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Am besten vorbeugen

Hilft Cranberry-Extrakt gegen Blasenentzündungen?

Alle, die schon einmal eine Blasenentzündung hatten, haben sicher schon literweise Cranberrysaft getrunken. Schliesslich sollen die Beeren eine Substanz enthalten, die verhindern können, dass sich Bakterien an der Blasenwand festsetzen. Obs wirklich nützt, haben Wissenschafter*innen jetzt untersucht.

Cranberries auf einem Holztisch

Aussehen tun sie schon mal schön. Ob sie auch wirken?

imago/Westend61

Erwischt es einem, greift man nach fast allem, was den Schmerz lindern kann. Möchte man bei einer Blasenentzündung nicht gleich Antibiotika einwerfen, trinkt man Cranberrysaft, Bärentraubenblättertee und schluckt verschiedene Tabletten. Ob es wirklich hilft? Darüber sind sich auch Mediziner und Medizinerinnen uneinig.

Ein deutsches Forscherteam hat sich der Frage jetzt angenommen und einen Bericht dazu verfasst. Auslöser war die Frage einer Frau an das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Sie wollte wissen, ob es bei Blasenentzündung eine Alternative zu Antibiotika gebe. Die Forschenden haben dazu verschiedene Studien ausgewertet, in denen die Wirksamkeit pflanzlicher Mittel bei Harnwegsentzündungen untersucht wurde.

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Zu wenig Daten

Die meisten pflanzlichen Produkte enthielten Cranberry-Extrakt. Nahm man diese vorbeugend ein, schienen sie das Risiko einer Harnwegsinfektion tatsächlich zu senken. Leider waren die Ergebnisse bei akuten Entzündungen weniger aussagekräftig. «Zum Einsatz von Cranberry-Präparaten oder anderen Phytotherapeutika zur Akutbehandlung von symptomatischen Episoden bei Frauen mit unkomplizierter wiederkehrender Blasenentzündung sind keine Daten verfügbar», heisst es im Bericht. Grund ist die zu kleine Menge an Daten. Kleiner Lichtblick: Momentan laufen zwei Studien, die sich explizit mit der Auswirkung von Cranberry-Extrakt bei akuten Blasenentzündungen beschäftigen.

Tipps zur Prävention

Für alle, die unter wiederkehrenden Harnwegsentzündungen leiden, darum folgende Tipps zur Vorbeugung:

  • Viel und regelmässig trinken. So werden die Bakterien besser ausgeschwemmt.
  • Nicht mit der Intimhygiene übertreiben und nie mit normaler Seife waschen. Am besten benutzt man Wasser oder ein ph-neutrales Mittel.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr immer aufs WC und die Blase entleeren.
  • Scheide immer von vorne nach hinten reinigen, sonst können Bakterien vom After in die Scheide gelangen.

Radikaler ist eine Impfung. Diese ist vor allem dann ratsam, wenn man unter chronischer Blasenentzündung leidet. Alles dazu, findet ihr hier

Von lm am 7. November 2021 - 11:09 Uhr
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