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Die Rückkehr der Powerlocken

Dauerhaft glücklich mit Dauerwelle

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit: Nach dem die Trends der 80er uns Mode- und Interior-technisch eingeholt haben, spüren wir sie nun auch auf dem Kopf. Die Dauerwelle ist zurück. Wie es mit den Traumlocken klappt? Wir haben einen Experten gefragt.

So klappts mit der Dauerwelle

Gesunde, glänzende Locken mit jeder Menge Sprungkraft funktionieren nicht bei jedem Haartyp.

Getty Images

Wer erinnert sich noch an die vielen Szenen: Während Carrie Bradshaw sich mitten in New York ein Taxi ruft, wehen ihren wilden Locken im Wind. Wir alle wünschten uns damals die gleichen, springenden Wellen, konnten uns aber doch nie ganz überwinden, die Dauerwelle beim Coiffeur zu verlangen. Jetzt kommt unsere zweite Chance, denn die Powerlocken sind zurück auf den Laufstegen und Strassen der Modemetropolen. Es herrscht immer noch leichte Panik? Nur keine Sorge. Der Zürcher Stylist Alf Heller hat uns verraten, was es braucht, damit wir mit der Dauerwelle dauerhaft glücklich werden. 

Für welchen Haartyp ist die Dauerwelle geeignet?

Ob glattes, welliges, dickes oder dünnes Haar die Ausgangslage ist, spielt bei der Dauerwelle nur eine Nebenrolle. Dafür umso wichtiger: eine gesundes Mähne. «Je weniger das Haar chemisch vorbelastet oder strapaziert ist, desto einfacher ist es, die Dauerwelle zu legen und desto schöner wird das Ergebnis», klärt Alf Heller auf. Wer trotz Strähnchen, Balayage oder Blondierung nicht vom Wunsch nach Locken absieht, riskiert dafür einiges an Sprungkraft und Glanz. Und: «Ist die Vorbelastung vom Haar zu stark, ist es nur fair vom Coiffeur, den Wunsch der Kundin abzulehnen.» 

Wie unterscheidet sich die Dauerwelle in dickem zu der in eher feinerem Haar?

«Über die Platzierung und Grösse der Lockenwickler auf dem Kopf, bestimmt der Coiffeur die Art der Wellen», verrät der Stylist. «Das Haar umformen tut aber letztlich das Dauerwellenwasser. Hier kommt es je nach Haartyp auf die Konzentration an.» So braucht man bei feinerem oder schon vorbelastetem Haar ein schwächeres Mittel, um die gewünschten Wellen zu erzielen. Dickes und enorm gesundes Haar hingegen muss mit einem stärkeren Mittel behandelt werden, das es schafft, die bisherige Struktur aufzubrechen. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die Wellen durch das Eigengewicht wieder aushängen. Ähnlich wie mit einem Lockenstab sind grosse, weiche Wellen in dickem Haar ausserdem nur schwer zu erzielen. Sind dann noch alle Haare auf einer Länge und liegen aufeinander, wird es auch mit dem Volumen kritisch. «Stufenschnitte machen in so einem Fall viel mehr Sinn. Die Locken kommen besser zur Geltung und hängen sich nicht so sehr aus.» 

Wie sieht es mit der Dauerwelle aus, um die Naturkrause in die richtige Form zu bringen?

«Wer schon von Hause aus Locken hat, sollte statt mit einer Dauerwelle lieber mit der richtigen Pflege versuchen, das Meiste aus ihnen herauszuholen. Egal wie behutsam man vorgeht: Das chemische Ergebnis wird nie so schön wie Naturlocken oder solche, die mit Lockenwicklern oder einem Lockenstab gemacht wurden. Die Haare büssen auf jeden Fall an Glanz ein», warnt Alf Heller. Ohnehin darf nicht vergessen werden: Von der chemischen Belastung fürs Haar ist die Dauerwelle mit einer Blondierung zu vergleichen. 

Und im Anschluss? Geht föhnen, stylen und färben wie gewohnt?

In den ersten 48 Stunden nach der Dauerwelle sollte man die Haare nicht behandeln oder waschen. Danach gilt aber: Ist die Struktur einmal im Haar, bleibt sie auch drin. Egal wie viel wir föhnen oder glätten – nach dem Waschen kommen die Locken zurück. Auch Färben ist im Nachhinein wieder möglich. Aber: «Jede weitere Behandlung bedeutet Stress für die Haare. Die Dauerwelle allein ist schon eine grosse Belastung. Ob es dann sinnvoll ist, sie auch noch mit Farbe zu strapazieren, hängt davon ab, wie belastbar die eigene Mähne ist. Am sinnvollsten ist es immer, einen Experten entscheiden zu lassen. Ich persönlich finde Wellen, die mit dem Lockenstab gemacht wurden oder Naturlocken am Ende eben doch schöner.»

Von Malin Mueller am 6. Juli 2019