht gut geht. Damit ihr von euren Freunden die Hilfe bekommt, die sie euch bestimmt geben möchten.

Ehrlich sein

Redet nicht lange um den heissen Brei herum und macht keine gute Miene zum bösen Spiel. Sagt direkt, dass ihr gerade keinen guten Tag habt. Euer Gegenüber ist im ersten Moment vielleicht überrumpelt, weiss jetzt aber, wieso ihr vorhin schon so gereizt gewirkt oder euch einfach tagelang nicht gemeldet habt. Wie man am besten auf so einen Satz reagiert? Fragen, wie man helfen kann. Gar nicht mal so schwer, oder?

«Ich würde gerne sagen, dass es mir gut geht. Tut es aber nicht»

Um Gesellschaft bitten

Wer grübelt, läuft Gefahr in der Einsamkeit zu versinken. Auch wenn es Überwindung kostet, sollte man deshalb nicht davor zurückschrecken, seine Freunde zwischendurch um Gesellschaft zu bitten. Vielleicht bringen sie ja auch etwas zu Essen mit, wenn man einfach keine Energie mehr hat, um selbst zu kochen. Man muss auch gar nicht immer über den Grund seiner Verstimmung reden. Manchmal tut einfach etwas Ablenkung gut. Da kann auch schon eine Whatsapp-Nachricht reichen, um sich weniger allein zu fühlen.

«Hast du Zeit für mich?»

Keine Angst vor Kollegen

Ein Tweet von Software-Entwicklerin Madalyn Rose Parker ging 2017 um die Welt. Sie veröffentlichte eine E-Mail-Konversation zwischen ihr und ihrem Vorgesetzten. In einer Nachricht an alle (der genaue Wortlaut rechts) hatte sie erklärt, dass sie aufgrund ihrer angeschlagenen geistigen Gesundheit für ein paar Tage ausfällt.

Ihr Mut hat sich gelohnt. Denn Chef Ben Congleton reagierte vorbildlich. «Hey Madalyn, ich möchte mich persönlich dafür bedanken, dass Du E-Mails wie diese schickst. Sie dienen mir jedes Mal als Erinnerung, wie wichtig es ist, Krankheitstage auch für die mentale Gesundheit einzusetzen. Unglaublich, dass dies nicht in allen Unternehmen bereits zum Standard gehört. Du gehst mit gutem Beispiel voran und hilfst uns dabei, die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zu beenden, sodass wir alle am Arbeitsplatz einfach wir selbst sein können.»

Nehmen wir uns zu Herzen! 

«Liebes Team, ich nehme mir heute und morgen frei, um mich auf meine mentale Gesundheit zu fokussieren. Ich werde hoffentlich nächste Woche wieder mit frischer Energie und zu 100 Prozent zurück sein.»

Codewort vereinbaren

Manchmal tut es so weh, dass man das Ding gar nicht beim Namen nennen mag. Oder man kann aus Diskretions- oder Zeitgründen gerade nicht aussprechen, wie es einem geht. Was in einer akuten Notsituation – zum Beispiel bei einer Trennung – hilft: Vereinbart mit euren Freunden vorab ein Codewort, damit sie wissen, wenn es euch richtig schlecht geht. Die richtige Antwort des Empfängers: Bin schon unterwegs! 

«Dreimal schwarzer Kater»

Pause ankündigen

Zeit zum Nachdenken – viele brauchen sie, wenn sie eine schwierige Phase durchmachen. Damit sich Freunde und Familie keine Sorgen machen, wenn man sich länger nicht meldet, gibt man vor einer absehbaren Sendepause am besten kurz Bescheid. 

«Ich brauche etwas Zeit für mich. Aber meldest du dich ab und zu bei mir?»

Grenzen setzen

Ihr habt einmal dieser einen Bekannten euer Herz ausgeschüttet uns jetzt setzt sie jedes Mal einen mitleidigen Blick auf, wenn sie euch sieht, und das Gespräch geht in die immer selbe Richtung? Weist sie freundlich darauf hin, dass ihr nicht jedes Mal auf eure Beziehungskrise angesprochen werden möchtet. Grundsätzlich: Auch wenn es oft gut tut, über Probleme zu sprechen: Ihr entscheidet selbst, wem ihr eure Geheimnisse anvertraut. 

«Können wir über etwas anderes reden?»

Von Marlies Seifert am 29. April 2019