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Achtung Tabubruch

27 Dinge, die einem vor der Geburt niemand sagt

Rund um Schwangerschaft und Geburt gibt es noch viele Tabuthemen, über die wir dringend sprechen sollten, damit Frauen (und Männer) besser darauf vorbereitet sind, was auf sie zukommt. Diese 27 Dinge sollte jede schwangere Frau schon einmal gehört haben.

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Werdende Eltern freuen sich auf Familien-Glück und Harmonie zu dritt. Dennoch gibt es ein paar Dinge, über die man sich vor der Geburt und der ersten Zeit als Familie informieren sollte ... um auch auf das Gegenteil gut vorbereitet zu sein.

imago images/Westend61

1. Wochenlange Windelplage

Nach einer vaginalen Geburt bluten Frauen wochenlang weiter. Diese Unterleibsblutungen haben sogar Comedienne Hazel Brugger überrascht. Im Podcast von Any Working Mom sagt sie, das sage einem niemand. Wir sagens euch jetzt: Ihr werdet im Wochenbett sehr dicke Windeleinlagen tragen – und das ungefähr sechs Wochen lang.

2. Wachsende Füsse

Eine überraschende Nebenwirkung einer Schwangerschaft: nicht nur der Bauch wächst, sondern auch die Füsse. Ex-Bachelorette Frieda Hodel stellte erstaunt fest, dass sie ihre Schuhe plötzlich grösser kaufen musste. Allerdings wachsen die Füsse nicht wirklich nach. Der Effekt ist vorübergehend. Er entsteht, weil die Gebärmutter im Becken auf Lymphgefässe und Venen drückt und es somit zu einem erhöhten Druck und Rückstau von Blut und Wasser in den Füssen kommt. Nach der Geburt bildet sich dies meist schnell wieder zurück.

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3. Der Beckenboden braucht Zeit

Manche Frauen haben Glück und ihr Beckenboden erholt sich rasch von der Geburt. Andere – darunter auch Model Lena Gercke – können noch ein Jahr nach der Entbindung kaum Joggen, weil ihr Beckenboden noch zu geschwächt ist. Beckenbodentraining ist Pflichtprogramm. Übrigens auch für Männer. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

4. Stuhlgang während der Geburt

Es ist das Normalste der Welt, aber NIEMAND spricht darüber: Die meisten Frauen drücken während der Geburt nicht nur das Baby raus, sondern auch ab und zu ein wenig Stuhl. Alle Hebammen kennen das. Alle Ärzte auch. Kein Grund, sich zu schämen oder deswegen gross besorgt zu sein. Während der Geburt, das können wir euch versprechen, wird euch das nicht kümmern.

5. Hallo Hämorrhoiden!

Jede zweite werdende Mutter leidet während der Schwangerschaft unter Hämorrhoiden. Keine Sorge, die verschwinden wieder. Kann ein paar Monate dauern, aber sie gehen in den meisten Fällen von alleine wieder weg. Bis es soweit ist, hilft es gegen den Juckreiz, die Afterregion nach jedem Stuhlgang sanft zu waschen.

6. Da kommt kein süsses Baby raus

Neugeborene sind blutverschmiert und mit weisser Käseschmiere überzogen. Sie sehen runzelig und unzufrieden aus und sind manchmal sogar bläulich angelaufen. Erschreckt euch nicht: Neugeborene sind kein schöner Anblick. Und dennoch wird euer Neugeborenes wohl das Schönste sein, was ihr je gesehen habt.

7. Pupsen wird zum Problem

Die ersten Tag nach der Geburt werden eventuell etwas peinlich: Der maltraitierte Beckenboden verhindert es nämlich, die eigenen Pupse unter Kontrolle zu halten. Ein lauter Furz im Mehrbettzimmer auf der Geburtsstation bringt jedoch niemanden aus der Fassung. Es gehört eben dazu. Alles easy.

8. Der Bauch bleibt

Nach der Geburt sieht man erst einmal noch schwanger aus. Dass das Kind raus ist, sieht man dem Bauch erst an, wenn er sich erholen und zurückbilden konnte. Bei manchen Frauen geht das schnell, andere versuchen monatelang, wieder ihr altes Körpergefühl zurückzugewinnen.

9. O weh, die Nachwehen

Wer sich nach der Geburt denkt: So, das wäre geschafft, der irrt gewaltig. Noch Tage nach der Entbindung können Nachwehen auftreten. Vor allem während des Stillens leiden Frauen teils unter heftigen Krämpfen im Unterleib.

10. Stillen ist kein Muss

Viele Hebammen propagieren das Stillen als alleinige und einzige Möglichkeit, sein Kind gesund zu ernähren. Wer stillen kann und will, der tut seinem Kind damit sicher Gutes. Wer aber nicht kann oder nicht möchte, muss kein schlechtes Gewissen haben. Die Verurteilung nicht stillender Mütter muss endlich aufhören. Argumente gegen die Stillfanatiker findet ihr hier.

11. Brustwarzen sind nicht mehr erogen

Manche Frauen verlieren aufgrund des Stillens die erogenen Empfindungen an der Brustwarze. Einfach zur Info. Kann sich aber auch wieder erholen.

12. Haare spriessen überall

Ein fettes schwarzes Haar spriesst plötzlich mitten auf eurem Bauch? Kann vorkommen in einer Schwangerschaft. Wegen der Hormonumstellung wachsen vermehrt dunkle Haare an ungewöhnlichen Stellen. Das geht vorbei.

