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  4. Die Lederjacke: Vom Ledermantel bis gesteppt ist alles möglich

Ein Rockstar mit vielen Gesichtern

Die typische Lederjacke gibt es nicht mehr

Per definitionem ist sie Funktionskleidung. Für Motorradfahrer, Polizisten und Flieger. Und verkörperte zudem stets ein traditionelles Bild von Männlichkeit. Aber weil genau das inzwischen niemanden mehr interessiert, ist die Lederjacke längst kein harter Biker mehr – sondern weich und formenreich.

COPENHAGEN, DENMARK - JANUARY 29: Guests seen outside Stine Goya during Copenhagen Fashion Week Autumn/Winter 2020 Day 2 on January 29, 2020 in Copenhagen, Denmark. (Photo by Christian Vierig/Getty Images)

Wildleder? Froschgrün? Alles kann, nichts muss.

Getty Images

Letztens erzählte mir eine Freundin, sie habe sich eine Lederjacke bestellt. «Schön», sagte ich. «Was für eine? Eine Lederjacke-Lederjacke?» – «Wie, was meinst du mit Lederjacke-Lederjacke?», kam darauf zurück. «Naja, so 'ne typische Lederjacke eben.» «Und die wäre?» «So im Biker-Stil halt.» Gekauft hat sie einen Mantel, der fast schon als Blazer durchgehen könnte. Was lernen wir daraus? Die eine Lederjacke gibt es nicht mehr.

Adieu, Punk! Ciao, Rock ’n’ Roll! Machs gut, Goth! Die kurze rotzige Variante, die flatternden und flirtenden Kleidern so gerne als Stilbruch zur Seite gestellt wird, hält sich ... ja, zäh wie Leder, schart aber inzwischen eine äusserst vielgestaltige Sippe um sich. Manche davon sind vegane Stiefgeschwister, andere sind aussergewöhnlich gross, wieder andere sind unerhört laut. Welche man jetzt kennen und haben sollte – bitteschön:

Der Ledermantel und sein kleiner, wilder Bruder

Ganz ehrlich: Hat jemals jemand das Prinzip der «Matrix» wirklich durchschaut? Nein? Macht nichts, wir auch nicht. Die Ledermäntel, die sich in Gegenwart und naher Zukunft über die Strassen kämpfen, lassen aber keinen Zweifel offen: Wir sind mittendrin. Neo und Trinity wären stolz. Was sie von den Bonbon-Varianten in Eisblau, Lavendel und Warn-Orange halten würden? Unklar. Wer diesbezüglich Bescheid weiss, ist Ellen Claesson, Content Creator aus Skandinavien: Die nämlich weiss, dass sich zu Jeans und T-Shirt kaum etwas besser macht als ein Ledermantel – egal ob klassisch schwarz oder knallblau.

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Die heisse Stepmom, Pardon Steppjacke

Sich morgens einfach die Decke über den Kopf ziehen – nicht raus in die Pandemie, einfach mal liegenbleiben können. It's a mood. Und weil Mode ja stets die allgemeine Stimmung widerspiegelt, trägt man jetzt Bettdecke. Auf der Matratze wie auf der Strasse. So ein lauschig wattiertes Stück Stoff ist perfekt für die Übergangszeit. Es schafft es einerseits, die Sehnsucht nach der Kiste zu stillen, indem man sie quasi am Leib trägt, und meistert andererseits die ungewohnt warmen Temperaturen. Die Luft zwischen den Steppnähten nämlich wirkt wie ein Polster gegen Kälte und bleibt dabei trotzdem federleicht. Richtig cool ist das Ganze in Lederoptik.

Unser ledriger Onkel, der wilde Bürohengst

Jennifer Aniston hat es gewusst. Cindy Crawford auch. Aber Gwyneth Paltrow, die war die Königin unter den Wissenden. Denn während sich andere in den 90ern die Haare kreppten und blauen Lidschatten bis unter die Augenbrauen schminkten, setzten sie und ihresgleichen auf Klasse. Heisst: Blue Jeans, weisses T-Shirts und die perfekte Übergangsjacke für den Frühling – den Lederblazer. Der ist irgendwie Office, weil seriös, aber auch Party, weil in Lederoptik. Da wir für ausufernde Parties derzeit eher schwarz sehen, kommt der derbe Blazer mit auf hippe Spaziergänge und Steh-Dates mit Prosecco. Apropos schwarz sehen: Hailey Bieber tut das nicht. Die flanierte unlängst mit Gatte Justin in einem Blazer in knackigem Limettengrün durch Paris.

Von lei am 29.03.2021
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