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  4. Ein Wochenende in Interlaken: Hotels und Ausflüge am Jungfraujoch

Ein jungfräuliches Wochenende

Schlafen, speisen und spazieren in Interlaken

Es wuselt in Interlaken. In dem schmalen Tal im Berner Oberland, eingebettet zwischen Bergen und dem Smaragdgrün des Thuner- und Brienzersees, ist die ganze Welt zu Gast. Grund genug, auch mal vorbeizuschauen und zu staunen – und sich dabei herrlich zu entspannen.

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Die Aare, die durch die Gemeinde Interlaken fliesst, wird an ihren Ufern von alten Holzhäusern und pittoresken Parks gesäumt.

Getty Images

In Interlaken kann man eigentlich alles machen: Im Winter wird die Gemeinde umzingelt von Skigebieten, im Sommer blühen die Almwiesen. Es gibt Berge, die man besteigen kann, es gibt Seen, die man befahren und bebaden kann – quasi soweit das Auge reicht, schliesslich liegt es idyllisch zwischen zweien. Am Fusse des Jungfraujochs gelegen, lockt es viele Schau- und Fotografierlustige an. So stülpen sich hier durchaus Asiaten traditionelle Trachten über, um vorm Green Screen herumzuturnen. Einzusetzende Kulisse frei wählbar. Auch, dass einen mal ein mexikanisches Paar im Vorübergehen darum bittet, es beim Tanz auf der Strasse zu filmen, ist nicht unüblich. In Interlaken geht es um Erinnerungen. Damit die nur schön sind, geben wir euch nun einen kleinen Guide an die Hand, in dem für jeden etwas dabei sein sollte.

SCHLAFEN

Luxus pur: Victoria Jungfrau Grand Hotel & Spa
Sie ist die Grande Dame unter den Luxushäusern. 150 Jahre ist sie alt und funkelt so majestätisch wie eh und je. Sobald man die riesige Glaskuppel betritt, die seit 1899 die ehemalige Pension Victoria mit dem Hotel Jungfrau vereint, atmet man den Geist der Belle Epoque. Man meint jeden Moment einen Künstler oder Schriftsteller um die mit Stuck geschmückte Ecke biegen zu sehen. Es ist verwinkelt im Victoria Jungfrau, man läuft schnell Gefahr, sich zu verlaufen. Allein das Spa ist 5500 m² gross und wartet mit ebenso ambitionierten Zielen auf seine Gäste. Ein sorgfältig betreutes «Better Aging»-Programm hilft bequemen Gästen, sich sanft und mit viel Spass zu neuen körperlichen Höhen aufzuschwingen und zu optimieren. So mancher Massage-Guru schaut einem tief in die Seele. Wer nach einem italienischen Dinner im opulenten Restaurant «Sapori» in einem der historischen Zimmer mit Blick aufs Jungfraujoch ins Bett fällt, hat alles richtig gemacht.
victoria-jungfrau.ch

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Tradition atmen: Schlafen im Stroh auf dem Schiltenhof
Nebenan in Iseltwald lädt Familie Schilt in den Stall. Was man auf deren Bauernhof neben Tieren und herrlichster Natur geboten bekommt, ist eine Decke, ein Kissen, ein währschaftes Frühstück – und eine Menge Stroh als wohl aufregendste Matratze der Schweiz.
schiltenhof.ch

Das Boutique-Bijou: Maison Bergdorf
An den Wänden der acht Zimmer blühen prächtige Tapeten und hängen alte Teppiche. Die cozy Parlours, in denen gelesen und geplaudert werden kann, könnten mehr instagrammable nicht sein. Was arty Menschen hier sanft den Kopf verdreht, ist eine neue Art von Guesthouse, die Zeitgeist mit Geschichte paart. Lustgärtchen und Blick auf die Jungfrau inklusive.
maisonbergdorf.ch

ESSEN & TRINKEN

Gault-Millau-Punkte jagen im La Terrasse
Und schwupps, sind wir wieder zurück im Victoria Jungfrau. Denn da, wo die Hotelgäste unter Kristalllüstern und Palmen ihr Frühstück wie in einer französischen Orangerie einnehmen, präsentiert Küchenchef Stefan Beer abends allen sein «Menu Vo Hie», für das er erlesenste Zutaten aus dem Umkreis von 40 Kilometer verwendet. Und das ist kreativ, überraschend und verspielt. Da kommt als Dessert ein essbarer Blumentopf an den Tisch und wer einen Cocktail bestellt, sieht den Kellner schon mal mit einer dampfenden Schneeschaufel auf sich zusteuern.
victoria-jungfrau.ch

Total real: Drinks in Unterseen
Wer weg will von den Selfie-Stick-bewaffneten Touristen, die in den Restaurants lauern, den verschlägt es oft nach Unterseen. Tagsüber erfreut man sich an den netten Cafés der pittoresken Altstadt, abends hocken quasi die Locals in den Bars. Erleichterung!