13. Die Geburt ist kein Schlusspunkt

Viele Frauen, darunter auch Anna Känzig, beschäftigen sich während der Schwangerschaft vor allem mit der Geburt und informieren sich wenig über die Zeit, die nach der Entbindung kommt. Was sie vorher gerne gewusst hätte, verrät die Musikerin in ihrem ersten Interview nach der Geburt ihres Kindes: «Alles betreffend Wochenbett. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, habe mich damit auch nicht auseinandergesetzt und mich vor allem auf die Geburt und das Baby konzentriert. Mehr Infos zu diesem Thema wären sehr hilfreich gewesen. Ich fand es immer so lustig, wenn Leute uns nach der Geburt sagten «Geniesst euer Glück» während das Baby schrie und ich selbst das Gefühl hatte, auseinanderzufallen.»

14. Es kann sein, dass das Baby euch unglücklich macht

Mit der Geburt stellt sich manchmal nicht das ersehnte und erwartete Glück ein. Mütter egal welchen Hintergrunds können unter postpartaler Depression leiden. Diese Möglichkeit besteht, egal wie sehr ihr euch aufs Baby gefreut habt. Was hilft: Informiert euch und sucht frühzeitig Hilfe, wenn die positiven Gefühle ausbleiben.

15. Depression betrifft auch Väter

Was ebenfalls irgendwie NIEMAND weiss: Postpartale Depression tritt auch bei Vätern auf. Alle Väter sollten dies schon einmal gehört haben, damit sie sich Hilfe holen können, falls es bei ihnen der Fall ist. Hier gibts weitere Infos.

16. Haare lassen

Nach der Geburt ist es leider auch mit der hormonbedingten Schwangeren-Haarpracht vorbei: Viele Frauen verlieren extrem viele Haare in den Monaten des Stillens. Zum Glück ist auch diese Begleiterscheinung vorübergehend.

17. Alles aufschreiben

Haltet Stift und Papier nach der Geburt stets in Griffnähe und schreibt euch alles auf, das ihr nicht vergessen dürft. Denn Stilldemenz existiert tatsächlich. Das Gehirn neuer Mütter kann so manchem Löchersieb Konkurrenz machen. Hormone, Schlafmangel und Stress sind die Ursache. Aber: Stilldemenz ist gut fürs Kind. Denn offenbar sind diejenigen Hirnregionen bei der Mutter besonders aktiv, die für emotionale Bindung und Problemlösung zuständig sind. Alles Andere wird mit einem Baby zu Hause halt zur Nebensache.

18. Stilldemenz betrifft auch Männer

Ist ein Fakt. Lest hier weiter.

19. Sex kann warten

Mütter, lasst euch nicht durch gesellschaftliche Vorstellungen zu irgendetwas drängen. Gebt euren Körpern Zeit, sich von der Geburt zu erholen. Falls der Geschlechtsverkehr nach der Entbindung (wenn alles verheilt ist!) immer noch weh tut, sprecht mit eurem Arzt. Wenn die Libido ausbleibt ebenfalls. Beides kann vorkommen. Wann eine Frau wieder für den Geschlechtsverkehr bereit ist, kann stark variieren. Vieles ist Normal, Druck ist nie eine Lösung!

20. Was es alles NICHT braucht

Eltern sind gefundene Opfer der Babyindustrie. Hier findet ihr eine Liste von Anschaffungen, die ihr euch sparen könnt. Zeugs, das euer Baby nicht braucht. Damit ihr nicht erst nach dem Kauf merkt, was alles überflüssig ist.

21. Durchschlafen kommt später

Es dauert lange, bis ein Kind alt genug ist, um durchzuschlafen. Stellt euch auch vier Jahre des nächtlichen Aufwachens ein, dann seid ihr bei den Leuten. Hier erfahrt ihr alles, was werdende Eltern über den Schlaf wissen sollten.

22. Planlos passt

Grosse Pläne bezüglich Kinderbetreuung, Haushalt oder Arbeitspensum als Eltern lasst ihr vor der Geburt besser bleiben. Es kommt anders, als man denkt. Die Gefühle verändern sich oft, sobald ein Kind im Haus ist. Pläne schmiedet man am besten dann, wenn man weiss, womit man es zu tun hat: Also erst nach Geburt und Wochenbett.

23. Erbrechen während der Geburt

Kommt sehr häufig vor. Der Schmerz der Wehen sorgt für Übelkeit. Dass ihr nach dem Blasensprung erst einmal über der Kloschüssel hängt, ist äusserst wahrscheinlich.

24. Was nach dem Baby rauskommt

Hat das Neugeborne seinen ersten Schrei getan, geht das Pressen noch ein wenig weiter, denn da kommt noch was: Die Plazenta muss ebenfalls raus. Die Nachgeburt flutscht jedoch deutlich leichter als der Kopf des Kindes.

25. Gewalt während der Geburt

Manche Frauen erleben während der Geburt traumatisierende Momente und (auch psychische) Gewaltanwendung durch Ärzte oder Hebammen. Wenn ihr die Geburt so erlebt, ist eure Wahrnehmung nicht falsch. Informationen dazu findet ihr hier.

26. Inkontinenz kommt häufig vor nach der Geburt

Jede dritte Frau ist nach der Geburt (oft vorübergehend) von Inkontinenz betroffen. Da dieses Thema schambehaftet ist, fühlen sich viele Frauen damit allein.

27. Auch der Mann kann ein Geburtstrauma erleben

Im Gegensatz zur gebärenden Frau erleben die werdenden Väter oft furchteinflössende Szenen während einer Geburt ohne aktive Betreuung. Sie stehen einfach daneben und fühlen sich hilflos. Es ist deswegen wichtig, dass Hebammen auch den Vater in die Nachverarbeitung der Geburt einbezieht und sich, sollte ein Trauma entstanden sein, darum kümmert, dass der Vater Hilfe erhält.

Von KMY am 07.10.2021
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