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  4. Optimismus lernen: So geht man gegen negative Gedanken vor

Das Leben ist ein inspirational Quote

Seht es positiv, denn: Optimismus kann man lernen

Selbst die Harten kommen in den Corona-Garten und stolpern auf dem einsamen, steinernen Isolations-Weg kurz, aber heftig. Ein knappes Schleifenlassen der sonst so guten Laune passiert den Besten. Wie selbst der mürrischste Zweck-Pessimist den Mut nicht verliert? Eine kleine Box Optimismus ist fast so schnell gepackt wie man flotte Sprüche auf Instagram posted.

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«Your limitation – it's only your imagination» und so weiter. Gute Laune kann man sich auch einreden.

Getty Images

Die Autorin hat oft das Gefühl, sie sei nur deshalb so unbeschadet durchs Leben gesegelt, weil sie immer vom Schlimmsten ausgeht. Da lauern keine spontanen Enttäuschungen hinterm rosigen Blumenbeet der Emotionen, aber ab und zu springt ein unerwarteter Glücks-Exhibitionist heraus. Glaubt man aktuellen Studien, sollen Optimisten weniger anfällig für Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Auch der Blutdruck wird weniger stark in die Höhe gejagt. Das heisst alles in allem: Optimisten leben im, logisch, Optimalfall nicht nur glücklicher, sondern auch länger. Nun möchte ja gerade jeder überleben – sei es den Virus, die Quarantäne, die Anxiety oder einfach bloss die sich im täglichen Live-Insta-Workout manifestierende Selbstoptimierung.
Apropos: Wer bei Letzterem ganz vorne mit dabei sein will, der kann auch seinen Geist auf ein luftiges Bestlevel trainieren. Eingefleischten Pessimisten mag das anfangs lächerlich und aufgezwungen erscheinen, aber hey, der Mensch gewöhnt sich an alles – auch an ein neues Mindset. So braucht unser Gehirn zwischen 21 Tagen und mehreren Monaten, um eine Gewohnheit neu ins Programm aufzunehmen.

Kopf-CrossFit für Optimismus-Anfänger

Wer sich derzeit mit negativen Gedanken durch den so trägen Alltag schleppt, den locken wir jetzt ins Hirn-Gym. Da warten acht Übungen, die den Weg zum ewigen Optimisten ebnen. Angeblich macht das Leben so nämlich mehr Spass.

Station 1 –  Glaubt an euch wie ein Superheld
In Cartoons brüllen die nämlich immer «Ich schaffe es! Ich werde es schaffen!» Coole Boys und Girls mit flatterndem Umhang konzentrieren sich nie auf das, was sie nicht können. Die mögen zwar in der Regel mutiertes Blut in sich tragen, aber: Sie sind sich ihrer Fähigkeiten fast schon vorbildlich bewusst. Niemand muss Wände hochlaufen oder Flammen aus dem Zeigefinger schiessen können – es ist grossartig, seine Schwächen zu kennen, aber eben auch seine Stärken. Kein Mensch (auch kein Superheld) ist perfekt und das ist gut so. Macht euch verdammt noch mal klar, was ihr gut könnt oder lernen möchtet. Denn schaffen kann man alles, wenn man sich nur realistische Ziele steckt. Wer immer nur jammert und ständig neidisch ist, verschwendet Energie und lässt negative Gedanken fröhlich vor sich hinquellen. Die sollten niemals zu viel Raum einnehmen. Fight!

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Station 2 – Guter Einfluss ist das beste Equipment
Haben grad alle um dich rum Schiss im Supermarkt? Und wollen besser gar nicht wissen, was die Zukunft bringt? Was und wie das Umfeld denkt, beeinflusst uns. Wer sein Dasein inmitten langer Gesichter (auf dem Bildschirm) fristet, der wird nie positiv eingestellt sein. Ergo: Vielleicht sollte man versuchen, gemeinsam die Reise in die Welt des Optimismus anzutreten. Zusammen macht ja bekanntlich alles mehr Spass und ist motivierender. Und wehe, es rutscht wieder einer ins Loch und jammert wegen des stark besuchten Gemüseregals!

