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Wetten?

Was ihr über Kohlenhydrate wusstet, ist falsch

Sei es Brot, Pasta oder Kartoffeln – Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten eilt ein ziemlich schlechter Ruf voraus. Ungewollte Gewichtszunahme, Blähbauch oder schlechte Haut seien die Folgen von zu viel davon. Sagt mal, was soll das ganze Shaming eigentlich?

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Zu viel Brot macht dick? Falsch. Wer auf die richtigen Inhaltsstoffe achtet, tut seinem Körper damit sogar Gutes. 

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Wir alle sind in einer Zeit aufgewachsen, in der Kohlenhydrate durch populäre Diäten als grösster Feind der schlanken Linie verschrien waren. Und auch heute gibt es doch immer wieder diese eine Person, die mittels Keto, Atkins oder Paleo ungeheuer an Gewicht verloren haben will. Da in unserer Gesellschaft ein regelrechter Perfektionsdrang herrscht, werden ungesunde und unnötige Kalorien verteufelt. Aber sind Kohlenhydrate das überhaupt? Primär schlecht?

Nicht alle Kohlenhydrate sind gleich

Wir alle assoziieren Carbs mit Brot, Pasta, Pizza und Kartoffeln. Aber auch Obst, Gemüse, Zucker, Alkohol und Milchprodukte gehören dazu. Im Grunde genommen ist alles ein Kohlenhydrat, was aus einer organischen Verbindung mit zwei Anteilen Wasserstoff und einem Teil Sauerstoff besteht. Kategorisieren kann man sie dann in viele verschiedene Gruppen. Wichtig für uns ist primär aber nur die Unterteilung in vollwertige und raffinierte Kohlenhydrate.

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Als vollwertige und gleichzeitig «gute» Kohlenhydrate versteht man solche, die chemisch völlig unbehandelt sind. Der Keim und die Kleie befinden sich hier jeweils noch am Korn. Anders sieht das bei raffinierten Kohlenhydraten aus. Daran befinden sich nach der Verarbeitung weder Keim und Kleie. Und so machen sie – im Gegensatz zu vollwertigen Produkten – weder lange satt, noch fördern sie unsere natürliche Verdauung. Zudem darf man sich anschliessend über klassischen Heisshunger und Dauermüdigkeit freuen.

Unbehandelte Kohlenhydrate sind wichtig

Anders sieht das dagegen bei der vollwertigen Version aus. Um unserem Körper genügend Energie zu liefern, sind die Ballaststoff- und Vitaminträger unabdingbar. Und auch unsere Lebensdauer soll sich laut einer Studie von The Lancet bei einem täglichen Konsum von 50 bis 55 Prozent Kohlenhydraten verlängern. Der eigentliche Grund, warum die meisten Menschen Kohlenhydrate aus ihrem Speiseplan streichen, ist ein anderer – Gewichtsverlust.

Aber: Um langfristig eine schlanke Linie zu bewahren, ist eine Low-Carb-Diät definitiv nicht der richtige Ansatz. Statt die Kilos zu schmelzen, zerstört die vielmehr dauerhaft den Stoffwechsel. Wer hingegen auf eine schonende Art und Weise langfristig abnehmen will, der sollte auf gar keinen Fall auf vollwertige Kohlenhydrate verzichten. Die Standford Study fand heraus, dass eine Mischung aus 50 Prozent Carbs, 30 Prozent Fett und 20 Prozent Protein am Tag tatsächlich ebenso zum Kilopurzeln führt wie strikte Low-Carb-Diäten – ganz ohne hungern und grossen Verzicht.

Wer also gesund (und dauerhaft schlank) durchs Leben kommen möchte, der sollte keineswegs auf Kohlenhydrate verzichten. Achtet einfach darauf, statt industriell behandelten lieber vollwertige Carbs wie etwa Haferflocken, Quinoa, Bananen, Kartoffeln, Dinkelbrot, Vollkornpasta, Bohnen oder Naturreis zu konsumieren.  

 

Von Denise Kühn am 12.01.2020
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