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  4. Umweltsünde Teelichter: Alternativen

Trügerischer Schein

Darum sollten wir keine Teelichter kaufen

An Weihnachten feiern sie ihren grossen Auftritt: Teelichter. Kein Wunder, sie sind praktisch und sorgen für gemütliche Stimmung. Der schöne Schein trügt. Wir erklären, warum wir besser auf die kleinen Kerzen verzichten sollten – oder es besser machen.

Teelichter

Praktisch, aber leider gar nicht nachhaltig: Teelichter kauft man lieber in der Variante Bio und Glasschale. 

Getty Images

Am schönsten ist es, wenn ganz viele von ihnen im Dunkeln flackern – auf den Tischen, der Fensterbank und auf dem Balkon. Teelichter gehören zu Weihnachten. Sie sorgen für Gemütlichkeit. Leider sind sie aber nicht so harmlos, wie sie aussehen. Beginnen wir mit dem Inhalt. Also dem Material.

Ein Abfallprodukt der Erdölgewinnung

Teelichter werden meistens aus Paraffin hergestellt, einem Nebenprodukt der Erdölgewinnung. Wie wir alle wissen, ist dieser Rohstoff alles andere als nachhaltig und seine Gewinnung schädigt die Umwelt massiv. Und auch, wenn es sich bei Paraffin um ein Abfallprodukt handelt, ist die Öko-Bilanz für die Herstellung negativ, weil sie sehr aufwändig und energieintensiv ist.  

Leider ist das «Ersatz-Material» Stearin meistens nicht nachhaltiger als Paraffin. Dabei handelt es sich um tierische oder pflanzliche Öle. Letzteres kennen wir vor allem als Palmöl – für dessen Anbau werden grossflächig tropische Regenwälder abgeholzt. Also auch keine Alternative.

Aluschalen sollte man immer recyceln

Dann wären da noch die Aluschalen. Ist das Kerzenwachs aufgebraucht, landen die meistens im Abfall. Was natürlich falsch ist. Besser, man entsorgt sie. Noch besser, man verwendet erst gar keine. Auch die Herstellung von Alu schädigt die Natur. Der Grundrohstoff ist Bauxit, welcher meist grossflächig im Tagebau gewonnen wird – der grösste Teil im Tropengürtel, also Ländern wie Guinea, Jamaika, Indien, Australien und Brasilien. Und auch dort wird für die Gewinnung Tropenwald gerodet. Zudem braucht es chemische, höchst giftige Zusätze um das Aluminium herauszufiltern.

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Dann müssen wir ganz auf die kleinen Lichter verzichten? Nein, wenn …

  1. … wir Bienenwachskerzen kaufen. Diese sind zwar teurer als die beiden anderen Varianten, dafür ist die Ökobilanz viel besser und es riecht auch noch fein weihnachtlich.
  2. … das Palmöl aus einer nachhaltigen Produktion stammt.
  3. … die Teelichter auf ölhaltiger Biomasse wie Raps- oder Sojaöl basieren.
  4. … die Schale aus Glas, anstatt aus Alu gefertigt ist.

Wer noch Teelichter in der Aluschale hat, kann diese auch selber recyceln. Dazu schmilzt man Kerzenreste, giesst sie in die leere Schale, schneidet etwas Docht zu – et volià – schon kann man ohne schlechtes Gewissen das Lichtermeer geniessen.

Von lm am 25.12.2020
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