Station 3 – Das Glück lauert an jeder Ecke, in den kleinen Dingen
Selbstoptimierung ist für den Optimisten eigentlich nix. Das setzt ihn nämlich gewaltig unter Druck. Blendend aussehen, Bombenlaune haben und witzige, geistreiche Dinge sagen – das ist brutal anstrengend. Umorientieren! Umso wichtiger ist es, sich über die baby-kleinen Dinge des Lebens zu freuen, die oft einfach untergehen, wenn man nicht genau hinschaut. Das Schattenspiel auf dem Balkon ist wahnsinnig schön? Das Licht, das durch die Fenster fällt, macht einen winzigen Regenbogen am Wasserglas? Der Blumen-Automat hat an einem Sonntag noch Sträusse übrig? Ja, das ist alles toll und holt uns aus der mürrischen Alltagsblase. Auf der anderen Seite: Meistens ist das Problem, an dem man gerade so dermassen verzweifelt, von aussen betrachtet überhaupt nicht tragisch. Das zu verstehen, kann sehr befreiend sein. 

Station 4 – Einfach mal Danke sagen und das aufschreiben
Schon mal was von «Gratitude» gehört? Ihr ahnt es, es handelt sich um superhippen und neudeutschen Selfcare-Jargon für Dankbarkeit. Funktioniert so: Notiert all die Dinge, die euer Herz haben hüpfen lassen, in ein Tagebuch – was gut geklappt hat, was euch stolz macht oder worüber ihr euch gefreut habt. Das verbrät keinerlei wertvolle Zeit und hilft dabei, die positiven Ereignisse des Tages viel bewusster wahrzunehmen. So wiegen vielleicht drei nette Worte oder Blicke einen blöden Spruch auf, der uns sonst höchstwahrscheinlich alles andere hätte vergessen lassen.

Station 5 – Nicht immer nur das Negative hervorheben
Man kennt das ja von Beziehungen jeglicher Art: Man erzählt lediglich von den Streits, regt sich über den anderen auf und motzt. Oft hängt man dann noch schnell ran, dass er oder sie aber ansonsten ein echt toller Mensch ist. Eigentlich klar. Übertragen auf alle Bereiche im Leben heisst das: Die ansprechenden Momente in den Vordergrund rücken. Wer auch mal ausplaudert, dass man ein nettes Gespräch von Balkon zu Balkon geführt, Blumen oder Lob bekommen hat, zündet den Funken für positive Energie und erstickt Pessimismus im Keim.

Station 6 – Bitte lächeln
Gerät der Mund in Bananen-ähnliche Schieflage, bekommt das Gehirn die Nachricht, dass wir glücklich sind. Easy! Wer also direkt morgens eine Minute lang lächelt, startet raketenmässig mit viel Konfetti im Kopf in den Tag.

Station 7 – Fragt euch mal: Was bitte wäre der Worst Case?
Und? Gar nicht so schlimm, oder? Warum denkt ihr überhaupt so (Zweck-Pessimismus gilt nicht mehr als Antwort)? Habt ihr eine ähnlich schlechte Erfahrung gemacht oder nur davon gehört? Mal andersrum gefragt: Was würde im besten Falle passieren? Man darf davon ausgehen, dass die Realität irgendwo zwischen beiden Extremen liegt. Um eine optimistische Denkweise zu erlernen, müssen wir aufhören, ständig vom Schlimmsten auszugehen, sondern auch den Lichtblicken eine Chance zu geben. Da war doch mal die Sache mit dem Licht am Ende des Tunnels.

Station 8 – Zieht das hier nicht hardcore durch!
So richtig klappt das noch nicht mit dem Feenstaub im Kopf? Die pessimistischen Gedanken schiessen immer noch ab und zu wie Lava aus dem Gehirnwindungen? Nicht so schlimm - wie gesagt, das Ganze braucht seine Zeit. Sich darüber zu ärgern, wäre kontraproduktiv.

Na dann: Viel Glück!

Von Style am 07.04.2020
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