Bodenständig with a View: Restaurant Meielisalp
Ehrlich und regional – mit Weinkeller und Knaller-Sonnenuntergang. Auf der Meielisalp speist man das ganze Jahr über mit fantastischem Blick auf den Thunersee. Egal, ob man davor oder danach den Panoramaweg wandert, über die Hängebrücke Spissibach baumelt oder im Sommer in den See springt, dieser gemütliche Gasthof stopft hungrige Mäuler und ist Balsam für Seele und geschundene Stadt-Augen.
meielisalp.ch

Nach den Sternen greifen: Schlitteln und Käsefondue im Berggasthaus Niederhorn
«Sternenschlitteln PLUS» lautet die Zauberformel: In kalten Winternächten bringt einen die Niederhornbahn galant auf das Niederhorn. Dort tunkt man die Brotwürfel im Berghaus auf gemütlichen Schaffellen in den warmen Käse und stärkt sich für die rasante Abfahrt unterm Sternenhimmel. Eine halbe Stunde lang schlitteln volle Bäuche den mit Laternen erleuchteten Weg bis zum Bergrestaurant Vorsass hinab – wo Glühwein und Punsch warten. Als Digestif quasi.
niederhorn.ch

AUSFLÜGE

Für Adrenalinjunkies: Paragliden
Interlaken ohne Gleitschirm ist wie das Jungfraujoch ohne Schnee. Irgendwo am Himmel segelt hier immer einer zu Boden. Der Wind trägt einen über Dörfer, tiefblaue Seen und schroffe Berggipfel. Fun Fact: Interlaken ist weltweit eines der idealsten und thermikreichsten Gebiete für Gleitschirmflüge. Jawohl. Bisschen kalt im Winter? Ach was, die klare Luft macht die Fernsicht noch imposanter. 

Der Hausberg: Harder Kulm
Zu Fuss spazieren ambitionierte Flaneure durchs hübsche Dörfchen zur Harderbahn, die einen ruck, zuck zu einem Schlösschen auf 1322 Meter über dem Meer bringt. Das Schlösschen ist eigentlich ein Bergrestaurant, das allen, die auf der Aussichtsplattform den Brienzer- und Thunersee und Eiger, Mönch und Jungfrau betrachtet haben, ein warmes Plätzchen bietet. Wer lieber läuft statt isst, spaziert den 2,3 Kilometer langen Panoramaweg.
jungfrau.ch

Die Eiskönigin kann einpacken: Jungfraujoch
Ist man da nämlich mit der höchsten Eisenbahn Europas hochgetuckert, steht man auf verrückten 3454 Metern über dem Meer. Dann knirscht der Schnee unter den Füssen und die Wangen brennen vom Wind. Aber, aber! Man wähnt sich am «Top of Europe». Und einmal im Leben direkt Viertausendern gegenüberzustehen, das muss man erlebt haben. Für eine Extra-Portion Mystik kann man sich in die verwinkelten Gänge des Eispalasts schlagen, die Bergführer in den Dreissigern mit Pickel und Säge erschaffen haben. Die werden gesäumt von glitzernden Kunstwerken aus blitzblankem Eis – Anna und Elsa wären neidisch.
jungfrau.ch

Day-Spa im Bootshaus: Parkhotel Gunten
Genug erlebt jetzt. In Dampfbad, finnischer oder Blütenduft-Sauna schwitzen und dabei direkt auf den tiefblauen See und Alpen blinzeln – klingt gut? Direkter Seezugang (und nach dem Aufguss reinspringen) klingt besser? Dann sollte man das charmante Bootshaus des Parkhotels Gunten ansteuern und dabei auch den Whirlpool auf dem Sonnendeck nicht auslassen.
parkhotel-gunten.swiss

Von Linda Leitner am 10.01.2020
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