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Im grossen Enthüllungsinterview des US-Senders CBS sprechen Harry und Meghan unter anderem über Rassismus im britischen Königshaus.  
Oprah-Interview

Was Meghan und Harry von Winfrey forderten

Sie haben eine schwierige Beziehung zur Weltpresse. Da liegt es auf der Hand, dass Harry und Meghan nicht einfach drauflos geplaudert haben. Es gab ein paar klare Regeln für das Interview mit Oprah Winfrey.

Es ist ein bisschen wie im Fussball – jede Seite bringt ihre Spieler*innen in Position. Das Spiel verläuft nach klaren Regeln und alle Beteiligten bauen auf Sportsgeist und Fairness. In letzteres haben Harry und Meghan augenscheinlich kein Vertrauen mehr. Zu viel haben sie mit der britischen, aber auch der Weltpresse erlebt. Ein Gericht gab den beiden unlängst recht darin, dass Vieles, worüber berichtet wurde, verdreht und zugespitzt wurde.

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Vor diesem Hintergrund kommt es nicht überraschend, dass das Herzogs-Paar für ihr Interview mit Oprah Winfrey klare Regeln festgelegt hat. Die regelten insbesondere die Weiterverbreitung und Verwendung des Materials für die Bewerbung des – wie viele es nennen – «Interview des Jahres». An diese vier Regeln mussten sich alle halten, wie die «Bunte» schreibt:

1. Das Interview muss in voller Länge gezeigt werden

2. Teaser-Clips zur Bewerbung dürfen nicht bearbeitet werden

3. Fernsehzeitschriften dürfen die Zusammenfassung nicht ändern

4. Die Sussexes geben jedes Bild und jedes Video frei, dass zu Werbezwecken verwendet werden soll.

UNSPECIFIED - UNSPECIFIED: In this handout image provided by Harpo Productions and released on March 5, 2021, Oprah Winfrey interviews Prince Harry and Meghan Markle on A CBS Primetime Special premiering on CBS on March 7, 2021. (Photo by Harpo Productions/Joe Pugliese via Getty Images)

Das Paar erhielt laut eigener Aussage keine Gage für das Interview. Verdient daran, haben andere.

Harpo Productions/Joe Pugliese v

Auf den ersten Blick wirkt dies in der Tat etwas verspannt, schon fast kontrollierend. Was kann man schon gross an einem abgefilmten Interview verändern, mag man sich fragen. Nun, ziemlich viel. Dass sich einzelne Szenen mit einer neuen Dramaturgie zu einer ganz anderen Geschichte zusammen bauen lassen oder das Auslassen einiger Sequenzen am Schnittpult aus dem Good-Cop ein Bad-Cop entsteht, kennen wir aus Reality-TV-Formaten à la «Der Bachelor» zur Genüge.

 

Meghan soll sich auch wegen Piers Morgan beschwert haben

Wie es heisst, sollen sich Meghan und Harry mit ihrem PR-Team auch dafür eingesetzt haben, dass die Diskussion des Interviews einigermassen ausgeglichen läuft. So sollen ihre PR-Leute die BBC darum gebeten haben, die Diskussionsrunde zum Interview «mit einer breiten Palette an Mitwirkenden» zu besetzen. Meghan und Harry hier Kontrollwahn zu unterstellen, ist auch etwas verspannt. Es ist nichts Neues, dass PR-Teams ihre eigenen Vorstellungen einer Geschichte kundtun.

Weiter heisst es, dass Meghan sich – wie 41’000 andere Menschen – beim britischen Sender ITV über Piers Morgan beschwert haben soll. Der inzwischen ausgeschiedene «Good Morning Britain»-Moderator griff Meghan im Anschluss ans Interview in einem wortgewaltigen Monolog heftig an, bezichtigte sie sogar der Lüge.

Wie Insider berichten, soll sie sich aber nicht über seine verbalen Entgleisungen beschwert haben, sondern soll darauf hingewiesen haben, dass es keine gutes Signal an Menschen mit psychischen Problemen sei, wenn Morgan ihre eigene Beichte in ein dermassen schlechtes Licht rückt.

Piers Morgan arrives at Old Church, 1 Marylebone Road in London for the funeral of Supermarket Sweep star Dale Winton. (Photo by Kirsty O'Connor/PA Images via Getty Images)

Der Ex-«Good Morning Britain»-Moderator Piers Morgan bleibt bei seinen Aussagen über Meghan und beruft sich auf sein Recht der freien Meinungsäusserung. Über 41'000 Menschen hatten sich beim Sender ITV nach abfälligen Aussagen über Meghan über ihn beschwert. Seinen Job ist er inzwischen los. 

PA Images via Getty Images

Was bleibt ist nur noch diese grosse Frage: Wie Meghan auf Oprahs Nachfrage im Interview klipp und klar sagt, hat das Paar keine Gage erhalten. Am meisten hat Oprah Winfrey selbst an der Sendung verdient. Ihre Produktionsfirma Harpo Productions hat die Rechte für rund 7 Millionen Franken an CBS verkauft. Die Weiterlizenzierung an TV-Stationen auf der ganzen Welt hat sicher zusätzliche Millionen in die Kasse gespült. Ob Harrys und Meghans gemeinnützige Organisation Archewell oder ein anderes, karitatives Projekt mit einer grosszügigen Spende rechnen kann, ist nicht bekannt.

Von bna am 11.03.2021
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