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Beauty-Rätsel aufgelöst

Was sind eigentlich … Parabene?

Beim Blick auf die Inhaltsstoffliste unserer Tiegel und Tübchen kann es einem schon mal schwindelig werden. Glycerin, Alkohol, Sodium Anisate, Petrolatum, … Ähm, bitte? Was genau bewirken denn eigentlich all diese Ingredienzien? Fragen über Fragen – die wir euch beantworten! Episode 2: die Parabene.

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Wer oder was sind denn nun diese ominösen Parabene? Und: Sind sie schädlich?

Getty Images

Den Begriff haben wir alle schon tausendfach gesehen, gelesen und in die unendlichen Weiten unseres Beautyschranks geschoben. Steht «parabenfrei» auf einem Produkt, klatschen wir innerlich jauchzend in die Hände. Warum? Weniger ist mehr, «frei von» wird schon irgendwie gut sein. Oder? 

Was sind Parabene?

Also es ist so: Parabene sind chemische Verbindungen, die seit rund 85 Jahren von der Schönheitsindustrie als Konservierungsmittel in Cremes, Gels, Shampoos und generell Kosmetika verwendet werden. Sie verhindern, dass die Produkte von Pilzen und Bakterien befallen werden und machen sie so für uns, die lieben Konsumenten, länger haltbar. Klingt doch erst mal top. Hmm ja, ABER: Parabene haben ausserdem eine ähnliche, wenn auch viel schwächere Wirkung wie das Sexualhormon Östrogen, und werden deshalb nicht selten mit Allergien und Schwankungen des Hormonhaushalts in Verbindung gebracht.

Sind Parabene schädlich?

Hier scheiden sich ein wenig die Geister. Die chemischen Konservierungsmittel geraten immer wieder unter Verdacht, in der Schuld für ein erhöhtes Krebsrisiko zu stehen. Angefeuert wurde diese These vor allem 2004, nachdem eine Studie Parabene mit der Entstehung von Brustkrebs in Verbindung brachte. Den dadurch ausgelösten Shitstorm kann man sich ungefähr vorstellen … Und obwohl das Ergebnis der umstrittenen Studie später widerrufen wurde (zu wenig Testpersonen, keine ordnungsgemässe Kontrollgruppe), war der Ruf der Parabene längst ruiniert.

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Sind Parabene also unbedenklich?

Die Antwort lautet: Jein. Ein direkter Zusammenhang zwischen Parabenen und (Brust)Krebs konnte bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die geringen Mengen, die sich in unseren Produkten befinden, sollten ohnehin nicht tief in unsere Haut eindringen, werden von den körpereigenen Enzymen zerlegt und über den Urin ausgeschieden. Studien belegen ausserdem, dass Parabene zu etwa 100'000 Prozent weniger in unseren Hormonhaushalt eingreifen als reines Östrogen, das wir zum Beispiel mit der Antibabypille zu uns nehmen. Trotzdem werben immer mehr Brands mit bunten, gut sichtbaren Aufschriften, die uns «parabenfrei» oder «ohne Parabene» entgegenschreien und so die Assoziation ankurbeln, dass Parabene durchweg etwas Schlechtes sind (Übrigens: Ohne Parabene bedeutet nicht gleich ohne Konservierungsstoffe). Andererseits ist es wiederum so, dass noch nicht zu jeder Art von Parabenen abgeschlossene Langzeitstudien vorliegen.

Nun müssen wir uns also entscheiden – ein wenig wie beim Herzblatt. Wer soll es sein? Der Nummer-Sicher-Typ, der von Risiken nichts wissen will und seine Kollegen mit leichter Panikmache durch den Kakao zieht? Oder doch der Bad Boy, der zwar am Limit lebt und einen schlechten Ruf hat, am Ende aber doch von allen Anklagen freigesprochen wird, weil man ihm nichts nachweisen kann? You decide.

Von Style am 29.08.2019
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