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2022 wird alles besser... echt jetzt?

Warum Neujahrsvorsätze häufig Quatsch sind

Das mit den guten Vorsätzen ist so eine Sache. Irgendwie treffen wir sie jedes Jahr aufs Neue und am Ende halten wir sie wieder nicht ein. Und wenn wir ehrlich sind, wussten wir das auch schon von Anfang an. Sollten wir dieses Jahr also lieber auf Vorsätze verzichten? Nicht unbedingt, wir müssen das Ganze einfach nur realistisch anpacken.

New year concept

Die Liste der guten Vorsätze ist oft lang. Umgesetzt werden sie aber nur sehr selten.

Getty Images

Gesund essen, mehr Sport machen, abnehmen, weniger Alkohol trinken oder endlich mit dem Rauchen aufhören – diese Vorsätze dürften bei vielen Menschen ganz oben auf der Liste für das Jahr 2022 stehen. Wie auch schon im letzten Jahr. Und im Jahr davor. 

Denn so läuft es nunmal mit den Neujahrsvorsätzen. Gegen Ende des Jahres sind wir hochmotiviert, im neuen Jahr alles besser zu machen. Und zu Beginn mag das sogar klappen: Wir lösen ein teures Fitness-Abo, verzichten auf Süssigkeiten, essen mehr Gemüse, machen einen Dry January und greifen nur noch selten zur Zigarette. Doch spätestens nach einem Monat stinkt uns das alles gewaltig. Und ruckzuck landen die guten Vorsätze ein weiteres Mal in der Tonne – oder auf der Liste vom nächsten Jahr.

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Warum es nie so richtig klappen will

Doch wieso scheitern wir jedes Jahr aufs Neue? Wir wollen unsere Vorsätze ja wirklich umsetzen. Schuld ist meist einer dieser Gründe – oder vielleicht auch alle drei.

1. Zu ungenau formuliert
Ein Grund, warum es nie so richtig klappen will, könnte sein, dass wir unsere Vorsätze einfach zu wenig genau definieren. Denn was heisst denn genau «gesund essen» oder «mehr Sport treiben»? Oder wie sollen wir bitteschön ohne Plan «abnehmen»? Solche Floskeln mögen im Dezember wie sinnvolle Vorsätze klingen, im Januar jedoch, wenn es dann um die konkrete Umsetzung geht, helfen sie jedoch kaum weiter.

2. Zu unrealistische Ziele
Okay, gehen wir mal davon aus, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Ziele sauber formuliert. Aber sind wir vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen? So geht der grösste Sportmuffel nicht von heute auf morgen dreimal pro Woche ins Fitness. Wer üppige Mahlzeiten liebt, ernährt sich auch nicht plötzlich nur noch von Brokkoli und Blattsalat. Und nach zehn Jahren das Rauchen aufzugeben, ist gar nicht so einfach. Da kann es schon mal zu einem Rückfall kommen oder es ist fremde Hilfe nötig. 

3. Zu viel aufs Mal wollen
Natürlich kommt ein Vorsatz selten allein. Vielleicht sollte man, wenn man die Ernährung schon umstellt, die Chance nutzen und endlich vegan werden? Und wieso nur noch weniger Alkohol trinken, man könnte ja auch komplett verzichten? Ach, und neben dem Fitness wäre Joggen doch auch noch ganz sinnvoll, oder? So, und da sind wir nun: Wir dürfen nicht mehr essen, was wir wollen, das abendliche Glas Wein wird zu Wasser und der ganze Körper schmerzt vom fiesen Muskelkater. Kein Wunder, halten wir das nicht lange durch.

Also lieber ganz auf Vorsätze pfeifen?

Das könnte natürlich ein Weg sein. Denn gute Vorsätze sind nicht verkehrt, aber wieso braucht es dafür den 1. Januar? Mit dem Rauchen aufhören kann man auch an jedem anderen Tag, gesund essen sollte man sowieso das ganze Jahr über und wer gar nicht erst zu viel trinkt, der muss an Neujahr seinen Konsum auch nicht runterschrauben. 

Aber nun gut, gehen wir davon aus, es braucht den Stichtag. Wie sollen wir denn die guten Vorsätze in die Tat umsetzen? Es braucht in erster Linie konkrete, realistische Ziele. Denn nur greifbare Ziele, sind erreichbare Ziele. Wer zum Beispiel mehr Sport machen möchte, sollte sich eine Sportart suchen, die zu einem passt statt sich jeden Tag ins Fitness schleppen zu wollen. Wie wäre es stattdessen mit Tanzen oder Yoga? Man könnte sich aber auch einfach vornehmen, von nun an die Treppe statt den Lift zu nehmen oder täglich 10'000 Schritte zu gehen. Auch wer sich ausgewogen ernähren oder ein paar Kilos verlieren will, braucht einen Plan. Man könnte zum Beispiel auf Süssgetränke verzichten, einmal am Tag den Teller Pasta gegen Gemüse austauschen oder kleinere Portionen essen.

Auch sollte man nicht alles auf einmal wollen. Fokussiert euch auf eine Sache. Wer also mit dem Rauchen aufhören möchte, muss nicht noch nebenbei eine Crash-Diät starten. Lieber Step by Step. Das ist viel leichter umzusetzen. Ausserdem sorgen die kleinen Erfolgsmomente dann automatisch für neue Motivation, um weitere Ziele anzupacken.

Von Deborah Bischof am 27. Dezember 2021 - 15:00 Uhr
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