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#SupportYourLocalBusiness

Maison Gassmann in Zürich

Selten war Shoppen ein Akt der Nächstenliebe. Mit #SupportYourLocalBusiness möchten wir denen helfen, die ihre Tore vorerst schliessen mussten. Täglich stellen wir euch einen Shop oder Brand vor, zeigen, was Unterstützung heute bedeutet, und machen so gemeinsam einen Schritt in Richtung Zukunft. Heute machen wir einen Ausflug ins Traditionshaus Maison Gassmann und schwelgen in familiären Erinnerungen.

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Erst 2016 hat das Traditionshaus am Weinplatz neu eröffnet. Wegen Corona stand nun der Umzug in den Onlineshop an. 

Maison Gassmann

137 Jahre Firmengeschichte hat das Unternehmen Gassmann bereits auf dem Buckel. Damals fehlte das «Haus» vor dem grossen Namen noch. Das fügten erst Katja Hahnloser-Nageshwaran und ihr Bruder Michael Hahnloser hinzu, als sie 2016 von der Poststrasse an den Weinplatz zogen. Dort eröffneten sie «Maison Gassmann». Für die Geschwister, die das Familienunternehmen bereits in der fünften Generation führen, sollte der nächste Umzug schon 2020 folgen – der in die komplett digitale Welt nämlich. Denn auch sie mussten ihre Türen im Real Life wegen Corona vorerst schliessen. Die Hoffnung und den Optimismus haben sie aber noch lange nicht aufgegeben.

Style: Covid-19 ist eingeschlagen wie ein Blitz. Kann man für sowas überhaupt auch nur im Ansatz gewappnet sein?
Nein. Eine Schliessung der Läden aufgrund einer Pandemie war etwas, was wir so nicht erwartet hatten. Natürlich hat es sich in der letzten Woche davor langsam abgezeichnet. So konnten wir wenigstens für das Personal Kurzarbeit anmelden, sicherstellen, dass wir die Löhne zahlen können und unseren Onlinestore starten. Als dann die Pressekonferenz stattfand, waren wir in dem Sinne nicht überrascht. Aber wirklich vorbereitet konnte man fast nicht sein. 

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Was macht dieser Ausnahmezustand mit euch? Wie verkraftet man die plötzliche Schliessung?
Wir und unser Team sind wie eine kleine Familie und arbeiten mit viel Leidenschaft und Freude zusammen. Wir sind mit so viel Elan und Dynamik in den Frühling gestartet: Der Store war frisch dekoriert und die Kollektionen sind bei unseren Kunden super angekommen. Dass die Türen nun geschlossen sind und fast das ganze Team in Kurzarbeit zu Hause sitzt, ist brutal hart. Alles, für das wir die letzten Monate so hart gearbeitet haben, war auf einmal blockiert. Gleichzeitig sind wir alle top motiviert, die kommenden Herausforderungen mit viel Optimismus anzugehen. Das wird uns sicherlich nochmals zusammenschweissen.

Ein Blick in die Glaskugel: Was wird die Krise mit der Wirtschaft und somit mit euch machen?
Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Auswirkungen schwierig einzuschätzen. Die ganze Branche wurde im dümmsten Moment erwischt, mitten in den wichtigsten Wochen der Saison. Ein drohender Preiskrieg nach der Öffnung könnte für viele Stores und Brands negative Folgen haben. Wir hoffen daher, dass die Branche solidarisch handelt und die Verluste über die Wertschöpfungskette etwas verteilt werden. Hoffnung gibt, dass wir in der Schweiz ein robustes System haben. Vor allem für das Modell der Kurzarbeit sind wir dankbar. Auf welchen Kosten wir aber sonst sitzenbleiben, können wir noch nicht abschätzen.

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Katja Hahnloser-Nageshwaran und Bruder Michael Hahnloser haben einen Onlinestore gestartet, um weiterhin für ihre Kunden da sein zu können.

Maison Gassmann

Muss jetzt ein Umdenken stattfinden? Wie geht man kreativ mit der Situation um?
Definitiv. Seit einiger Zeit machen uns die schnellen Verkaufszyklen in der Branche Sorgen. Die Krise hat schonungslos aufgezeigt, wie schädlich und wenig nachhaltig die dadurch resultierende Überproduktion ist. Manchmal zerreisst es mir das Herz, dass Kleider, die mit so viel Liebe designt, kreiert und produziert wurden, so schnell in den Sale kommen und nach nur vier Monaten «ablaufen». Wir haben bereits angefangen, in Brands zu investieren, die zeitlosere Produkte kreieren und nachhaltiger produzieren. Das werden wir weiterhin tun. Auch, wenn die Freude an immer neuen Produkten toll sein kann, ist es doch viel schöner, wenn man etwas wirklich Spezielles kaufen kann, an dem man jahrelang Freude hat.

Auch bei der Interaktion miteinander hoffe ich, dass ein Umdenken stattfindet. Wir sollten ehrlicher aufeinander zugehen. Den persönlichen Austausch mehr schätzen und fördern. Wir haben gemerkt, wie gut es tut, in einer Krise zu wissen, dass wir alle miteinander unseren Beitrag leisten. Jetzt können wir beweisen, was wir alles erreichen können. Wir möchten die Situation nutzen, um enger mit unserer Nachbarschaft zusammenzuarbeiten. Um neue Wege zur Interaktion und Kommunikation mit unseren Kunden zu finden. Miteinander werden wir sicher eine positive Veränderung vorantreiben können.

Schöne Momente sind derzeit selten. Gab es die dennoch?
Auf jeden Fall! Und man schätzt sie nun auch besonders. Der Austausch im Team findet zum Glück immer noch statt, wenn auch hauptsächlich via WhatsApp. So fühlen wir uns weiterhin verbunden. Zudem freuen wir uns über jede Kontaktaufnahme, die wir von unseren Kunden erfahren. Egal ob Anruf, E-Mail oder eine Message über die sozialen Medien. Es ist schön zu wissen, dass Leute an uns denken.

Wie kann man euch unterstützen?
Wir haben einen Onlinestore aufgebaut, auf dem wir einen grossen Teil unseres Sortiments bereits anbieten. Darunter auch Gutscheine, mit denen man seine Liebsten für einen Einkauf nach dem Shutdown oder auch online beschenken kann. Wer etwas Spezifisches sucht, darf uns gern anrufen. Unser Team stellt individuelle Auswahlen zusammen oder sendet Vorschläge per WhatsApp. Auch über kleine Gesten freuen wir uns: Ein Like in den sozialen Netzen, ein Newsletter-Abo oder einfach ein paar nette Worte. Und natürlich freuen wir uns vor allem über viele Besuche, wenn wir wieder geöffnet haben! 

Braucht auch euer Business Support?
Dann schickt eine Nachricht an styleonline@ringieraxelspringer.ch

Von Style am 25.04.2020
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