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Von wegen schwarzes Gold

Ist entkoffeinierter Kaffee schlecht für uns?

Es gibt Tage, da verzichten wir – unserer Gesundheit zu liebe – auf die dritte Dosis Koffein und greifen stattdessen zur entkoffeinierten Version unseres liebsten Getränks. Aber: Wie kommt das Koffein eigentlich aus dem Koffein und was bedeutet das für uns?

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Ist Kaffee ohne Koffein etwa tatsächlich ungesünder als die normale Variante? 

Getty Images

Keine Frage, Kaffee ist etwas ziemlich Wunderbares. Die morgendliche Tasse ist mehr als nur ein Ritual. Sie schmeckt köstlich und weckt die Lebensgeister – all das, was die Dusche, das Zähneputzen und der Arbeitsweg bisher noch nicht geschafft haben. Ausserdem wissen wir mittlerweile, dass das schwarze Gold viel besser ist als sein Ruf und die eine oder andere Tasse unserer Gesundheit keineswegs schadet, sondern ihr eher gut tut. Trotzdem: Spätestens bei der vierten Tasse am Tag packt uns das schlechte Gewissen und wir steigen auf die koffeinfreie Variante um. Die ist schliesslich viel gesünder – oder?

Kaffee ist ein Superfood

Das hängt davon ab, wie man es sieht. Denn Kaffee – ob nun mit oder ohne Koffein – besteht aus den gemahlenen Bohnen der Kaffeepflanze. Die senkt dank des enthaltenen Polyphenol und anderen Pflanzenstoffen nachweislich das Risiko an Diabetes Typ 2, Parkinson, Alzheimer, Brust-, Prostata- und Leberkrebs zu erkranken und ist damit eigentlich ein echtes Superfood. Wer Koffein schlecht verträgt, schwanger ist oder gerade stillt, muss also nicht auf die positiven Eigenschaften von Kaffee verzichten. So weit, so gut. 

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Wie kommt das Koffein aus dem Kaffee?

Wer aufmerksam gelesen hat, denkt sich vermutlich schon, dass jetzt noch ein kleines «Aber» kommt. Denn das von Natur aus enthaltene Koffein kommt nicht zwingend auf die gleiche, natürliche Weise wieder aus der Bohne heraus. Die drei gängigsten Verfahren sehen so aus:  

  • Beim Schweizer-Wasser-Prozess werden die Koffeinmoleküle mittels eines Aktivkohlefilters aus den Bohnen gelöst. 
  • Das Kohlenstoffdioxid-Verfahren funktioniert, indem man die Bohnen mit dem verflüssigten Element spült. Dadurch löst sich das Koffein. Anschliessend lässt man das Kohlenstoffdioxid wieder verdampfen. 
  • Die günstigste Möglichkeit ist das direkte Verfahren. Dabei werden die Kaffeebohnen zehn Stunden lang in Dichlormethan oder Ethylacetat gelagert. Beide Stoffe sind Lösungsmittel, die in Farb- oder Nagellackentferner und Klebstoff vorkommen. Die Stoffe werden im Anschluss wieder abgegossen und in einem Trocknungsverfahren entfernt, da sie im Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

Gerade der letzte Schritt beunruhigt euch dezent? Das fühlen wir. Denn auch wenn die Methoden von Lebensmittelbehörden geprüft und für sicher befunden wurden – aus dem natürlichen Kaffee wird dadurch ein mit Chemie behandeltes Lebensmittel. Zudem müssen die Schritte meist mehrfach wiederholt werden, um den in der EU vorgegeben Grenzwert von weniger als 0,1 Prozent Restkoffein zu erreichen. Wer dem aus dem Weg gehen möchte, setzt am besten auf organischen entkoffeinierten Kaffee, der zwar ein paar Franken mehr kostet, dafür aber garantiert ohne Chemikalien auskommt. 

Von Malin Mueller am 23.02.2020
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