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Sommer-Blues

Macht uns schlechtes Wetter depressiv?

Nach ein paar Tagen Sonnenschein machen uns nun schon wieder dunkle Wolken einen Strich durch unser Stimmungshoch. Aber wieso haben wir bei schlechtem Wetter eigentlich direkt ebenso schlechte Laune?

Schlechtwetter-Depression
Auch seit Tagen so schlecht drauf? Keine Sorge, ihr könnt vermutlich nichts dafür. Getty Images

Vor knapp drei Monaten berichteten wir noch darüber, wieso wir auf einmal so gute Laune hatten. Verantwortlich dafür waren erste Sonnenstrahlen, die unsere Gesichter aus der Winterpause erwachen liessen und Temperaturen, die langsam aber sicher in die Höhe schossen – der Frühling war eingeläutet. Die Vorfreude auf den naheliegenden Sommer ebenso.

Jetzt, einige ernüchternde Wochen später, fühlen wir uns leider schlechter denn je. Das morgendliche Aufstehen fällt schwer, die Laune ist im Keller und abends ausgehen macht bei strömendem Regen auch nur halb so viel Spass. Lieber Sommer 2019, was ist da bloss los? Nach einem kurzen Anfüttern von wahrhaftigem Sommerklima scheint es aktuell so, als würdest du uns mit plötzlichen Kältewellen und Gewitterattacken einen Strich durch unser Badi-Abo machen wollen. Was dabei – nur logisch – auf der Strecke bleibt, ist unser optimistisch eingestelltes Gemüt. Aber wieso eigentlich? Was macht schlechtes Wetter mit uns?

Unser Körper braucht Licht

Was uns zu Frühlingsbeginn so glücklich machte, zieht uns jetzt in die Launen-Bredouille: das kleine, aber feine Hormon Serotonin. Sobald Sonnenlicht auf unser wintermüdes Antlitz knallt, schüttet unser Körper gleich mehrere glücklich machende Endorphine aus. Ausschlaggebend für die gute Laune ist dabei vor allem das Hormon Serotonin. Es steigert bei gutem Wetter aber nicht nur unsere Stimmung, es reguliert gleichzeitig auch noch die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel. Die Betonung liegt dabei auf «gutem» Wetter. 

Zum aktuellen Stimmungstief kommt die Müdigkeit. Wir sind so müde, dass wir den Kopf im Büro am liebsten auf der Tastatur ablegen würden, um einen Fünf-Tage-Nap einzulegen. Schuld daran ist diesmal das Hormon Melatonin. Dessen Ausschüttung wird von unserem Gehirn gesteuert und beeinflusst unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Im Winter (oder jetzt), wenn die Nächte länger sind – sprich es einfach länger dunkel ist als im Frühling – produziert das Gehirn auch mehr von diesem Schlafhormon. Das Problem dabei ist, dass wir dadurch auch tagsüber müde sind. 

Klingt in der Theorie ja grossartig, nur leider findet während des aktuellen Sommers weder eine Stimmungsaufhellung, noch ein Energieschub statt. Viel mehr als Petrus anzubeten und ein bisschen Geduld aufzubringen, kann man dagegen zurzeit wohl aber nicht tun. Achja, und optimistisch bleiben. Immerhin hat uns der Böögg Anfang April doch noch einen mittelprächtigen Sommer versprochen. Und angesichts der bisherigen Tage, müssen da noch ganz schön viele Sonnenstrahlen durchkommen, um dieses Versprechen zu bewahrheiten …  

 

 

am 11. Juni 2019