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Nassforschung

Wie ungesund ist abgestandenes Wasser?

Wassertrinken ist eine Alltagsreligion geworden. Schliesslich ist es auch das einzige Allheilmittel, das nicht gleich wieder schädlich ist. Da kann höchstens «frische Luft» mithalten. Der Zusatz «frisch» ist aber auch bei Wasser relevant. Was passiert, wenn man abgestandenes trinkt und ab wann ist Wasser eigentlich alt? Tage, Stunden, Minuten?

Frisches Wasser im Glas

Wichtig und gut für die Gesundheit: Das 1x1 des Wassertrinkens.

Getty Images

So etwas langweiliges wie Wasser (unpopular Opinion) kann uns nichts anhaben, denkt ihr? Wassertrinken hat nur Vorteile, vermutet ihr? Da kann man bestimmt nichts falsch machen, glaubt ihr … Von den Macher*innen von «Wie viel Wasser ist zu viel?» kommt jetzt: «Ab wann gilt Wasser als abgestanden – und: kann altes Wasser unsere Gesundheit schädigen?»

Stille (und laute) Wasser sind tief

Wassertrinken ist eine Wissenschaft. Mittlerweile gibt es auch Wassersommeliers, die Dinge wissen wie: «Wer leicht zu Muskelverspannungen neigt, sollte ein Wasser mit mehr Magnesium nehmen, wer etwas für die Knochen tun will, sollte auf Calcium achten. Und wer Verdauungsprobleme hat, sollte ein Wasser mit mehr als 1000 Milligramm Sulfat zu sich nehmen. Das schmeckt vielleicht erdiger, aber er wird den Effekt spüren.» (Gesehen bei Zeit Online)

Man muss viel trinken, das sei gut für die Gesundheit, die Schönheit, den Geist, so heisst es. Natürlich gibt es da auch wieder Studien, die behaupten, das alles habe gar keinen Effekt auf alles. Aber, «nützts nüt, so schadts nüt», oder? Auch nicht. Beim Konsum von Wasser kann tatsächlich einiges falsch gemacht werden.

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Schadet uns abgestandenes Wasser?

Eigentlich ist Wasser in reiner Form nicht verderblich. Es enthält keine Inhaltsstoffe wie Eiweisse oder Zucker, die Nahrung für Bakterien oder Schimmel bieten könnten. Das Problem beginnt aber, wenn eine oder auch mehrere Personen das Wasser aus einem Glas oder aus einer Flasche trinken. Denn wir selbst mischen Keime samt Nährmedien über unseren Speichel unters Wasser. Wenn sich die Mischung dann auch noch über längere Zeit mehr oder weniger stark erwärmt, kann die Keimbelastung sogar so hoch werden, dass sie für Kinder, ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen schädlich werden kann. Magen-Darm-Probleme, Entzündungen oder Infektionen sind die Folge. Ein gesunder Organismus sollte aber in den allermeisten Fällen damit klarkommen.

Tipp: Giesst man das Wasser vor dem Trinken aus der Flasche in ein Glas und hebt den Rest in der Flasche im Kühlschrank auf (beispielsweise über Nacht), ist die Gefahr für die Gesundheit generell gering.

Wasser ist übrigens auch nicht gleich Wasser

Sprudelndes Wasser aus der Flasche bietet zumindest kurzzeitig einen besseren Schutz vor Keimen als stilles, da das CO2 der Kohlensäure Bakterien und Viren in Schach hält. Das verflüchtigt sich allerdings binnen kurzer Zeit und schon nimmt die Keimblüte ihren Lauf – immer vorausgesetzt, dass man davon trinkt, denn eine Belastung über Erreger in der Luft ist zwar gegeben, aber in jedem Fall sehr viel geringer.

Von zin am 05.07.2021
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