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Kylie Swim ist da

Warum Kylie Jenners knappe Bademode uns allen gut tut

Swimwear hat ja mit Schwimmen nicht mehr viel zu tun. Mit einer Welle ist alles weg. Denn da ist wenig Stoff, gehalten von ein paar dünnen Schnüren. Das kennen wir von Emily Ratajkowskis Brand Inamorata. Jetzt zieht Kylie Jenner nach. Auch die mag ihren Körper und zeigt ihn gern. Mit spärlich was am Leib. Klappt das auch im Umkehrschluss: Wer viel zeigt, lernt seinen Body lieben?

Instagram/kylieswim

Und plötzlich schoss der Instagram-Account Kylie Swim aus dem digitalen Erdboden: Mit einem Vorgeschmack auf heisse Bademodemode – von und an Kylie Jenner. Was wir hier sehen, ist der erste und einzige Post. Auf-re-gend.

Instagram/kylieswim

«Du kannst das tragen», sagen wir oft zu anderen. Und nehmen uns selbst raus. Der Tanga-Bikini statuiert ein Exempel. Seit mehreren Saisons poppt er nicht nur aus sämtlichen Insta-Feeds, sondern in erstaunlich vielen Badis auf. Unter die Nase gerieben hat uns die Micro-Bikinis Emily Ratajkowski, ihres Zeichens Model, Designerin, Schauspielerin, Influencerin und Königin der irrationalen Körperteile. Ja, die kann das tragen – einen Bikini, der aus quasi nichts besteht. Andere Promis warfen ihre Bikinischnüre wie Lassos nach uns aus. Unsicher griff man zu. Wurde sicherer.

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Was Kylie Jenner anfasst, wird bekanntlich zu Gold. Matte Lippenstifte fangen an, feucht zu glänzen, dehydrierte Haut beginnt, von innen zu glühen. Ihr Beauty-Brand Kylie Cosmetics machte sie laut Forbes zur jüngsten Selfmade-Milliardärin, jetzt reitet sie die neueste Welle und entwirft Bikinis und Badeanzüge. Lange wurde gemunkelt, da käme was ganz Grosses und nun zauberte die Jüngste des Kardashian-Jenner-Clans das erste Bild auf den offiziellen Kylie-Swim-Account. Darauf nippt sie neckisch am Drink, der Stoff am Astralkörper ist optisch so süffig wie ein Tequila Sunrise und scharf geschnitten wie ein zuckersüsses Fesselspiel. Das Badkleid zeigt viel. Und niemand ist schockiert, man ist es ja gewohnt. Schon seit längerem haben Bikini-Tangas und gar String-Tangas im Badi-Game das Zepter übernommen. Und das nicht nur da, wo sich die Hipster tummeln, wo die steinharten Ärsche teuer beim Personal Trainer erworben wurden.

Mal wieder weniger funktionell als dekorativ

Was Kylie macht, macht Emily Ratajkowski mit Inamorata schon lang. Kylies Schwester Khloé Kardashian mit dem Brand Good American auch. Supermodel Candice Swanepoel mit Tropic of C ebenfalls. Eigentlich machen es alle. Dabei geht es geht vermutlich vielen so: Ein so winziges Kleidungsstück zu probieren, kostet Überwindung. Weil man uns ins Hirn gemeisselt hat, dass es nun beileibe nicht jedem steht. Wir alle wissen, dass sich unsere Wahrnehmung durch Social Media, wo einem sekündlich ein neues, perfekt geformtes Geschöpf eine virtuelle Postkarte aus den Traumferien schickt, verschiebt. Die überfilterten Promis zeigen ihre Entwürfe an Models jeglicher Körperformen. Aber dennoch... genau diese getunten Aussichten sind der Grund, warum wir gehemmt sind, uns nicht trauen, eingeschüchtert sind. Wir wissen, was uns da von innen auffrisst, bieten dem aber trotzdem nicht die Stirn. Doch aufgepasst! Vielleicht ist er jetzt endlich da, der Heiland! Und zwar unter dem Deck- oder Bademantel der Micro-Swimwear.

Vermutlich müssen wir beim rasant hochgeschnittenen Tanga, ob als Bikinihöschen oder als Badeanzug, einfach mal drauf scheissen (Pardon), dass da Cellulite und/oder zu viel oder zu wenig Po und/oder Hüfte ist. Und wie Kylie und der Rest der Gang einfach mal wild und stolz posten. Because we can und because everybody can und weil es nicht peinlich ist. Weil man stolz auf seinen Körper sein darf. Und man damit ein Zeichen setzt. Für die, die es verstehen. 

Von Linda Leitner am 18.08.2021
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