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Lili Reinhart outet sich als bisexuell

Ist «bi-curious» eine Vorstufe von Bisexualität?

Schauspielerin Lili Reinhart hat auf Instagram verkündet, bisexuell zu sein. Für die Unentschlossenen, Neugierigen unter uns gibt eine weitere Bezeichnung für das, was wir lieben: «bi-curious». Kennt ihr nicht? Wir klären unter anderem die Frage, ob Labels überhaupt noch nötig sind.

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lili reinhart instagram

«Riverdale»-Schauspielerin Lili Reinhart.

Instagram/lilireinhart

Während der «Black Lives Matter»-Demonstrationen in den USA hat sich Schauspielerin Lili Reinhart der Protestaktion «LGBTQ+ für #BlackLivesMatter» angeschlossen. In einer Story auf Instagram spricht sie darüber, dass der Pride-Monat Juni trotz der momentan schwierigen Lage nicht vergessen gehen sollte. Dann dropped sie ganz nebenbei, sie sei bisexuell.

Okay, haben wir verstanden. Aber wie wir mittlerweile wissen, ist der Regenbogen der LGBTQ-Community ziemlich bunt. Deshalb ploppt in unseren Köpfen immer wieder die Frage auf: Müssen wir uns überhaupt mit einem Label versehen? Denn sobald wir uns festlegen, setzen wir uns Grenzen. Auf der anderen Seite unterstützen die Bezeichnungen die Haltung, dass man lieben darf, wen man will - und machen die Ansicht gesellschaftlich anerkannt. 

Wen liebe ich?

Wahrscheinlich durchlebt jeder einmal die Phase, in der man seine sexuelle Orientierung hinterfragt. Als Teenager sind erste körperliche Annäherungen zum anderen Geschlecht aufregend und neu. Man probiert aus, macht Fehler und lernt daraus - das Gefühlschaos ist vorprogrammiert. Irgendwann erreichen aber die meisten den Punkt, an dem sie sich gefunden haben und mit Überzeugung sagen können, auf welches Geschlecht sie stehen.


Doch was ist mit dem leisen Gedanken im Hinterkopf, der einen ein Stück weit ausmalen lässt, wie es wohl mit dem anderen Geschlecht wäre? Sei es nur ein Kuss, eine gemeinsame Nacht oder sogar eine Beziehung. Es scheint, als seien Frauen öfter davon betroffen als Männer. Auf der Party mit einer Frau rummachen? Klar, kein Problem. Meist ist es nur Spass und entsteht aus dem Augenblick heraus. Dieser Gedanke kann sich aber auch hartnäckig halten und verdient somit - wie soll es anders sein - eine eigene Definition. Das Phänomen nennt sich «bi-curious» und bedeutet, dass man neugierig ist, Beziehungen und Sex mit Menschen gleichgeschlechtlicher Identität auszuprobieren, sich selbst aber nicht als bisexuell beschreibt. Quasi eine Vorstufe von Bisexualität.

Bi-curious als Ausrede?

Vermutlich stammt der Begriff aus den 90ern. Fakt ist, dass er bis heute ein grosses Problem für die bisexuelle Community darstellt. Hä, wie jetzt? Da werden Definitionen für jegliche Art von sexueller Orientierung eingeführt und eine mehr ist dann nicht in Ordnung? Das «Problem» liegt für die bisexuelle Community darin, dass der Begriff «bi-curious» impliziert, dass man sich zuerst sexuell und romantisch mit der Orientierung auseinandersetzen muss, bevor sie real ist. Sie ist der Meinung, «bi-curious» spiegle die Haltung wieder, dass man sich erst als bisexuell outen kann, wenn man genug Beweise (in Form von Beziehungen und SexualpartnerInnen) für die Bisexualität gesammelt hat. Und das empfindet die Community als Biphobie. Sie denkt, dass sich «bi-neugierige» Personen etwas vormachen und leugnen, dass sie im Grunde bisexuell sind. 

Ob auch Lili Reinhart dieser Meinung ist? Vermutlich nicht. Lili hat ihr Outing kurz und knapp gehalten, keine grosse Sache daraus gemacht. Klar, sie hat sich offiziell als bisexuell gelabelt. Dennoch stellt sie sich nicht in den Vordergrund und setzt als Teil der Community ein Zeichen für Solidarität und Gemeinschaft. Und darum gehts ja schliesslich.

Von Style am 23. September 2019 - 16:38 Uhr