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Trainingseinheiten

Ist dieses Workout noch erotischer als Kamasutra?

«Der unartige Po» oder einfach «The Sex» – die Entwicklerin dieser Übungen hatte einen ganz bestimmten Bereich im Sinn, für den die Trainierenden fit gemacht werden sollten. Die Geschichte von Barre, einem Workout, das ursprünglich das Sex-Life verbessern sollte. Und wie es das macht?

Frau beim Stretching

Ein Workout – effektiv, anstrengend und fast so sinnlich wie Kamasutra

Getty Images

In Form kommen an der Ballettstange. Das ist es, worum es beim Barre-Workout geht. Das Training orientiert sich an klassischen Ballettübungen. Ballerinen strahlen mit ihrer meist schlanken Figur und der gestrafften Bein- und Gesässpartie eine besondere Körperästhetik aus. So viel dazu, wie es heute beschrieben wird. Barre-Studios verkaufen Stärke, «long, lean Muscles» und eine «Tänzer*innen-Figur», aber keine intensiveren Orgasmen – halt, was? 

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Wozu Barre eigentlich entwickelt wurde…

Der Ursprung von Barre ist hocherotisch. Entwicklerin Lotte Berk begann 1959 mit den ersten Trainings. Eigentlich, um sich von einer Rückenverletzung zu erholen. Dabei fand sie heraus, dass die Kombination aus Tanz-Bewegungen und Yoga (neben der Linderung ihrer Rückenschmerzen) ihr Sexleben positiv beeinflusste.

Also begann sie das Wort zu verbreiten. Sie wollte, wie sie gemäss CNN sagte: «Die Art und Weise, wie die Frau Sex hat, verbessern». Unter anderem, indem sie Frauen dazu ermutigte, Sex auch einfach für sich und nur für sich zu entdecken. Zu ihrem eigenen Vergnügen. Dazu eben Barre – um den eigenen Körper kennenzulernen. 

«If you can't tuck, you can't fuck.»

Lotte Berk

Lotte Berk war mit ihrer offenen Ehe, den wechselnden Sexualpartnern und ihrer Mission, Sex zu liberalisieren, eine Vorreiterin. Und um Barre bildete sich eine Fangemeinde. Eine, die die Übungen und die Philosophie von London in die Welt hinaus trugen.

Aber, was ist passiert?
Irgendwo ging die Message mit dem Sex verloren. Mittlerweile geht es bei dem Workout nur noch um die Stärkung des Äusseren. Nicht die der Libido. Es passierte Anfang der 80s. Frauen befreiten sich und ihre Seuxalität. Auch ohne Barre. Und damit kam der Philosophie des Workouts die offenbarende Wirkung immer mehr abhanden.  

Im Gegenzug wurde es stetig lukrativer, auf die Optik zu setzen. Muskeln, schlanke Figuren zu verkaufen. Der Körper wurde zur Maschine. Sollte gestählt werden. Jane Fonda machte in schillernden Trainingsanzügen Aerobic. Das Mantra der sexuellen Freiheit von Barre wurde überholt von einer beim Aerobic schwitzenden Jane Fonda in schillernden, knappen Trainingsanzügen. Frauen sind auf den Geschmack eines schweisstreibenden Workouts gekommen und fanden mehr Gründe zu trainieren als für besseren Sex.

Aber auch wenn man heute der Gesundheit oder der Muskeln wegen Barre macht … die Übungen, bei denen Lotte Berk ihr Sexleben verbesserte, sind ja schliesslich immer noch inklusive. Eine solche Nebenwirkung nimmt man gerne mit.

Von zin am 25.12.2020
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